Staffel stürmt zum Sieg - Neuner immerhin Sechste

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Magdalena Neuner musste in Antholz zunächst krankheitsbedingt passen

Antholz - Die deutschen Biathleten sind in der Höhe von Antholz auf den Gipfel gestürmt. Magdalena Neuner versuchte nach ihrer Erkältungsauszeit alles, doch es reichte nicht ganz.

Im Sonnenschein auf 1600 Meter strahlten Christoph Stephan, Daniel Böhm, Arnd Peiffer und Michael Greis nach dem zweiten Staffelsieg in Serie um die Wette und verwandelten die Südtirol Arena in einen Hexenkessel. Zuvor musste sich Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner bei ihrem Comeback nach überstandener Erkältung mit Platz sechs im Massenstart begnügen, auch, weil „die letzten Körner fehlten“. Ohne ihren Superstar war die deutsche Frauen-Staffel nur dank einer überragenden Andrea Henkel am Samstag als Dritte aufs Podest gelaufen.


So schön und so erfolgreich: Magdalena Neuner

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Magdalena Neuner wurde am 9. Februar 1987 in Garmisch-Partenkirchen geboren. Die Oberbayerin wuchs in Wallgau auf. © Jantz
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Sie ist bekennende Bairisch-Sprecherin ... © dpa
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... und pflegt die Tradition. © dpa
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Sie ist bei der Bundeszollverwaltung als Zollhauptwachtmeisterin angestellt. Bereits in Jugendwettbewerben holte Lena Trophäe um Trophäe. Im Jahr 2004 war die damals 17-jährige (2.v.r.) noch merklich schüchtern, als sie mit dem deutschen Zoll-Team vom damaligen Finanzminister Hans Eichel empfangen wurde. © dpa
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Ihren großen Durchbruch feierte sie in der Saison 2006/2007. © dpa
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Am 5. Januar 2007 holte sie in Oberhof ihren ersten Weltcupsieg. © dpa
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Bei den Weltmeisterschaften 2007 in Antholz (Italien) hatte sie dann ihren großen Auftritt und holte drei Goldmedaillen. © dpa
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Auch bei der WM 2008 in Östersund sammelte Lena dreimal Gold. © dpa
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... und obendrein in derselben Saison noch den Gesamtweltcup und zwei Einzelweltcups. © dpa
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Lena erklärte es bislang für ausgeschlossen, sich für den Playboy auszuziehen. © dpa
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Wieso auch? Sie ist angezogen ein größerer Blickfang als viele andere nackt. © dpa
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Zu ihren Hobbies zählt Stricken. © LANA GROSSA
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Ja, richtig gelesen: Stricken! © LANA GROSSA
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Außerdem hört sie gerne Musik. Mit hartem Rock bringt sich Lena auf Betriebstemperatur für Wettkämpfe. In einem Tagesspiegel-Interview gestand sie, sich früher mit der Metal-Band System Of A Down aufgeputscht zu haben. © dpa
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Auch Robbie Williams und Chris Martin schallen ihr des öfteren durch die Ohren. © LANA GROSSA
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Lena ist äußerst schlagfertig und kann so auch mal einen Thomas Gottschalk ins Stocken bringen. © dpa
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Die süße Oberbayerin kann aber auch mal schimpfen. Hobby-Lippenleser dürfen hier mal an einer einfachen Aufgabe üben. © dpa
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"Ich glaub, mich knutscht eine Lena" - Die Biathletin dreht bei diesem Elch das Spiel um. © dpa
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In ihrer Heimat Wallgau trägt man sie auf Händen. © dpa
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Und auch die WM-Maskottchen 2007 namens "Bumsi" ließen sie hoch leben. © dpa
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Lena mit Hund Rocky © dpa
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Miss Neuner mit ihrer "Sportlerin des Jahres 2007"-Trophäe. © dpa
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Sie muss eine große Vitrine haben. © dpa
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Auch beim harten Training hat sie immer ein Lächeln übrig. © dpa
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Lena (r.) posiert mit den Alpin-Skifahrerinnen Maria Riesch (v-l), Kathrin Hölzl und Monika Bergmann-Schmudere vor der Allianz Arena. © dpa
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Ist echt! Lena macht die Probe aufs Exempel. © dpa
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Im Dezember 2011 kündigte Neuner ihr Karriereende für Frühjahr 2012 an. Sie wolle sich neu orientieren und mal etwas anderes ausprobieren, erklärte die Biathletin. © dpa

„Hut ab, dass war heute ein perfektes Rennen von allen vieren. Vor allem die Art und Weise, wie wir gewonnen haben, muss einen zufrieden stimmen“, sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang. Nach dem Sieg im verrückten Rennen von Oberhof gewann das DSV-Quartett diesmal mit nur sieben Nachladern ganz souverän vor Gastgeber Italien und Norwegen.


„Ich werde mich in den nächsten Tagen richtig auskurieren und nicht trainieren. Der sechste Platz ist mehr, als ich erwartet habe. Ich habe aber schon gemerkt, dass ich mit meinen Kräften haushalten muss“, sagte Neuner. Urlaubsreif ist auch Henkel: „Ich war ganz schön kaputt. Jetzt bin ich froh, dass Pause ist“, sagte die 33-Jährige, die bei der WM-Generalprobe in der Staffel in Abwesenheit von Neuner beim souveränen Sieg Russlands einziger Lichtblick war. „Das waren etwas zu viele Überraschungen für mich. Wir sind mit einem dicken blauen Auge davongekommen“, sagte Frauen-Trainer Gerald Hönig.

Besser machten es die Männer. Stephan und Böhm, der für Alexander Wolf (Oberhof) ins Team gerutscht war, legten mit einer soliden Vorstellung die Grundlage für den Sieg. „Ich habe in der letzten Runde alles gegeben, aber die anderen waren sehr schnell dran“, sagte Stephan, der ebenso wie Böhm als Vierter wechselte. „Stehend habe ich mich etwas unsicher gefühlt, die beiden Fehler hätten nicht sein müssen“, sagte Böhm.

Peiffer auf Position drei brachte das DSV-Quartett anschließend in Führung. Nach zwei Nachladern im Liegendanschlag erwischte der 23-Jährige ein perfektes Stehendschießen. „Das Laufen hat heute super gepasst“, sagte Peiffer, der am Samstag im Massenstart als Fünfter einen Platz vor Greis ins Ziel gekommen war. Der 34 Jahre alte Routinier machte es als Schlussläufer mit zwei Fehlern im Stehendschießen kurzzeitig noch einmal spannend, doch auch die Konkurrenz patzte und konnte das deutsche Team letztlich nicht mehr gefährden.

Im Massenstart der Frauen feierte die Norwegerin Tora Berger ihren vierten Sieg in Serie vor Marie Laure Brunet (Frankreich) und Darja Domratschewa (Weißrussland). Neuner legte bei ihrem Comeback los wie die Feuerwehr, schoss im Liegendanschlag zweimal null Fehler und war auch in der Loipe stark. Doch im ersten Stehenschießen blieben die letzten beiden Scheiben stehen. „Ich habe gut angefangen mit drei Treffern und mich gut gefühlt. Aber die zwei Fehler haben mich ganz schön reingerissen“, sagte Neuner. Henkel musste dreimal in die Strafrunde und belegte Platz 15. Komplett von der Rolle waren Miriam Gössner mit neun „Fahrkarten“ und Tina Bachmann mit sechs Fehlern.

sid

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