Trotz schwacher Tournee-Bilanz: Schuster bläst zum Angriff

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Auch Martin Schmitt blieb hinter den Erwartungen zurück

Bischofshofen - Die deutschen Skispringer standen in der Endabrechnung der Vierschanzentournee so schlecht wie seit 1995 nicht mehr da. Bundestrainer Werner Schuster blickt dennoch optimistisch in die Zukunft.

Die schlechteste Tournee-Bilanz seit über 15 Jahren war schnell vergessen, Bundestrainer Werner Schuster blies sogar zum Angriff auf die Skisprung-Supermacht Österreich. „Feiert mal schön, ihr habt es euch verdient“, sagte Schuster mit Blick auf Vierschanzentournee-Sieger Thomas Morgenstern: „Aber wartet nur, nächstes Jahr kommen wir. Meine Trainerkollegen müssen sich daran gewöhnen, dass wir an manchen Tagen verdammt gut springen.“


Dass der elfte Gesamtrang von Michael Uhrmann kein berauschendes Ergebnis ist, gestand Schuster ohne Umscheife ein. „Wir wussten, dass die Gesamtwertung tabu ist. Das mussten wir hinnehmen“, sagte er. Zuletzt hatte das 1995 von Jens Weißflog angeführte Team die besten zehn der Tournee-Wertung verpasst. „Der einzige Wermutstropfen war, dass kein Springer einen Wettkampf voll durchziehen konnte und sich unter den besten fünf platzierte“, meinte Schuster.

Der Bundestrainer betonte, es lohne sich mehr denn je, auf die Details zu schauen. Die DSV-Adler kämen von sehr weit unten, deshalb sei es bemerkenswert, wie sie sich in der Breite präsentiert und mit einzelnen Sprüngen die Weltspitze geärgert hätten. „An solchen Tagen werden Sehnsüchte geboren. Ich hoffe, dass das bei den jungen Springern tief ins Herz geht“, sagte Schuster.


Mit Blick auf die WM sprach der 41-Jährige wieder von einer Medaille im Team-Wettbewerb. Der Optimismus sei zurückgekehrt und man sei mit Norwegen und Finnland mindestens auf Augenhöhe. „Ich sehe gute Chancen, dass wir eine richtig schlagkräftige Mannschaft auf die Beine stellen.“

Ihm schwebt dabei eine Mischung aus jungen und alten Springern vor. Ein heißer Kandidat ist Pascal Bodmer, der während der Tournee in Form gekommen ist. Severin Freund scheiterte nach starkem Auftakt eher an mentalen Schwächen. Die Routiniers Michael Uhrmann und Martin Schmitt hob Schuster besonders hervor: „Die waren vor der Tournee so weit von der Spitze weg, dass man dachte, das wird niemehr was. Hier waren dann einige Weltklassesprünge dabei.“

Das Sportjahr 2010: Unvergessene Fotos

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Danach ließen sich die Marathon-Spieler vor der Anzeigetafel fotografieren. © dpa
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Die Fußball-WM lebte wie immer auch von ihren Emotionen: Jubel... © Getty
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...noch mehr Jubel... © ap
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...aber auch bittere Enttäuschung zeichnete sich in den Gesichtern der Spieler ab. © Getty
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Thomas Müller drehte zum Jubel ab. Er holte sich den Goldenen Schuh des Turniers. © Getty
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Wenn es um große Gefühle geht, ist Diego Maradona nicht weit. © ap
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An der Seitenlinie führte er einen regelrechten Veitstanz auf. © Getty
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Erst im Viertelfinale gegen Deutschland verging ihm das Lachen und die Tanzeslust. © Getty
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Englands Keeper Robert Green leistete sich den vielleicht gößten Patzer der WM. © ap
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England und seine Torhüter ... © ap
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... ein Dauerthema mit Spaß-Garantie! © ap
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Bei der so genannten "Battle of Bloemfontein" zwischen England und Deutschland im Achtelfinale ... © ap
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... bekam aber auch Deutschlands Keeper Manuel Neuer einen eingeschenkt. Aber nur einen. © dpa
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Deutschland besiegte England mit 4:1 und Argentinien eine Runde später gar mit 4:0. © dpa
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Gegen den späteren Weltmeister Spanien war dann zwar im Halbfinale Schluss, aber Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski konnten sich mit einiger Verzögerung auch über Bronze freuen. © dpa
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Die Bilder des Finales: Wie immer waren Freud und Leid nur wenige Meter voneinander entfernt. © dpa
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Sitchwort Leid: Nigel de Jong täuschte sich in der Sportart und betrieb Mixed Martial Arts. © Getty
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Iker Casillas und Carles Puyol kamen sich in die Quere. © Getty
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Andres Iniesta traf Oranje mit seinem Treffer in der Verlängerung mitten ins Herz. © dpa
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Auf seinem Unterhemd hatte Iniesta einen verstorbenen Freund verewigt. © ap
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Die Anspannung auf Seiten Spaniens ... © Getty
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... wich dem kollektiven Jubel. © Getty
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Beim Jubeln war auch Paraguay-Fan Larissa Riquelme stets ganz weit vorne dabei. © ap
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Vornehmlich mit ihrem Handy zwischen den Brüsten! © Getty
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Beim Länderspiel in Berlin gegen die Türkei stattete Kanzlerin Angela Merkel ihrem Integrationsbeauftragten Mesut Özil in der Kabine einen Besuch ab. Er war etwas underdressed. © Getty
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Auch in der Formel 1 gab es einiges zu feiern, vor allem bei Red Bull. Mark Webber nahm nach einem GP-Sieg mit seinem Pokal ein Bad im Pool.  © ap
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Doch der große Gewinner der Saison war natürlich Weltmeister Sebastian Vettel. Seine Heimat Heppenheim wurde vorübergehend umbenannt. © dpa
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Altmeister Michael Schumacher gratulierte seinem Nachfolger. © dpa
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Tiger Woods fiel weniger durch seine golferischen Talente als vielmehr durch sein außereheliches Sexspektakel auf. © ap
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Mama Woods hatte ihn trotzdem noch lieb. Ehefrau Elin Nordegren hingegen nicht mehr. © ap
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Kommen wir zu einer Reihe von Fotos, die Sie vielleicht noch nicht gesehen haben, aber trotzdem nicht verpassen dürfen! © Getty
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Während Uhrmann nun verschnaufen kann und erst in Sapporo wieder zum Einsatz kommt, reisten Schmitt und Michael Neumayer gleich weiter zum Skifliegen nach Harrachov. „Martin ist ein guter Flieger und er hat eine große Chance, sich noch ein Erfolgserlebnis zu holen“, begründete Schuster die Nominierung. Im Anschluss soll der Vizeweltmeister noch einmal eine Trainingsphase einlegen, um sich speziell im Bereich der Bindung zu verbessern.

Bei Neumayer waren die Überlegungen ähnlich. Der Bayer aus Berchtesgaden, zum Abschluss in Bischofshofen als Achter bester Deutscher, fiel in den vergangenen Jahren nach der Tournee häufiger in ein Leistungsloch. Um eine Wiederholung der Schwächephase zu vermeiden, soll der Team-Olympiazweite nach dem Skifliegen eine Pause erhalten. In Tschechien wird das Team von Maximilian Mechler (Isny), Felix Schoft (Partenkirchen), Christian Ulmer (Wiesensteig) und Danny Queck (Lauscha) komplettiert.

Schon in Harrachov bieten sich weitere Chancen, noch auf den WM-Zug aufzuspringen. Bisher hat nur Neumayer die interne Norm (zweimal Top sechs oder dreimal Top zwölf) erfüllt. Allerdings haben bereits sechs Springer die Verbandsnorm mit einem Ergebnis unter den besten Acht oder zweien unter den besten 15 gemeistert. „Die Nominierung könnte ein Luxusproblem werden“, meinte Schuster. Das Aufgebot soll nach der Team-Tour Anfang Februar bekannt gegeben werden. Das Luxusproblem würde Schuster dann sehr gerne lösen.

sid

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