Freud und Leid in Davos: Nur Katrin Zeller top

Katrin Zeller fuhr auf Platz 9
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Katrin Zeller fuhr auf Platz 9

Davos - Die Höhenluft von Davos ist den deutschen Skilangläufern nur bedingt bekommen. Während bei den Frauen Katrin Zeller als Neunte ein Top-Ten-Ergebnis schaffte, gingen die Männer völlig unter.

Höhenluft für Katrin Zeller, Absturz von Tobias Angerer: Im schweizerischen Davos haben die deutschen Skilangläufer am Samstag das ganze Spektrum der Gefühlswelt erlebt. Im 10- Kilometer-Klassik-Rennen der Damen war die Oberstdorferin Zeller in ihrem Element und schaffte als Neunte ein weiteres Top-Ten- Ergebnis. Dagegen sahen die Herren kein Land. Tom Reichelt (Oberwiesenthal) wurde als bester DSV-Starter 37., der Vachendorfer Angerer erlebte als 50. ein persönliches Debakel. Von den Siegern Marit Björgen (Norwegen) und Alexej Poltaranin (Kasachstan) trennte die Deutschen allerdings Welten.

“Tobi hat sich schon heute früh nicht gut gefühlt. Meine Erwartungen waren daher mehr als gedämpft. Trotzdem hatte ich etwas mehr erhofft“, meinte Bundestrainer Jochen Behle, der seinen Vorzeigeathleten aber in Schutz nahm. “Tobi war zuletzt krank, hatte Trainingsausfall. Dazu die Höhe hier in Davos, auf die wir uns nicht explizit vorbereitet hatten - es kann nicht immer klappen.“ Allerdings zeigt das Ergebnis auch, dass die Decke im deutschen Langlauflager dünn ist. Ohne die erkrankten Axel Teichmann (Bad Lobenstein), Jens Filbrich (Frankenhain) und Franz Göhring (Zella-Mehlis) konnte Behle nur drei Athleten an den Start bringen.

“Endlich konnte ich mal das zeigen, was ich wirklich kann und wofür ich einen Sommer lang trainiert habe“, sagte Zeller, bei der alles passte. Anders dagegen ihre Oberstdorfer Club-Kollegin Nicole Fessel. “Ich hatte solche Atemprobleme. Auf der Ziellinie ist mir fast die Lunge herausgesprungen. Das liegt aber nicht ausschließlich an der Höhe, sondern auch an der Feuchtigkeit“, erzählte die bislang beste deutsche Läuferin, die angesichts ihrer gesundheitlichen Probleme mit Rang 16 noch ganz gut leben konnte. “Aber mit meiner Leistung bin ich unzufrieden“, sagte Fessel.

Das war auch Evi Sachenbacher-Stehle mit Platz 21. “Von meinem Wiedereinstieg nach dem krankheitsbedingten Ausfall in Düsseldorf hatte ich mir schon etwas mehr erwartet. Ich habe momentan keine Erklärung dafür, woran es liegt“, sagte die Teamsprint- Olympiasiegerin. “Es fehlt noch etwas, aber es war besser als bei den ersten Weltcups. Wir bekommen sie schon hin“, meinte Frauen-Coach Janko Neuber. Sachenbacher-Stehle hat als einzige der etablierten deutschen Damen die Norm für die Weltmeisterschaften in Oslo noch nicht erfüllt.

dpa

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