Neuner und Henkel auf dem Podest - Flatland siegt

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Magdalena Neuner sprintete auf den zweiten Rang, hätte beinahe sogar gewonnen.

Oberhof - Mit kühlem Kopf und großer Klasse haben Magdalena Neuner und Andrea Henkel der deutschen Biathlon-Festwoche vor insgesamt 101.000 Zuschauern in Oberhof die Krone aufgesetzt.

Das erfolgreiche Duo ließ mit den Plätzen zwei und drei im Weltcup-Sprint das Staffel-Debakel vergessen und machte es den Männern nach. Für die rundete Michael Greis mit Platz fünf im Massenstart nach dem Staffelsieg und Arnd Peiffers zweiten Platz im Sprint den perfekten Einstand ins neue Jahr ab.


„Es war ein schönes und spannendes Rennen. Leider ging der letzte Schuss vorbei“, sagte Greis. Der dreifache Turin-Olympiasieger lag vor 24.000 Zuschauern am Grenzadler 19,1 Sekunden hinter dem norwegischen Tagessieger Tarjei Bö (2 Fehler). Den guten Auftritt der deutschen Mannschaft machten Peiffer (Clausthal-Zellerfeld/3 Fehler) und Andreas Birnbacher (Schleching/3 Fehler) mit den Plätzen 12 und 14 perfekt.

So schön und so erfolgreich: Magdalena Neuner

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Magdalena Neuner wurde am 9. Februar 1987 in Garmisch-Partenkirchen geboren. Die Oberbayerin wuchs in Wallgau auf. © Jantz
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Sie ist bekennende Bairisch-Sprecherin ... © dpa
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... und pflegt die Tradition. © dpa
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Sie ist bei der Bundeszollverwaltung als Zollhauptwachtmeisterin angestellt. Bereits in Jugendwettbewerben holte Lena Trophäe um Trophäe. Im Jahr 2004 war die damals 17-jährige (2.v.r.) noch merklich schüchtern, als sie mit dem deutschen Zoll-Team vom damaligen Finanzminister Hans Eichel empfangen wurde. © dpa
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Ihren großen Durchbruch feierte sie in der Saison 2006/2007. © dpa
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Am 5. Januar 2007 holte sie in Oberhof ihren ersten Weltcupsieg. © dpa
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Bei den Weltmeisterschaften 2007 in Antholz (Italien) hatte sie dann ihren großen Auftritt und holte drei Goldmedaillen. © dpa
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Auch bei der WM 2008 in Östersund sammelte Lena dreimal Gold. © dpa
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... und obendrein in derselben Saison noch den Gesamtweltcup und zwei Einzelweltcups. © dpa
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Lena erklärte es bislang für ausgeschlossen, sich für den Playboy auszuziehen. © dpa
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Wieso auch? Sie ist angezogen ein größerer Blickfang als viele andere nackt. © dpa
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Zu ihren Hobbies zählt Stricken. © LANA GROSSA
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Ja, richtig gelesen: Stricken! © LANA GROSSA
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Außerdem hört sie gerne Musik. Mit hartem Rock bringt sich Lena auf Betriebstemperatur für Wettkämpfe. In einem Tagesspiegel-Interview gestand sie, sich früher mit der Metal-Band System Of A Down aufgeputscht zu haben. © dpa
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Auch Robbie Williams und Chris Martin schallen ihr des öfteren durch die Ohren. © LANA GROSSA
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Lena ist äußerst schlagfertig und kann so auch mal einen Thomas Gottschalk ins Stocken bringen. © dpa
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Die süße Oberbayerin kann aber auch mal schimpfen. Hobby-Lippenleser dürfen hier mal an einer einfachen Aufgabe üben. © dpa
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"Ich glaub, mich knutscht eine Lena" - Die Biathletin dreht bei diesem Elch das Spiel um. © dpa
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In ihrer Heimat Wallgau trägt man sie auf Händen. © dpa
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Und auch die WM-Maskottchen 2007 namens "Bumsi" ließen sie hoch leben. © dpa
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Lena mit Hund Rocky © dpa
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Miss Neuner mit ihrer "Sportlerin des Jahres 2007"-Trophäe. © dpa
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Sie muss eine große Vitrine haben. © dpa
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Auch beim harten Training hat sie immer ein Lächeln übrig. © dpa
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Lena (r.) posiert mit den Alpin-Skifahrerinnen Maria Riesch (v-l), Kathrin Hölzl und Monika Bergmann-Schmudere vor der Allianz Arena. © dpa
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Ist echt! Lena macht die Probe aufs Exempel. © dpa
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Im Dezember 2011 kündigte Neuner ihr Karriereende für Frühjahr 2012 an. Sie wolle sich neu orientieren und mal etwas anderes ausprobieren, erklärte die Biathletin. © dpa

Greis hatte sogar Chancen auf den Sieg, setzte aber den letzten der insgesamt 20 Schüsse daneben und musste zum dritten Mal in die Strafrunde. Peiffer und Birnbacher stürzten auf der Schlussrunde und verloren einige Sekunden.

Andrea Henkel (Foto) landete hinter Magdalena Neuner auf dem dritten Platz.

Neuner nutzte die im Gesamtweltcup führende Finnin Kaisa Mäkäräinen auf der Schlussrunde als willkommenes Zugpferd („Kaisa war mir eine große Hilfe“) auf der Jagd nach Henkels Bestzeit, die sich die Lokalmatadorin vor allem am Schießstand erarbeitet hatte. „Ich habe noch nie nach einem Treffer gerastet. Aber ich habe den Wind gespürt und gedacht, ich mache es diesmal, bevor ich den Fehler schieße“, erklärte die 33-Jährige ihre taktische Meisterleistung im Liegendschießen, die auch Frauen-Trainer Gerald Hönig begeisterte: „Das hat sie stark gemacht.“ Henkel hatte die Einstellung an ihrem Gewehr zwischen dem ersten und zweiten Schuss verändert.

Dass letztlich die Norwegerin Ann Kristin Flatland ihren ersten Weltcupsieg mit 5,7 Sekunden Vorsprung auf Neuner und 15,2 Sekunden vor Henkel feierte, störte das deutsche Duo wenig: „Die Flatland muss man immer auf der Rechnung haben“, sagte Neuner. So wie auch die Doppel-Olympasiegerin. „Ich war nicht ganz so nervös wie zuletzt. Heute haben wir uns zeigen können“, sagte Neuner. Der sechste Platz in der Staffel nach rekordverdächtigen neun Strafrunden war da schon wieder Schnee von gestern.

Henkel zeigte sich nach dem ersten Podiumsplatz des Winters beim Heimspiel sichtlich erleichtert: „Schön, dass es ausgerechnet hier geklappt hat“, sagte die zweifache Olympiasieger von 2002 in Salt Lake City: „Das ist der Reiz im Biathlon: Man weiß nie, was morgen passiert.“ Auch bei ihrem 12. Auftritt in Oberhof sprühte Henkel vor Begeisterung für ihren Sport: „Es ist einfach interessant, wenn man es beim Schießen mit Nachdenken schafft, den Wind zu beherrschen.“

Einmal mehr als Henkel musste Neuner in die Strafrunde („Liegend war ein Leichtsinnsfehler“), doch wie schon beim Sprintsieg in Pokljuka überragte die 23-Jährige in der Loipe. „Die letzte Runde war nur noch Vollgas“, sagte Neuner, die trotzdem mit Köpfchen in den schweren Anstieg am Birxstieg ging und nicht zu früh wichtige Körner verschoss. Auch das ein Zeichen von Klasse. Hinweis an die Redaktionen: Wir überholen die Zusammenfassung nach dem Massenstart der Frauen gegen 19.30 Uhr.

sid

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