Weniger Streiks

2016 bringt reale Verdienstzuwächse für Tarifbeschäftigte

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Zahlreiche Tarifbeschäftigte können sich dieses Jahr über Abschlüsse meist oberhalb der Inflationsrate freuen. Foto: Arno Burgi

Die niedrige Inflation macht es möglich: Auch bei Tarifabschlüssen zwischen sonst eher mageren 1,5 und 3 Prozent bleibt für die Arbeitnehmer am Ende deutlich mehr Geld im Portemonnaie übrig.

Düsseldorf (dpa) - Die Lohnrunde 2016 hat den Tarifbeschäftigten nach einer ersten Bilanz überwiegend spürbar mehr Geld im Portemonnaie gelassen.

Wegen der sehr niedrigen Inflation sei auf das ganze Jahr gerechnet "mit einer realen Steigerung der Tarifverdienste von bis zu zwei Prozent zu rechnen", fasste Reinhard Bispinck vom WSI-Tarifarchiv der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf am Dienstag den Ausgang der Tarifrunde zusammen.

Die Abschlüsse sahen für 2016 laut WSI in den meisten Branchen Lohn- und Gehaltssteigerungen zwischen 1,5 und 3 Prozent vor - mit einem Schwerpunkt um 2,5 Prozent. Der Anstieg der Verbraucherpreise lag dagegen mit 0,5 Prozent weiter auf sehr niedrigem Niveau, so dass auch nach Abzug der Inflationsrate Einiges für die Beschäftigten übrig blieb. Auch für das kommende Jahr liegen in verschiedenen Branchen bereits Abschlüsse vor, die zwischen 1,7 und 2,4 Prozent liegen.

Dabei verlief die Tarifrunde deutlich friedlicher als im Vorjahr. Im ersten Halbjahr waren nach Schätzungen des WSI "nur" rund 405 000 streikbedingte Ausfalltage zu verzeichnen. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2015 waren es rund 2 Millionen.

Erst am Montag hatten sich die Deutsche Bahn sowie die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft auf ein Tarifpaket geeinigt und damit die Gefahr von Warnstreiks bei der Bahn vor Weihnachten gebannt. Das Paket sieht eine Tariferhöhung von 2,5 Prozent ab April 2017 und eine weitere Anhebung um 2,6 Prozent ab Januar 2018 vor. Das Besondere: Bei der zweiten Erhöhung können die Arbeitnehmer wählen zwischen 2,6 Prozent mehr Geld, einer Stunde weniger Arbeit pro Woche (38 statt 39 Stunden) oder sechs Urlaubstagen mehr pro Jahr.

WSI-Mitteilung

Zurück zur Übersicht: Wirtschaft

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser