Ärzte-Einkommen steigt auf 164.000 Euro - Noch nicht genug?

Berlin - Die Praxisärzte in Deutschland ringen um spürbar mehr Geld fürs nächste Jahr. Dabei sind die Gehälter bei den Ärzten bereits bis heute weit stärker gestiegen als bei den Beitragszahlern.

Das Honorar der niedergelassenen Ärzte in Deutschland dürfte dieses Jahr auf durchschnittlich 164 000 Euro steigen. Bereits 2009 kletterte die Vergütung der rund 140 000 Praxisärzte um 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, teilte der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) am Dienstag in Berlin weiter mit. Der Verband bestätigte damit einen Bericht des “Handelsblatts“. Seit 2007 war es ein Plus von 11,3 Prozent, seit 2003 sogar von mehr als 30 Prozent. Im Schnitt könnten es sogar mehr werden als 164 000 Euro vor Steuern und Abgaben, weil in der Rechnung mögliche Einnahmeerhöhungen bei Privatpatienten nicht eingerechnet seien. Die bislang letzte Erhebung des Statistischen Bundesamts kam auf 142 000 Euro im Schnitt für 2007 inklusive Einkünfte von Privatpatienten. 2003 waren es noch 126 000 Euro. Insgesamt stieg das ärztliche Honorar im vergangenen Jahr um 2,1 Milliarden auf 30,9 Milliarden Euro, so der GKV-Verband. Für dieses Jahr gehen die Kassen von einem Anstieg auf 32,1 Milliarden Euro aus. Im kommenden Jahr sollen die Ärzte nach Angaben der Koalition erneut über 1 Milliarde Euro mehr bekommen. In Verhandlungen mit den Kassen versuchen die Ärzte derzeit, möglichst viel herauszuholen, um die Ungleichverteilung der jüngsten Erhöhungen zwischen den Bundesländern auszugleichen. In Niedersachsen gab es 2009 mit einem Plus von 17,4 Prozent den größten Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr, berichtete der Verband. Es folgten Sachsen-Anhalt (+ 16,0 Prozent), Berlin (+ 15,6), Hamburg (+ 14,9) und Thüringen (+ 14,1). Nur die Ärzte in Baden-Württemberg mussten demnach ein Minus hinnehmen, nämlich 1,5 Prozent. In Bayern gab es 2,4 Prozent mehr. Die Einnahmen der Kassen-Mitglieder seien in den vergangenen Jahren weit schwächer gestiegen. An diesem Mittwoch wollen die Hausärzte bekanntgeben, wie sie gegen Sparpläne von Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) protestieren wollen. Sie wehren sich gegen die von der Koalition vorgesehene Begrenzung künftiger Honorarerhöhungen. Die letzte amtliche Statistik aus dem Jahr 2007 weist für die Hausärzte ein Durchschnittseinkommen von 116 000 Euro aus. Der Deutsche Hausärzteverband warf Rösler vor, die Basis für eine wohnortnahe Versorgung auszuhöhlen. # dpa-Notizblock

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