Arbeitslosenquote bei soliden 3,0 Prozent

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Rosenheim - Das Jahr 2012 verabschiedet sich mit einer wirtschaftlich soliden Arbeitslosenquote von 3,0 Prozent für Dezember. Die Zahl der Arbeitslosen blieb das ganze Jahr auf einem niedrigen Stand.

Sehen Sie auch:

Jakob Grau, kommissarischer Leiter der Rosenheimer Arbeitsagentur in seiner Rückschau auf den Arbeitsmarkt des vergangenen Jahres: „Trotz der saisonalen Winterarbeitslosigkeit in den ersten beiden Monaten des Jahres 2012 lag die Arbeitslosenquote bis Mai immer unter dem Vorjahreswert, allerdings schrumpfte der Abstand Monat für Monat, bis sich mit den Juni-Daten das Blatt wendete, seitdem lag die Arbeitslosenquote immer, wie auch jetzt im Dezember, geringfügig über dem Vorjahresergebnis. Die Stimmung auf dem Arbeitsmarkt blieb trotzdem das ganze Jahr über gut, auch wenn sich ab der Jahresmitte eine gewisse Stagnation einstellte. An der absoluten Zahl der Arbeitslosen kann man diese Entwicklung nicht direkt ablesen, aber im monatlichen Vergleich mit dem Vorjahr ist die „Verschnaufpause“ auf dem Arbeitsmarkt deutlich zu erkennen. So waren im Januar 2012 mit 9640 Erwerbslosen fast 1400 Personen weniger gemeldet als im Januar 2011, im November dagegen waren es 660 mehr und im Dezember 530 mehr als im Vorjahresvergleich. Die durchweg niedrige Arbeitslosenquote spiegelt die positive Lage auf dem Arbeitsmarkt wieder. Sie blieb immer unter der Vier-Prozent-Marke und erreichte mit 2,7 Prozent im Oktober den niedrigsten Stand in diesem Jahr. Jetzt im Dezember liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 3,0 Prozent.“

- Die Zahlen für ganz Deutschland

- Die Zahlen für Bayern

- Die Zahlen für Traunstein, Berchtesgaden und den Bereich Innsalzach

Grau weiter: „Das Ergebnis ist für den Monat Dezember (Stichtag 13.12.2012) ausgesprochen positiv. Hauptverantwortlich dafür ist das gute Wetter, das von Mitte November bis Mitte Dezember vorherrschte, mit sonnigen, warmen Tagen, wenig Nachtfrost und kaum Niederschlag. Es trug dazu bei, dass die übliche, witterungsbedingte Winterarbeitslosigkeit noch nicht in vollem Umfang eingesetzt hat. Zum Stichtag waren insgesamt 8230 Erwerbslose gemeldet. Nach den heftigen Schneefällen, die Mitte Dezember einsetzten, erfolgten aber sofort Arbeitssuchendmeldungen von Beschäftigten in Außenberufen wie dem Bauhaupt- und Baunebengewerbe, vom Straßenbau sowie der Land- und Forstwirtschaft. Bei ihnen tritt die Arbeitslosigkeit größtenteils erst nach den Weihnachtsfeiertagen, also nach dem statistischen Dezember-Zähltag, ein. Üblicherweise haben die meisten eine Wiedereinstellungszusage des bisherigen Arbeitgebers mit dabei. Im Januar ist daher - wie auch sonst üblich - mit höheren Arbeitslosenzahlen zu rechnen.“

In den Wintermonaten überwiegt rein witterungsbedingt die Arbeitslosigkeit bei den Männern. Die Betroffenheit der insgesamt 8230 gemeldeten Erwerbslosen ergibt folgendes Bild: 4330 sind Männern, das entspricht einem Anteil von 52,7 Prozent; 3890 sind Frauen, das wiederum entspricht 47,3 Prozent aller Arbeitslosen.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen: Die erwerbslosen Bürgerinnen und Bürger werden entweder von der Agentur für Arbeit oder den Jobcentern betreut. Die Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit sind zuständig für 4670 Männer und Frauen die Arbeitslosengeld I (Alg I) nach dem Sozialgesetzbuch III (SGB III) erhalten, sowie für Arbeitslose, die keine Beschäftigung haben und keinerlei finanzielle Leistungen bekommen. 3550 Menschen fallen unter die Regelungen des Sozialgesetzbuches II (SGB II). Sie werden von den jeweiligen Jobcentern in der Stadt Rosenheim, sowie in den Landkreisen Rosenheim und Bad Tölz-Wolfratshausen, beziehungsweise dem Jobcenter der optierenden Kommune Miesbach betreut. Interessant ist hier der Vergleich mit dem Vorjahr: Im Rechtskreis des SGB III ist die Zahl der Arbeitslosen um 610 höher als im Dezember 2011, im Rechtskreis SGB II dagegen um erfreuliche 75 niedriger.

Der Arbeitsmarkt im Jahresverlauf: Im Februar hatte der Agenturbezirk Rosenheim mit 9910 Erwerbslosen den Höchststand bei der Arbeitslosigkeit, es errechnete sich eine Arbeitslosenquote von 3,7 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen lag zu diesem Zeitpunkt noch um circa 900 unter dem Vorjahreswert. Die „Zugänge“ aus einer Erwerbstätigkeit heraus, also von Personen, die sich neu oder erneut nach einer Beschäftigung arbeitslos gemeldet haben, bewegten sich das ganze Jahr über auf niedrigem Niveau. Grau dazu: „Die vielen Klein- und Mittelbetriebe hier in der Region haben ihren Beschäftigtenstand in gewohnter Größe beibehalten. Zu Einstellungen in größerem Stil ist es nicht gekommen, da gerade die Branchen Fachkräftebedarf haben, in denen Bewerbermangel herrscht. Seit Juli blieb daher die Zahl der „Abmeldungen“ in Arbeit hinter den „Zugängen“ zurück. Hieraus ergibt sich rein rechnerisch ein moderater Anstieg bei der Zahl der Arbeitslosen. Die Gesamtsituation lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Arbeitnehmer verlieren seltener ihren Arbeitsplatz, für Arbeitslose wird es aber wieder etwas schwieriger eine neue Stelle zu finden.“

Vom relativ stabilen Arbeitsmarkt konnten die Jugendlichen unter 25 Jahren nicht mehr so stark profitierten wie im Vorjahr. Im August waren etwas über 1000 Jugendliche unter 25 Jahren ohne Job. Bereits im Oktober fiel deren Zahl aber bereits wieder auf die Hälfte. Junge Leute melden sich häufig für „Zwischenzeiten“ arbeitslos, zum Beispiel, wenn sie die Berufsausbildung beendet haben, bis zum Start der BOS (Berufsoberschule). Im Jahresdurchschnitt waren 765 Jugendliche unter 25 Jahren von Arbeitslosigkeit betroffen, 40 mehr als im Vorjahr. Es errechnet sich eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von 2,2 Prozent. Ein super Ergebnis im europaweiten Vergleich.

Bei den Älteren (55 Jahre und älter) waren im Jahresdurchschnitt 1980 Arbeitslose gemeldet, 70 weniger als im Jahr 2011.

Insgesamt liegt die durchschnittliche Zahl der Arbeitslosen für den gesamten Agenturbezirk im Jahr 2012 mit 8330, davon 4490 SGB III-Kunden und 3845 SGB II-Kunden, um 60 unter der des Vorjahres. Es errechnet sich - wie bereits im Vorjahr - eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von 3,1 Prozent Die Arbeitslosigkeit sank - auf das Jahr gerechnet – im Rechtskreis SGB III um 50 und im SGB-II Rechtskreis um 110.

Ein kurzer Blick auf die Stellenseite: Im Dezember meldeten Betriebe und Verwaltungen der Agentur für Arbeit 780 zu besetzende Stellen, darunter 720 sozialversicherungspflichtige. Im Laufe der letzten zwölf Monate gingen insgesamt knapp 12.000 freie Arbeitsplätze, davon 11.200 sozialver- sicherungspflichtige bei den Arbeitsvermittlern im Arbeitgeber-Service ein. Das waren 680 weniger als im Jahr 2011, auch dies ein Zeichen für die eher abwartende Haltung der Betriebe. Zum Zähltag (13. Dezember) gab es insgesamt fast 2600 zu besetzende Arbeitsangebote, die größtenteils auch in der Jobbörse unter www.arbeitsagentur.de zu finden sind.

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

  • Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 4,6 Prozent (Vorjahr 4,3 Prozent). Derzeit sind 1486 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 42 auf 595. Für 891 SGB II-Kunden ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Jahresdurchschnittlich waren 1568 Menschen im Bereich der Stadt Rosen-heim ohne Beschäftigung, es errechnet sich eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent. (Vorjahr: ebenfalls 4,9 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich in beiden Rechtskreisen minimal.
  • Der Landkreis Rosenheim hat aktuell eine Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent (Vorjahr 3,0 Prozent). Hier sind 2 103 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 151 mehr als im Vormonat. Darüber hinaus kümmert sich das Jobcenter Landkreis Rosenheim um 1440 Erwerbslose SGB II-Kunden, 37 weniger als im November. Die Zahl der Arbeitsloseninsgesamt für den Landkreis liegt demzufolge bei 3543. Im Jahresdurchschnitt waren 3612 Personen im Landkreis ohne Erwerbstätigkeit. Die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt beträgt 2,8 Prozent. (keine Veränderung zum Vorjahr). Die beiden Rechtskreise verzeichneten leicht unterschiedliche Ergebnisse. Im SGB III-Bereich ist der jahresdurchschnittliche Bestand um 26 höher, im SGB II-Bereich dagegen um 29 niedriger als im Vorjahr.
  • Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im Dezember mit 2,8 Prozent (Vorjahr 2,6 Prozent) eine gleich niedrige Quote wie der Landkreis Rosenheim aus. 1766 Bürger sind beschäftigungslos. Davon sind 1041 Männer und Frauen, 128 mehr als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 725, das sind 18 mehr als im November, werden vom Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen betreut. 1753 Menschen waren im Jahresdurchschnitt im Bereich des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen ohne Beschäftigung, die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt liegt bei 2,8 Prozent (Vorjahr: 2,7 Prozent). In beiden Rechtskreisen wurde ein Plus bei der Arbeitslosigkeit verzeichnet, allerdings zahlenmäßig unterschiedlich (SGB III-Bereich plus 58; SGB II-Bereich plus sechs).
  • Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1430 Bürger ohne Erwerbstätigkeit, was einer Quote von 2,9 Prozent (Vorjahr ebenfalls 2,9 Prozent) entspricht. Davon sind 934 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 71 mehr als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach mit seinem Jobcenter alleine zuständig. Hier werden 496 Arbeitslose betreut, 19 mehr als im Vormonat. Jahresdurchschnittlich waren 1402 Menschen ohne Erwerbstätigkeit im Bezirk des Landkreises Miesbach gemeldet, die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt liegt bei 2,9 Prozent (Vorjahr: 3,2 Prozent). Gegenüber dem Vorjahr konnte in beiden Rechtskreisen (SGB III: minus 42; SGB II: minus 90) ein Rückgang der Arbeitslosigkeit verzeichnet werden.

Allgemeine Hinweise:

  • Ab Berichtsmonat Mai 2012 wurden die Bezugsgrößen zur Berechnung der Arbeitslosenquote aktualisiert.
  • Seit Berichtsmonat März 2011 ist die statistische Berichterstattung zu Arbeitslosigkeit und Arbeitsuche auf eine integrierte Datenbasis umgestellt. Die Daten aus VerBIS und XSozial werden in den Statistik-IT-Verfahren nun so zusammengeführt, dass ein zutreffender Verlauf der einzelnen Arbeitslosigkeitsperioden zugrundegelegt wird – auch dann, wenn Arbeitslose in einen anderen Trägerbezirk wechseln. Insbesondere können durch das neue Verfahren Doppelerfassungen von Arbeitslosen vermieden werden.

Pressemitteilung Agentur für Arbeit Rosenheim

Rubriklistenbild: © pa

Zurück zur Übersicht: Wirtschaft

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser