Arbeitsmarktbericht März der Agentur für Arbeit Rosenheim

Frühjahrsaufschwung auf dem regionalen Arbeitsmarkt

Rosenheim - „Die Zahl der Arbeitslosen ist von 8 850 im Februar auf nun 8 180 zurückgegangen und erreicht damit einen historisch niedrigen Wert für einen Monat März. Nur zu Beginn der 80er Jahre lag die statistisch erfasste Zahl an Arbeitslosen darunter,“ so Dr. Nicole Cujai, Chefin der Rosenheimer Arbeitsagentur.

Cujai weiter: „Wir haben damit, begünstigt durch die gute Konjunktur und den schneearmen Winter, einen „vorgezogenen“ Frühjahrsaufschwung. Durch die milde Witterung - Minustemperaturen im zweistelligen Bereich gab es nur kurze Zeit - hat ein Teil der sogenannten „Wiedereinsteller“ des Bau- und Baunebengewerbes, einschließlich des damit verbundenen Transportwesens, die Arbeit wieder aufgenommen. Auch saisonal entlassene Beschäftigte des Garten- und Landschaftsbaus wurden im Berichtszeitraum von Mitte Februar bis Mitte März von ihren bisherigen Arbeitgebern „zurückgerufen“ und beendeten dadurch ihre Arbeitslosigkeit. Ein Blick auf die Arbeitslosenzahlen nach Berufsgruppen verdeutlicht aber, dass noch nicht alle Betriebe in vollem Umfang die (Wieder-)Einstellungen getätigt haben, manche warten noch die jahreszeitlich frühen Osterfeiertage ab. In der Hotellerie und Gastronomie hat die Saison noch nicht wieder eingesetzt, hier sind nach wie vor viele weiterhin arbeitslos gemeldet.“

Gerade bei einem guten Arbeitsmarkt gibt es Monat für Monat viel Bewegung. Dies spiegelt sich im Zugang in die Arbeitslosigkeit und in besonderem Maße in den Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit. Im Bereich der Arbeitsagentur Rosenheim, der die kreisfreie Stadt Rosenheim sowie die Landkreise Rosenheim, Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen umfasst, haben sich 3 270 Männer und Frauen aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet, davon 1 580 in Arbeit. Im gleichen Zeitraum haben sich 2 630 neu oder erneut arbeitslos gemeldet, davon 1 230 aus einer vorhergehenden Beschäftigung heraus.

Die Arbeitslosenquote ist mit einem Minus von 0,2 Prozentpunkten von Februar auf März schon jetzt auf 2,8 Prozent zurückgegangen. Im Vorjahr lag die Arbeitslosenquote noch bei 3,0 Prozent. Da im Winter immer deutlich mehr Männer als Frauen arbeitslos gemeldet sind, ist auch die Arbeitslosenquote bei den Männern mit 3,1 Prozent höher als bei den Frauen, mit aktuell 2,4 Prozent. Mit Blick auf die Zahlen wird die geschlechterspezifische Arbeitslosigkeit noch deutlicher: Im Februar waren 5 210 Männer arbeitslos gemeldet, jetzt waren es am Stichtag noch 4 710, also 500 weniger. Bei den Frauen wurden im Februar 3 630 als arbeitslos erfasst, ihre Zahl ist lediglich um 160 auf 3 480 zurückgegangen.

Die Wirtschaft im Agenturbezirk Rosenheim läuft gut, entsprechend positiv sieht es mit den Stellenmeldungen aus. Im Berichtszeitraum (13. Februar bis 13. März) wurden der Agentur für Arbeit 1 640 Arbeitsstellen gemeldet, die meisten, nämlich 1 570, sind für eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Am statistischen Zähltag (13.03.2018) gab es 4 830 Arbeitsangebote, ein neuer Höchstwert für den Monat März und damit ein deutliches Signal für einen kräftigen Frühjahrsaufschwung. Die Stellenausschreibungen erfolgen zu fast 85 Prozent für unbefristete Anstellungen und sind zu über 90 Prozent für einen sofortigen Arbeitsantritt. Alle Berufsbereiche, die mit Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung zu tun haben, führen das Feld mit 1 310 offenen Arbeitsstellen an, gefolgt mit über 900 zu besetzenden Stellen für kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb und Tourismus. 

An dritter Stelle rangieren Berufsbilder aus den Bereichen Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung mit insgesamt 830 Angeboten. Die Berufe, die gesucht werden, sind sehr unterschiedlich, denn auch die Unternehmen hier in der Region weisen eine große Branchenvielfalt auf. Viele sind inhabergeführt und gehören von der Betriebsgröße her zu den sogenannten KMU-Betrieben (Klein- und Mittelbetriebe). Über 80 Prozent der hier ansässigen Betriebe haben sogar nur zehn Beschäftigte oder weniger. Die Firmen sind aber gut am Markt positioniert, dies belegen die neuesten Daten (Stand September 2017) der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nach dem Arbeitsortsprinzip, d.h. der tatsächlichen Arbeitsplätze im Agenturbezirk Rosenheim. Hier ist die Beschäftigung erneut deutlich angestiegen und zwar von 187 350 auf 191 806. Der Anstieg zieht sich durch alle Alters- und Personengruppen. Am deutlichsten hat die Beschäftigung bei den Menschen über 50 Jahren zugenommen und zwar von 54 463 auf 57 760.

Daten vom Ausbildungsstellenmarkt für den Ausbildungsbeginn im Herbst:

Seit Oktober letzten Jahres haben sich 2 710 Jungen und Mädchen für eine betriebliche Ausbildung vormerken lassen, 90 weniger als im letzten Jahr um diese Zeit. Aktuell suchen noch 1 510 Jugendliche für den Herbst eine Lehrstelle. Auf der Stellenseite sieht es wie folgt aus: 3 000 Ausbildungsstellen wurden von Industrie- und Handwerksbetrieben, Verwaltungen und den so genannten freien Berufen wie Ärzten, Rechtsanwälten, Steuerberatern etc. der Agentur für Arbeit gemeldet, 1 760 davon sind noch zu besetzen.

Cujai zum Ausbildungsstellenmarkt: „Die Situation ist für Jugendliche ausgesprochen gut. Sie haben beste Chancen, eine betriebliche Ausbildungsstelle zu bekommen. Bei vielen Betrieben stehen nicht mehr die Noten im Vordergrund, sondern eine ansprechende Form der Bewerbung, das Engagement der Jungs und Mädchen und die Kenntnisse über den Beruf, für den man sich bewirbt. Denn die Palette der angebotenen Berufe ist vielfältig, sie reicht sprichwörtlich von A-Z. Ich greife beispielhaft nur ein paar heraus (es gilt jeweils auch die weibliche Form): Industriemechaniker, Kfz-Mechatroniker, Elektroniker - Energie-/Gebäudetechnik, Koch, Anlagenmechaniker für Sanitär/Heizung/Klima, Kaufmann im Einzelhandel (mit einer großen Branchenvielfalt), aber auch Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, Hotel- und Restaurantfachmann, Steuerfachangestellte, medizinische und zahnmedizinische Fachangestellte, und.. und.. und. Ich möchte daher alle Jugendlichen – auch ältere, die bis dato nach der Schulzeit nur gejobbt oder ein Studium abgebrochen haben – ermuntern: Nutzt die gute Lage und beginnt mit einer betrieblichen Ausbildung, sie ist die Basis für alle weiteren beruflichen und/oder schulischen Schritte, bis hin zum Studium.“

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

  • Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent (Vormonat 4,6 und Vorjahr 4,9 Prozent). Derzeit sind 1 502 Bürger/innen ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 94 auf 720. Für 782 arbeitslose SGB II-Kunden, 5 mehr als im Februar, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2 411 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 877 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben. 
  • Der Landkreis Rosenheim hat aktuell eine Arbeitslosenquote von 2,5 Prozent (Vormonat 2,8 und Vorjahr 2,7 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis liegt bei 3 533. 2 191 Männer und Frauen sind bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 324 weniger als im Vormonat. Darüber hinaus kümmert sich das Jobcenter Landkreis Rosenheim um 1 342 arbeitslose SGB II-Kunden, 7 mehr als im Februar. Insgesamt betreut das Jobcenter 3 629 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2 881 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben. 

Pressemitteilung: Arbeitsmarktbericht März der Agentur für Arbeit Traunstein

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