Weiterhin robuster Arbeitsmarkt

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Rosenheim - Das Jahr 2014 verabschiedete sich mit einer guten Arbeitslosenquote: Die errechnete Arbeitslosenquote blieb mit einem Wert von 3,0 Prozent unter der des Vorjahres.

Dr. Nicole Cujai, Leiterin der Rosenheimer Arbeitsagentur in ihrer Rückschau auf den Arbeitsmarkt 2014: „Die saisonale Winterarbeitslosigkeit konnte im vergangenen Jahr relativ früh abgebaut werden. Bereits mit den Märzdaten sank die Zahl der Arbeitslosen deutlich unter die Zehntausender-Marke (9 500), und auch die errechnete Arbeitslosenquote blieb mit einem Wert von 3,4 Prozent unter der des Vorjahres. Das schöne Wetter beflügelte den Arbeitsmarkt, so dass die Arbeitslosenquote im Mai erstmals unter 3 Prozent fiel (2,9 Prozent). Seitdem konnten wir Monat für Monat immer eine gute Arbeitslosenquote vermelden, die zwischen 2,8 Prozent in den Monaten Juni und Oktober und 3,0 Prozent in den Urlaubsmonaten August und September lag. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist in allen Gebietskörperschaften des Agenturbezirkes (kreisfreie Stadt Rosenheim, Landkreise Rosenheim, Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen) mit fast 175 000 so hoch wie nie. Trotzdem bleibt es insbesondere für Langzeitarbeitslose, Ältere ab 55 Jahren und junge Menschen ohne Berufsabschluss schwierig, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen und dauerhaft in Beschäftigung zu bleiben.“ Cujai weiter mit dem Jahresrückblick: „Der Februarmonat war mit 10 290 statistisch erfassten Erwerbslosen der Monat mit der höchsten Arbeitslosenzahl. Bis zum Juni sank die Zahl auf 7 920 Betroffene. Die Folgemonate waren geprägt von einem leichten Auf und Ab bis im Oktober mit 7 860 Arbeitslosen der niedrigste Stand erreicht wurde. Die durchweg niedrige Arbeitslosenquote (wie in den beiden Vorjahren nie über 4 Prozent) spiegelt die insgesamt stabile Lage auf dem Arbeitsmarkt wider.“

Cujai zu den Dezemberzahlen: „Das Jahr 2014 verabschiedet sich mit einer guten Arbeitslosenquote von 3,0 Prozent bei 8 510 erfassten Erwerbslosen. Verantwortlich für dieses gute Ergebnis zeichnet – ähnlich wie im Dezember 2013 – das gute Wetter bis einschließlich elften Dezember, dem statistischen Zähltag. Die ausgesprochen milden Temperaturen, wenig Nachtfrost und kaum Niederschlag ermöglichten die Fortführung und/oder Fertigstellung von Arbeiten im Außenbereich. Das heißt, die saisonale Winterarbeitslosigkeit hatte bis zum Stichtag (11.12.2014) noch nicht wirklich eingesetzt. Bei den Beschäftigten in Außenberufen wie dem Bauhaupt- und Baunebengewerbe, dem Straßenbau sowie der Land- und Forstwirtschaft tritt die Arbeitslosigkeit größtenteils erst nach den Weihnachtsfeiertagen ein. Im Januar ist daher – wie alljährlich – mit höheren Arbeitslosenzahlen zu rechnen.“

Ein Blick auf die „Bewegungsdaten“, sprich die Zu- und Abgänge im Jahresverlauf zeigt, dass sich im Agenturbezirk Rosenheim Monat für Monat zwischen 3 940 (Höchststand Januar 2014) und 2 110 (niedrigster Stand Juni 2014) Menschen arbeitslos gemeldet haben. Das ergibt in der Summe fast 32 000 Zugänge in die Arbeitslosigkeit, darunter 16 840 aus einer Erwerbstätigkeit heraus. Cujai dazu: „Die wirtschaftliche Lage der Betriebe hier in der Region war das ganze Jahr über sehr stabil. Die meisten haben ihren Beschäftigtenstand gehalten oder sogar moderat ausgebaut, zu größeren Einstellungen aus dem Pool der Arbeitslosen ist es allerdings nicht gekommen. Die Zahl der Abmeldungen in Arbeit blieb daher, mit Ausnahme der Monate März, April und Mai, hinter den Zugängen zurück. Insgesamt konnten 13 740 Abgänge aus der Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit verzeichnet werden.

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen: Jugendliche unter 25 Jahren waren im vergangenen Jahr etwas stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als in den beiden Jahren davor. Im Jahresdurchschnitt waren 860 (30 mehr als im Vorjahr) Jugendliche unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Bei der Altersgruppe der Älteren, 55 Jahre und älter, gab es wenig Veränderung zum Vorjahr, hier waren im Schnitt 2 090 Arbeitslose gemeldet. Bei den Langzeitarbeitslosen errechnet sich ein Jahresdurchschnitt von 2 030 Betroffenen, 60 mehr als im Vorjahr.

Insgesamt liegt die durchschnittliche Zahl der Arbeitslosen für den gesamten Agenturbezirk im Jahr 2014 mit 8 670, davon 4 870 SGB III-Kunden und 3 800 SGB II-Kunden, um 25 unter der des Vorjahres. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote für das Jahr 2014 liegt bei 3,1 Prozent.

Im Januar 2015 jährt sich zum zehnten Mal die Einführung des Sozialge-setzbuches II (SGB II), vielen bekannt auch als Hartz IV. Die Rosenheimer Agenturleiterin zur größten Sozialreform in der Geschichte der Bundesrepublik: „Im Jahr 2005 wurden die frühere Sozialhilfe (Zuständigkeit lag beim Sozialamt) und die Arbeitslosenhilfe, die von den Arbeitsämtern ausbezahlt wurde, völlig neu geregelt. Die beiden Leistungen wurden zusammengeführt, das Sozialgesetzbuch II trat in Kraft. Für die Betreuung der Arbeitslosen sind seitdem die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter (vormals ARGEn) zuständig. In den Jobcentern arbeiten kommunale Mitarbeiter und Beschäftigte der Bundesagentur für Arbeit direkt zusammen, daneben gibt es sogenannte Optionskommunen. Der Landkreis Miesbach ist so eine Optionskommune, das heißt, sie betreut die SGB II-Kunden in eigener Zuständigkeit. Rückblickend kann ich sagen: Die Reform hat positive Wirkungen gehabt! Gab es im Agenturbezirk zum Start des SGB II im Jahresdurchschnitt 6 050 arbeitslose SGB II-Kunden, sind es im Jahr 2014 noch 3 800 gewesen. Die Zahl der langzeitarbeitslosen SGB II-Kunden ging ebenfalls deutlich zurück und zwar von 2 850 (Jahresdurchschnitt 2007) auf 1 620 im Jahr 2014. Auch der Blick auf die Anzahl der Bedarfs-gemeinschaften und die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten zeichnet ein positives Bild. So ging die Zahl der Bedarfsgemeinschaften jahresdurchschnittlich von fast 8 000 im Jahr 2005 auf circa 7 040 (Jahresdurchschnitt 2013) zurück und die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten von 10 330 auf 8 760. Die Jobcenter bei uns im Agenturbezirk sind gut etabliert. Es erfolgt ein reger Austausch mit Institutionen wie Sozial-, Jugend- und Wohnungsamt, Schuldner-beratung, etc., sowie mit der Arbeits-agentur, insbesondere im Hinblick auf freie Arbeits-stellen.“

Zur Stellensituation insgesamt: Im Dezember meldeten Betriebe und Verwaltungen der Agentur für Arbeit 850 zu besetzende Stellen, darunter 800 sozialversiche-rungspflichtige – ein Minus von 20 im Vorjahresvergleich. Im Laufe der letzten zwölf Monate gingen insgesamt 11 590 freie Arbeitsplätze, davon 10 810 sozialversiche-rungspflichtige, ein, über 400 mehr als im Jahr 2013. Zum Zähltag (11. Dezember) gab es insgesamt 2 770 zu besetzende Arbeitsangebote, die größtenteils auch in der Job-börse unter www.arbeitsagentur.de zu finden sind.

Der Arbeitsmarkt In den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

  • Für die Stadt Rosenheim errechnet sich im Dezember eine Arbeitslosenquote von 5,0 Prozent (Vorjahr 4,9 Prozent). Derzeit sind 1 674 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, sank die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um 56 auf 652. Für 1 022 (plus 10) SGB II-Kunden ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Jahresdurchschnittlich waren 1 704 Menschen im Bereich der Stadt Rosen-heim ohne Beschäftigung, es errechnet sich eine durchschnittliche Arbeits-losenquote von 5,1 Prozent. (Vorjahr: 5,0 Prozent). Die beiden Rechtskreise verzeichneten folgende Ergebnisse. Im SGB III-Bereich ist der jahresdurch-schnittliche Bestand um zwölf und im SGB II-Bereich um 59 höher als im Vorjahr.
  • Der Landkreis Rosenheim hat wie im Vorjahr eine Arbeitslosenquote von 2,7 Prozent. Hier sind 2 113 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 161 mehr als im Vormonat. Darüber hinaus kümmert sich das Jobcenter Landkreis Rosenheim um 1 448 Erwerbslose SGB II-Kunden, 19 weniger als im November. Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis liegt demzufolge bei 3 561. Im Jahresdurchschnitt waren 3 672 Personen im Landkreis ohne Erwerbs-tätigkeit. Die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt beträgt 2,8 Prozent. (keine Veränderung zum Vorjahr). Die beiden Rechtskreise verzeichneten unterschiedliche Ergebnisse. Im SGB III-Bereich ist der jahresdurchschnittliche „Bestand“ an Arbeitslosen um 28 niedriger, im SGB II-Bereich dagegen um 47 höher als im Vorjahr.

  • Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im Dezember eine Quote mit 2,8 Prozent (Vorjahr 2,9 Prozent) aus. 1 823 Bürger sind beschäftigungslos. Davon sind 1 089 Männer und Frauen, 86 mehr als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 734, das sind 53 mehr als im November, werden vom Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen betreut. 1 833 Menschen waren im Jahresdurchschnitt im Bereich des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen ohne Beschäftigung, die Arbeitslosenquote im Jahres-durchschnitt liegt bei 2,8 Prozent (Vorjahr: 3,0 Prozent). In beiden Rechts-kreisen wurde ein Minus bei der Arbeitslosigkeit verzeichnet, allerdings zahlen-mäßig unterschiedlich (SGB III-Bereich minus 62; SGB II-Bereich minus 47).

  • Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1 455 Bürger ohne Erwerbstätigkeit, was einer Quote von 2,9 Prozent (Vorjahr 3,1 Prozent) entspricht. Davon sind 951 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 88 mehr als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach mit seinem Jobcenter alleine zuständig. Hier werden 504 Arbeitslose betreut, 30 weniger als im Vormonat. Jahresdurchschnittlich waren 1 460 Menschen ohne Erwerbstätigkeit im Bezirk des Landkreises Miesbach gemeldet, die Arbeitslosenquote im Jahres-durchschnitt liegt bei 2,9 Prozent (Vorjahr: ebenfalls 2,9 Prozent). Die beiden Rechtskreise verzeichneten unterschiedliche Ergebnisse. Im SGB III-Bereich ist der jahresdurchschnittliche „Bestand“ an Arbeitslosen um 23 niedriger, im SGB II-Bereich dagegen um 17 höher als im Vorjahr

Pressemitteilung Agentur für Arbeit Rosenheim

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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