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Neue Dokumentation

Ein Produkt entzweite die Brüder: ARD-Film gibt seltene Einblicke ins Leben der Aldi-Gründer

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Theo Albrecht am 17. Dezember 1971.

Der Dokumentarfilm „Die Aldi-Brüder“, der am 23. Oktober im Ersten läuft, beleuchtet die Hintergründe über die Aldi-Gründer Theo und Karl Albrecht. Welches Drama sich ereignete - und welches Produkt zur Trennung führte.

München - Viel ist über die beiden öffentlichkeitsscheuen Brüder, die das Aldi-Imperium aufbauten, nicht bekannt. Natürlich kennt man die Unternehmensgeschichte, wie die Brüder nach dem zweiten Weltkrieg den Lebensmittelladen ihrer Eltern übernahmen und daraus ein Milliarden-Unternehmen machten. Auch die Trennungsgeschichte, als sie das Unternehmen 1961 in Aldi Nord und Aldi Süd aufteilten und fortan getrennt arbeiteten, kennen viele. Über ihr Privatleben gibt es jedoch wenige Informationen - das soll eine ARD-Doku nun ändern. 

Theo und Karl Albrecht, die mittlerweile beide verstorben sind, wurden häufig als Sonderlinge beschrieben. In einer ZDF-Doku, die vor einigen Jahren erschien, berichtete ein Ex-Manager von Aldi Nord, wie Theo Albrecht privat war: "Außer Umsatz, Kosten, morgens kommen, arbeiten, kontrollieren, nach Hause gehen, war bei Theo nichts drin."

Aldi Nord: Dramatische Entführung von Theo Albrecht ist Dreh- und Angelpunkt des Films

Der neue Dokumentarfilm von Regisseur Raymond Ley, der im Oktober in der ARD gesendet wird, beschäftigt sich hauptsächlich mit der Entführung des Aldi-Nord-Gründers Theo Albrecht, gespielt von Arnd Klawitter, im Jahr 1971. Die Entführer Heinz Joachim Ollenburg und Paul Kron lauerten dem Multimillionär vor dem Konzernhauptsitz in Herten auf. Als dieser als Letzter das Büro verließ, dachten sie erst nicht daran, dass er es war. Der bescheidene Theo wirkte auf sie zu ärmlich gekleidet.

Sie sprachen ihn trotzdem an und verlangten von ihm, dass er ihnen seinen Ausweis zeige, um sich zu vergewissern. Ganze 17 Tage dauerte die Entführung. Erst, als sieben Millionen D-Mark Lösegeld gezahlt wurden, wurde Theo Albrecht freigelassen. Die Entführer wurden später festgenommen und 1973 vom Landgericht Essen zu einer Freiheitsstrafe von jeweils achteinhalb Jahren verurteilt.

Aldi Nord und Aldi Süd: Tabak als Grund der Trennung 

Neben der Entführung spielt der Film immer wieder mit Rückblenden in die Jugend der Brüder und zeigt, wie sie in bescheidenen, konservativ-katholischen Verhältnissen im Essener Arbeiterviertel Schonnebeck aufwuchsen.

Der Dokumentarfilm beschreibt auch, wie sich ihr Verhältnis über die Jahre veränderte. Früher noch unzertrennlich, wurden sie nach der Trennung erbitterte Konkurrenten.

Der Grund der Trennung scheint banal. Theo wollte Tabakprodukte in das Sortiment aufnehmen, da er sich dadurch eine höher Gewinnspanne versprach. Sein Bruder Karl war dagegen. Der Streit konnte nicht mehr gelöst werden und so trennten sich die beiden. Theo übernahm die nördlichen Märkte und Karl die südlichen.

Kurios: Seit 2003 werden auch bei Aldi Süd Tabakwaren verkauft. Damals lebten beide Brüder noch. 

Authentische Charakterstudie der Aldi-Gründer

Mit aufwendigen Recherchen und vielen Gesprächen gelang es dem Regisseur erstmals, eine authentische Charakterstudie der Brüder Theo und Karl Albrecht, gespielt von Christoph Bach, zu erschaffen. Der Film beantwortet die Fragen über das Verhältnis innerhalb der Familie, wie unterschiedlich die Brüder ihre Geschäfte führten und wer erfolgreicher war.

Der 90-Minütige Film läuft am 23. Oktober um 2.10 Uhr im Ersten.

md

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