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Jobmarkt und Fachkräftemangel

Arbeitgeberpräsident: Brauchen Fachkräfte-Zuwanderung

Ein Schweißer bei der Arbeit. Laut Arbeitgeberpräsident Kramer ist der Fachkräftemangel die größte Herausforderung der Wirtschaft. Foto: Patrick Pleul/zb/dpa/Symbolbild
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Ein Schweißer bei der Arbeit. Laut Arbeitgeberpräsident Kramer ist der Fachkräftemangel die größte Herausforderung der Wirtschaft. Foto: Patrick Pleul/zb/dpa/Symbolbild

Anfang März tritt ein neues Gesetz zur Zuwanderung von Fachkräften in Kraft. Warum es aus Sicht der Arbeitgeber so wichtig ist - und welche Erwartungen sie an die Bevölkerung haben.

Berlin (dpa) - Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer sieht Deutschland in den kommenden Jahren auf die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte angewiesen.

Kramer sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Der Fachkräftemangel ist die größte Herausforderung für die Wirtschaft. Wenn wir unsere volkswirtschaftliche Leistung erhalten wollen, müssen wir ihn auch durch Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland bewältigen.» In den 2030er Jahren werde es aufgrund des demografischen Wandels sechs Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter weniger geben.

«Es ist gut, dass Politik, Wirtschaft und Gesellschaft eine Strategie zur Fachkräfteeinwanderung entwickelt haben», sagte Kramer. «Aber die Bevölkerung muss auch mitgehen. Wenn man auch künftig im Krankenhaus versorgt werden will, dann brauchen wir Zuwanderung, von Ärzten bis zum Pflegepersonal. Wenn künftig das Haus renoviert werden muss, werden das nicht nur gebürtige deutsche Handwerker machen.»

Die Zuwanderung von Fachkräften betreffe alle Regionen in Deutschland, sie werde sich nicht wie die Einwanderung von Gastarbeitern in den 50er und 60er Jahren auf große Industrieregionen wie damals das Ruhrgebiet konzentrieren. «Die Zuwanderung muss deswegen auch dort akzeptiert werden, wo bisher wenig Ausländer leben und wo man das nicht gewohnt ist. Dort aber haben wir derzeit die größten Schwierigkeiten. Der Fremde, das Unbekannte macht manchen Menschen Angst und die Angst müssen wir ihnen nehmen. Das Wichtigste ist, dass die Menschen, die zu uns kommen, schnell gut Deutsch sprechen lernen.»

Anfang März 2020 tritt das Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Kraft. Es soll qualifizierten Arbeitnehmern aus Nicht-EU-Staaten den Weg nach Deutschland erleichtern. Wirtschaftsverbände, Bundesregierung und Gewerkschaften hatten vor Weihnachten bei einem Spitzentreffen eine Absichtserklärung unterzeichnet, damit das Gesetz schnell wirken kann. So sollen Visaverfahren beschleunigt und die Möglichkeiten verbessert werden, dass Fachkräfte Deutsch lernen.

«Wir müssen weltweit besser verkaufen, dass wir ein attraktives Einwanderungsland sind», sagte Kramer. «Uns hilft dabei, dass die technischen Produkte Deutschlands weltweit einen außergewöhnlichen Ruf haben. Unser Image ist gut. Jetzt müssen wir es nur noch so wandeln, dass den Menschen klar wird: Wir werden in Deutschland gebraucht und sind willkommen.»

Auch aus Sicht von Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer gibt es einen «Riesenbedarf» an Fachkräften in Deutschland, der zurzeit nicht gedeckt werden könne. Dadurch komme es auch zu Verzögerungen etwa bei Brückensanierungen oder dem Breitbandausbau. «Wir brauchen eine gezielte Fachkräfteeinwanderung, da sind sich alle einig», hatte Wollseifer der dpa gesagt.

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