Arbeitsmarktdaten

Arbeitsmarkt: Flaute trotz milder Temperaturen

Rosenheim - Auch im Januar blieb der Wintereinbruch aus. Stattdessen herrschen eher frühlingshafte Temperaturen. Dennoch stieg die Arbeitslosenquote weiter.

Wie erwartet ist die Zahl der Arbeitslosen im Januar – trotz zunächst frühlingshafter Temperaturen – angestiegen.  Bereits im Dezember zeichnete sich ab, dass viele Firmen, deren Mitarbeiter in witterungsabhängigen Berufen tätig sind, diese entlassen werden. Viele von ihnen meldeten sich daraufhin mit einer Wiedereinstellungszusage arbeitslos. Da die Firmen, die in Außenbereichen arbeiten, fest mit einem Wintereinbruch im Januar gerechnet hatten, hatten sie die Kündigungen ausgesprochen, nur wenige wurden zurück genommen. So hat sich die Zahl der Arbeitslosen relativ deutlich von 8580 auf jetzt 10.200 im Januar erhöht, das entspricht einem Plus von 19 Prozent gegenüber dem Vormonat“, so Dr. Nicole Cujai, Leiterin der Agentur für Arbeit Rosenheim. Cujai weiter: „Ein Anstieg in dieser Größenordnung von Dezember auf Januar ist allerdings durchaus üblich. Ich hoffe aber, dass ein Großteil der so genannten „Wiedereinsteller“ sehr schnell auf die Baustellen, beziehungsweise die sonstigen witterungsabhängigen Arbeitsplätze zurückkehren. Denn die Auftragslage ist – wie uns die Firmen signalisieren – ausgesprochen gut, und das Wetter würde ja auch mitspielen.“

Die Arbeitslosenquote ist von 3,1 auf 3,7 Prozent angestiegen, im Vorjahr betrug die Januarquote ebenfalls 3,7 Prozent. Der Arbeitsmarkt in Stadt und Landkreis Rosenheim, sowie in den Landkreisen Miesbach und Bad Tölz Wolfratshausen (= Agenturbezirk Rosenheim) sei also weiterhin stabil. Die Arbeitslosenquote sei jahreszeitlich bedingt bei den Männern höher als bei den Frauen, denn in den typischen Bau- und Außenberufen würden überwiegend Männer arbeiten.  Deren Arbeitslosenquote habe sich von 3,2 Prozent im Dezember auf nunmehr 4,1 Prozent erhöht, bei den Frauen dagegen sei die Arbeitslosenquote nur um 0,2 Prozentpunkte auf 3,2 Prozent angestiegen.

Die Agenturleiterin ergänzt: „Monat für Monat schauen wir uns die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit und der älteren Arbeitslosen an. Der Januar verzerrt zwar – mit den gemeldeten Männern und Frauen, die wieder von ihrem bisherigen Arbeitgeber eingestellt werden und daher nur kurzfristig arbeitslos – das Bild, dennoch ist bei den jüngeren Menschen (Alter zwischen 15 und 25 Jahren) ein Anstieg um 28 Prozent zu verzeichnen. In Anbetracht der Diskussion um die Fachkräftegewinnung wollen wir diejenigen, die noch keine abgeschlossene Berufsausbildung haben, ansprechen und motivieren, eine Ausbildung zu machen oder den Berufsabschluss nachzuholen. Aber auch bei den älteren Arbeitnehmern und Arbeitslosen schauen wir, ob eine Qualifizierung im Rahmen einer beruflichen Fortbildung (FbW) oder über die beiden Sonderprogramme WeGebAU (Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen) und IFlaS (Initiative zur Flankierung des Strukturwandels) möglich ist. Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitsvermittler oder Ihrer Arbeitsvermittlerin über Ihre beruflichen Weiterbildungsmöglichkeiten und informieren Sie sich kostenlos im Internet unter www.arbeitsagentur.de in KURSnet."

Von den insgesamt 10.200 Arbeitslosen seien 960 (plus 60 zum Vorjahr) unter 25 Jahre alt, 2370 (plus 140 zum Vorjahr) gehören zur Altersgruppe der über 55-Jährigen, 2060 (plus 80 zum Vorjahr) sind Langzeitarbeitslose, das heißt sie seien seit einem Jahr und länger ohne beitragspflichtigen Job.

Im Berichtszeitraum (11. Dezember 2013 bis 15. Januar 2014) hätten sich im Agenturbezirk 340 Personen, 50 weniger als im Vorjahr, neu oder erneut arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat bedeute es allerdings einen Anstieg um 1260 Menschen. Viele hätten sich bereits im Laufe des Dezembers gemeldet, auch wenn ihre Arbeitslosigkeit erst nach den Weihnachtsfeiertagen eingetreten sei. Die meisten von ihnen, nämlich 2820, seien vorher erwerbstätig gewesen und hätten in den Branchen gearbeitet, die normalerweise von der Witterung abhängig seien. Einige Entlassungen erfolgten auch im kaufmännischen Bereich mit Kündigungen zum Ende des Quartals, also zum 31. Dezember 2013. Gleichzeitig hätten sich 2320 Personen wieder aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet. Cujai dazu: „Eine relativ niedrige Zahl an Arbeitsaufnahmen ist während des Jahreswechsels ganz normal, es ist einfach ruhig auf dem Arbeitsmarkt. Entscheidend wird sein, ob es noch einen massiven Wintereinbruch geben wird, denn dann ist erneut mit Freistellungen zu rechnen. Wenn allerdings das Frühjahr direkt Einzug hält, gehe ich davon aus, dass schon im nächsten Monat die Arbeitslosenzahlen wieder zurückgehen werden.“ 

Von Mitte Dezember bis Mitte Januar hätten die Arbeitsvermittler insgesamt 700 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen entgegengenommen, 80 weniger als im Vormonat. Sehr gute Beschäftigungschancen (750 offene Stellen) würde es für Fachkräfte in der Berufssparte Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung geben. Darunter fallen Jobs in der Kunststoff- und Holzverarbeitung, im gesamten Metallbereich, im Maschinenbau, in der Kfz-Technik, in der Energie- und Elektrotechnik, sowie in der gesamten Lebensmittelherstellung und –verarbeitung (auch als Koch oder Köchin). Außerdem gebe es gute Beschäftigungschancen im Handel und in der Gastronomie (420 offene Stellen), darüber hinaus aber auch im Gesundheits- und Sozialwesen, sowie in der Altenpflege (insgesamt 470 offene Stellen).

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

Für die Stadt Rosenheim errechne sich eine Arbeitslosenquote von 5,6 Prozent. Derzeit seien 1856 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut würden, hätte sich die Arbeitslosigkeit um 196 auf 852 erhöht. Für 1 004 SGB II-Kunden, 34 mehr als im Dezember, sei das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig.

Der Landkreis Rosenheim habe aktuell mit 3,3 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote im Agenturbezirk. Hier seien 2856 Männer und Frauen bei der Hauptagentur Rosenheim arbeitslos gemeldet, 718 mehr als im Vormonat. Darüber hinaus kümmere sich das Jobcenter Landkreis Rosenheim um 1 73 erwerbslose SGB II-Kunden (83 mehr als im Dezember). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis liege demzufolge bei 4329.

Pressemitteilung Agentur für Arbeit Rosenheim

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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