Arbeitsmarktbericht April Agentur für Arbeit Traunstein

Deutliche Frühjahrsbelebung und viele Ausbildungschancen

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Landkreis - Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Traunstein sank im April um 0,4 auf 3,5 Prozent, das sind 9 324 Menschen. Gerade die saisonbedingte Frühjahrsbelebung und viele Ausbildungschancen:

Im Vergleich zum März sind 1 086 Menschen weniger, das sind 10,4 Prozent und im Vergleich zum April des Vorjahres 75 oder 0,8 Prozent weniger Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. „Die Arbeitslosenquote liegt geringfügig unter dem Vorjahresniveau, die Frühjahrsbelebung auf dem regionalen Arbeitsmarkt zeigt sich deutlich“, kommentiert Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein, „obwohl die Wetterkapriolen den Bauberufen in den letzten Wochen ein wenig zugesetzt haben. Die Hotellerie bestätigte eine gute Buchungslage, wobei die Wochenendausflügler teilweise ausblieben.“

Unter den 9 324 Menschen sind 949 Arbeitslose jünger als 25 Jahre darunter 187 unter 20 Jahre. Im Vormonat waren es noch 12,4 Prozent mehr, das bedeutet, dass 134 junge Menschen wieder eine Erwerbstätigkeit oder Ausbildung aufgenommen haben. Die isolierte Arbeitslosenquote in dieser Altersgruppe beträgt 2,9 Prozent, gegenüber 3,3 Prozent im März. 3 377 Gemeldete sind zwischen 50 und 65 Jahre alt. Darunter sind 2 208 arbeitslose Menschen älter als 55 Jahre. Der isolierte Anteil dieser Altersgruppe an der Gesamtarbeitslosigkeit beträgt 36,2 Prozent. Auch in dieser Altersgruppe sind es im Vergleich zum März 364 Menschen weniger, ein Rückgang um 9,7 Prozent. Im Vorjahresvergleich sind es 16 Menschen weniger.

2 805 Neumeldungen wurden im April aufgenommen, das sind 192 mehr als im Vorjahresmonat. Hiervon meldeten sich 1 169 Menschen aus Erwerbstätigkeit, 679 aus Ausbildung oder Qualifizierung und 857 aus Nichterwerbstätigkeit Seit Jahresbeginn haben sich im Agenturbezirk Traunstein 13.550 Menschen erneut oder erstmals arbeitslos gemeldet.

Den Neumeldungen stehen 3 903 Abmeldungen gegenüber. Im April des Vorjahres waren es 125 weniger. 2 057 Menschen nahmen eine Erwerbstätigkeit auf, 656 begannen eine Ausbildung und 977 meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit ab. Der Stellenbestand im April zeigt 3 647 Angebote, das sind 218 mehr als im Vormonat und 628 mehr als im April des Vorjahres. 1 154 Stellen wurden an den Arbeitgeber-Service neu gemeldet; das sind 212 mehr als im März. Davon sind 1 082 sozialversicherungspflichtig und 174 in Teilzeit. 2 464 Stellen, das sind knapp 68 Prozent des Gesamtangebots sind aus den drei Berufsbereichen Produktion und Fertigung mit 1 268, kaufmännische Dienstleistungen, Handel und Vertrieb mit 635 Stellen und Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung mit 561 aktuellen Angeboten.

Landkreis Traunstein

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Traunstein betrug im April 3,0 Prozent, das ist ein Rückgang gegenüber März um 0,3 Prozentpunkte. Im April 2016 lag die Quote bei 3,2 Prozent. 2 802 Menschen sind arbeitslos gemeldet, das sind 98 Menschen weniger als vor einem Jahr. Im Vergleich zum Vormonat sind 305 Menschen weniger gemeldet, ein Rückgang um 9,8 Prozent. Geteilt nach Rechtskreisen gehören 1 525 Menschen zur Agentur für Arbeit (SGB III) und 1 277 zu den Kunden des Jobcenters (SGB II).

Unter den 2 802 arbeitslosen Menschen sind 323 jüngere unter 25 Jahren, das sind 24 weniger als im Vormonat. 1 032 (Vorjahr 1 050) Menschen sind älter als 50 Jahre; darunter sind 670 älter als 55 Jahre. 639 Menschen zählen zu den Langzeitarbeitslosen; innerhalb der Gesamtgruppe beträgt ihr Anteil 22,8 Prozent. In allen Teilgruppen gab es gegenüber März einen Rückgang, außer bei den Frauen, hier stieg die Anzahl geringfügig an. Aktuell sind es 26 Frauen mehr als im Vormonat. „Wir bieten eine Reihe von Service-Vorträgen speziell für Wiedereinsteigerinnen an“, so Müller, „wir wissen auch, dass es mit der beruflichen Qualifizierung allein nicht getan ist. Wenn eine Frau nach der Familienphase wieder beruflich Fuß fassen möchte, betrifft dies die ganze Familienorganisation. Das braucht Mut, Motivation und ein gewisses Maß an Beharrlichkeit“, ermutigt Müller.

1 266 (März 1 291) Menschen konnten ihre Erwerbslosigkeit beenden, 679 nahmen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf, 186 begannen eine Ausbildung und/oder Qualifizierung, 299 meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit ab. Dem stehen 960 Neumeldungen gegenüber, ein Anstieg gegenüber März um 11,9 Prozent oder 102 Menschen. Der Stellenbestand beträgt 1 132 Angebote, worunter 364 Neumeldungen sind. Im Vormonat waren es noch 114 Stellen weniger. 216 Angebote kommen allein aus dem Gastgewerbe, 252 Angebote stellen die Personaldienstleister, 107 Stellen sind im Gesundheitswesen zu besetzen und 80 Angebote im Handel. Der Ausbildungsstellenmarkt im Landkreis Traunstein bietet noch 587 unbesetzte Angebote, als unversorgt gelten noch 335 Ausbildungssuchende.

Landkreis Altötting

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Altötting betrug im April 3,4 Prozent, das sind 2 059 Menschen. Im Vormonat waren es noch 9,4 Prozent, bzw. 213 Menschen mehr. Der Vorjahresvergleich zeigt fast einen Gleichstand, ein Mensch mehr war gemeldet. Die Quote lag ebenfalls bei 3,4 Prozent. Darunter sind 44 Jugendliche unter 20 Jahren (Vormonat: 49), innerhalb der 211 unter 25 Jahren (Vormonat: 256). Die Anzahl der arbeitslosen Menschen über 50 Jahre ist mit 734 im Vergleich zum Vormonat um 62 leicht gesunken, im April des Vorjahres waren es 15 mehr. Die Anzahl der Langzeitarbeitslosen stieg im Vormonatsvergleich um 8 und sank im Vorjahresvergleich um 37, so dass aktuell 504 Menschen, 24,5 Prozent der Gesamtheit arbeitsloser Menschen zu dieser Gruppe zählen. „Wir werden nicht müde, sowohl den langzeitarbeitslosen Menschen, als auch die Arbeitgeber zu ermuntern, die jeweiligen Vorbehalte an der Wirklichkeit zu überprüfen“, so Müller „es gibt keinen einzig richtigen Weg, zurück in die Erwerbstätigkeit zu finden. Dazu sind die Lebenslagen und Gründe einfach zu verschieden“, so Müller abschließend.

599 Menschen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos. Das sind 9 Menschen weniger als im März. Die Analyse der Neumeldungen zeigt, dass 209 Menschen aus Erwerbstätigkeit kamen, 161 aus Ausbildung und 204 aus Nichterwerbstätigkeit. 812 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, davon 377 durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit. 175 Menschen begannen eine Ausbildung oder Qualifizierung und 226 Menschen meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit ab. Insgesamt teilen sich die Kunden in 965 bei der Agentur (SGB III) und 1 094 Kunden des Jobcenters (SGB II).

653 Stellenangebote sind im aktuellen Bestand, das sind 7 weniger als im März. Im Vorjahresvergleich gab es 137 Stellen mehr. Darunter sind 631 sozialversicherungspflichtige Stellen. Das Teilzeitangebot liegt mit 65 Stellen knapp unter 10,0 Prozent. Die meisten Stellen mit 134 Angeboten bieten Zeitarbeitsfirmen. Der Ausbildungsmarkt im Landkreis Altötting hat noch 329 unbesetzte Angebote in fast allen Berufsgruppen; dem stehen 321 unversorgte Bewerber gegenüber.

Landkreis Berchtesgadener Land

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Berchtesgadener Land betrug im April 4,1 Prozent, ein Rückgang um 0,8 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat März. Im April 2016 lag die Quote bei 4,4 Prozent. 2 092 Menschen sind arbeitslos gemeldet, das sind 78 weniger als im Vorjahr und 390 weniger als im Vormonat. Das entspricht einem Rückgang von 15,7 Prozent. Darunter sind 164 Jüngere unter 25 Jahren und 814 Ältere über 50 Jahre, das ist ein Anteil von 38,9 Prozent an der Gesamtheit. „Der Anteil der Älteren steigt in der Gesamtbevölkerung, bei den Beschäftigtenzahlen und bei den Arbeitslosen. Wir brauchen hier eine neue Selbstverständlichkeit bei den Arbeitgebern, dass die gesuchten Fachkräfte auch in dieser Altersgruppe zu finden sind und ebenfalls eine Selbstverständlichkeit bei den Arbeitnehmern, dass auch diesem Alter ein Neuanfang gelingen kann“, appelliert Müller. 

508 Menschen, 14 weniger als im Vormonat zählen zu den Langzeitarbeitslosen, die schon länger als ein Jahr auf der Suche nach Erwerbstätigkeit sind. Im Landkreis Berchtesgadener Land gab es im April 970 Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit, das sind 14,1 Prozent mehr als im März; darunter 774 Kunden der Agentur und 169 Kunden des Jobcenters Berchtesgadener Land. Insgesamt 603 davon nahmen eine Arbeit auf, das sind 62,1 Prozent aller Abmeldungen. 136 Menschen gingen in Ausbildung oder Qualifizierung und 171 Menschen meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit ab. 

574 Menschen meldeten sich erstmals oder wieder arbeitslos, davon 405 bei der Agentur und 169 beim Jobcenter. 968 Stellen sind im Bestand, das sind 26 mehr als im Vormonat. 305 Angebote sind im April neu aufgenommen worden. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 209 Stellen mehr. Von den 917 sozialversicherungspflichtigen Stellenangeboten sind 195 im Gastgewerbe, 93 im Handel und Instandhaltung von Kfz und 91 Stellen bietet das Gesundheits- und Sozialwesen. Der Ausbildungsstellenmarkt im Landkreis Berchtesgadener Land bietet 201 unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern ein Angebot an 411 unbesetzten Ausbildungsstellen.

Landkreis Mühldorf

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Mühldorf betrug im April 3,8 Prozent, das ist eine Senkung um 0,3 Prozentpunkte im Vormonatsvergleich. 2 371 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 178 oder 7,0 Prozent weniger als im März. Im Vorjahresvergleich unterscheidet sich die Anzahl um aktuell 102 Kunden weniger, die Quote lag bei 3,7 Prozent. Getrennt nach Rechtskreisen zählen 1 074 Kunden zur Agentur für Arbeit und 1 297 sind Kunden des Jobcenters. Aktuell sind 251 jüngere unter 25 Jahre gemeldet, wovon 64 unter 20 Jahre alt sind. Im März waren es noch 6 junge Menschen mehr. 797 Menschen sind älter als 50, darunter gehören 502 zu den Älteren über 55 Jahre. Der Vormonatsvergleich zeigt einen leichten Rückgang um 4,9 Prozent, das sind 41 Menschen. Der Vorjahresvergleich zeigt einen geringfügigen Anstieg um 28 Menschen. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen beträgt 658, ein Mensch weniger als im März, und 44 weniger im Vorjahresvergleich.

672 Neumeldungen, das sind 46 weniger als im Vormonat, und 87 mehr als im April 2016 wurden bearbeitet. Hiervon kamen 241 aus Erwerbstätigkeit, 196 meldeten sich nach Ausbildung oder Qualifizierung und 217 kamen aus Nichterwerbstätigkeit. Dem stehen 855 Abmeldungen, das sind 51 weniger als im Vormonat, gegenüber. Hiervon gingen 398 Menschen wieder in Erwerbstätigkeit. „Wir erleben, dass die Anforderungen in fast allen Berufsfeldern steigen“, erläutert Müller, „das bedeutet für die Arbeitnehmer ein stetes Dazulernen. Es gibt sehr viele verschiedene Modelle, wie eine Ausbildung auch in fortgeschrittenem Alter oder neben der Familienzeit gelingen kann“, schließt Müller.

894 Stellenangebote sind beim Arbeitgeberservice registriert, gegenüber März ist das ein Plus von 85, bzw. 10,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 180 Stellen mehr, das sind 25,2 Prozent. 294 neue Angebote wurden aufgenommen. Im Bestand sind 225 Angebote aus den Fertigungsberufen, 157 aus den Gesundheits- und Sozialberufen dazu 112 Stellen bei kaufmännischen Dienstleistungen, Handel und Vertrieb. Der Ausbildungsmarkt im Landkreis Mühldorf bietet mit 695 Angeboten 28 mehr als im Berichtsjahr davor. Hiervon waren im April noch 331 unbesetzt.

Pressemitteilung Agentur für Arbeit Traunstein

Rubriklistenbild: © dpa

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