Arbeitsmarktbericht Traunstein, Mühldorf, Altötting, Berchtesgadener Land

Arbeitslosenquote steigt vor der Wintersaison

Traunstein/Mühldorf/Altötting/Berchtesgadener Land - Gut 80 Prozent der Neumeldungen kommen aus den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land. Ein Hauptgrund hierfür ist die Betriebsruhe in Hotels und Gaststätten vor der Wintersaison.

Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Traunstein betrug im November 3,2 Prozent, eine dem Saisonende entsprechende Steigerung um 0,2 Prozentpunkte gegenüber Vormonat Oktober. 8 666 Menschen sind aktuell von Arbeitslosigkeit betroffen, das sind 713 mehr als im vergangenen Monat, ein Anstieg um 9,0 Prozent und 71 weniger als im November 2015, als die Quote bei 3,3 Prozent lag. Die Landkreisquoten im Einzelnen: Traunstein 2,8 Prozent, Altötting 3,1 Prozent, Berchtesgadener Land 4,0 Prozent und Mühldorf 3,6 Prozent. 

„Der November zeigt uns wieder deutlich, dass die beiden südlichen Landkreise weit stärker von der Saison abhängig sind, als die beiden nördlichen“, analysiert Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein, „gut 80 Prozent der Neumeldungen kommen aus den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land. Ein Hauptgrund hierfür ist die Betriebsruhe in Hotels und Gaststätten vor der Wintersaison. In den meisten Fällen ist die Wiedereinstellung zu den Weihnachtsfeiertagen schon besprochen“, so Müller abschließend. Unter den 8 666 Menschen sind 786 Jüngere unter 25 Jahren, das sind 26 mehr als im Oktober und 33 weniger als im Vorjahresmonat. 

Die isolierte Arbeitslosenquote der Jüngeren unter 25 Jahren beträgt 2,4 Prozent. „Von allen arbeitslosen Menschen gehören 9,4 Prozent zu der Gruppe der Schwerbehinderten, das sind im November 816 Personen, 26 mehr als im Oktober und 39 weniger als im Vorjahresmonat“, führt Müller aus, „hinter diesem Begriff Schwerbehinderung stehen unterschiedliche Einschränkungen. In der jetzt stattfindenden Aktionswoche für Menschen mit Schwerbehinderung wollen wir einmal mehr daran erinnern, dass die Leistungsfähigkeit eines Bewerbers von einer Schwerbehinderung oftmals gar nicht berührt wird“, so Müller abschließend. 

Bei den Langzeitarbeitslosen unterscheidet sich die Anzahl um 36 im Vormonatsvergleich, aktuell sind noch 2 338 Menschen in dieser Situation, das sind 67 weniger als im November 2015. 2 506 Menschen konnten sich im November aus Arbeitslosigkeit abmelden. Das sind 460 weniger als im Oktober. Darunter waren 787 Abmeldungen in Erwerbstätigkeit, 553 davon nahmen eine Ausbildung oder Qualifizierung auf und 1 009 meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit ab. Dem stehen 3 227 Zugänge gegenüber, darunter 1 712 aus Erwerbstätigkeit. „Das ist eine Steigerung zum Vormonat um gut 30 Prozent, ein deutliches Signal für den Beginn der Wintersaison“, erläutert Müller. Aktuell sind 3 265 Stellen im Bestand, eine Abnahme gegenüber Oktober um 126 und gegenüber Vorjahresmonat eine deutliche Zunahme um 387 Angebote. 942 Stellen sind neu gemeldet worden.

Landkreis Traunstein

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Traunstein betrug im November 2,8 Prozent, das sind 2 577 Menschen, 279 mehr als im Oktober und 84 weniger als im Vorjahresvergleich, als die Quote bei 2,9 Prozent lag. Getrennt nach Rechtskreisen gehören 1 356 Menschen zu den Kunden der Agentur für Arbeit (SGB III) und 1 221 Kunden zum Jobcenter das das SGB II umsetzt. 1 047 Menschen meldeten sich im November arbeitslos. Das sind 296 mehr als im Vormonat. Mehr als die Hälfte kam aus Erwerbstätigkeit. Unter den 2 577 Menschen sind 200 jüngere unter 25 Jahren, das sind 13 mehr als im Oktober und 53 weniger als im Vorjahresmonat. 1 021 Ältere über 50 Jahre bilden 39,6 Prozent aller Arbeitslosen. Darunter sind 647 über 55 Jahre alt. In dieser Altersgruppe sind 104 Menschen mehr als noch im Oktober. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Landkreis Traunstein beträgt 686, der Anteil an der Grundgesamtheit mit 26,6 Prozent über ein Viertel. 237 Menschen mit Schwerbehinderung sind gemeldet, 13 mehr als im Vormonat und 6 weniger im Vorjahresvergleich. „Über Inklusion wird unter vielen Aspekten ausführlich diskutiert. Gute Ideen und hohe soziale Verantwortung brauchen für den Sprung in ein Arbeitsverhältnis mit einem schwerbehinderten Bewerber zusätzlich den Willen, von Vorbehalten abzulassen und den Mut, vermeintlich unabdingbare Ansprüche zu überprüfen“, appelliert Müller. 765 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, gegenüber 893 im Vormonat. 262 davon nahmen eine Erwerbstätigkeit auf, 152 gingen in Ausbildung oder Qualifizierung und 307 meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit. 1 047 Neumeldungen sind gezählt, das sind 296 mehr als im Oktober, ein Anstieg um 39,4 Prozent. Hiervon kamen über die Hälfte, 598 aus Erwerbstätigkeit. 1 046 Stellen waren im Bestand, hiervon 314 neue Angebote. Im Oktober waren es 5 weniger. Die meisten Angebote gibt es mit 354 im Bereich Produktion und Fertigung, Handel, Vertrieb und Tourismus bieten 212 aktuelle Stellen. Fachkräfte in Pflege- und Gesundheitsberufen haben sehr gute Chancen bei 188 freien Stellen.

Landkreis Altötting

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Altötting betrug im November 3,1 Prozent. Im Vorjahresmonat lag der Wert um 0,1 Prozentpunkte höher. 1 883 Menschen sind arbeitslos gemeldet, das sind 54 Menschen weniger als vor einem Jahr. Im Vormonatsvergleich sind es 63 oder 3,5 Prozent mehr, als die Quote noch bei 3,0 Prozent lag. 37,3 Prozent oder 703 Menschen sind älter als 50 Jahre, verglichen mit Oktober sind dies 32 Menschen mehr, verglichen mit dem Vorjahr 27 weniger. Darunter sind 467 über 55 Jahre alt. Allein diese Altersgruppe bildet knapp ein Viertel aller Gemeldeten. 489 Menschen zählen zu den Langzeitarbeitslosen, eine Zahl, die im Vorjahresvergleich um 74 gesunken, im Vergleich zu Oktober um 7 niedriger ist. 170 Menschen sind jünger als 25 Jahre, ein Rückgang um 14 zum Vormonat und ein geringfügiger Rückgang um 1 im Vorjahresvergleich. 

Die Anzahl der Menschen mit Schwerbehinderung unter den arbeitslos Gemeldeten ist mit 184 um 7 höher als im Vormonat. „Beim Wiedereinstieg in das Erwerbsleben sind bei Menschen mit Schwerbehinderung oft viele Gespräche, die sprichwörtlichen kleinen Schritte nötig“, erläutert Müller, „entscheidend bei allen Beteiligten ist die Motivation, eine Lösung zu finden. In den allermeisten Fällen gibt es die auch“, schließt Müller. 677 Neumeldungen wurden in Altötting registriert, das sind 99 mehr als im Oktober, 287 Neumeldungen kamen aus Erwerbstätigkeit, 117 haben eine Ausbildung oder Qualifizierung beendet und 245 meldeten sich aus Nichterwerbstätigkeit arbeitslos. 617 Abmeldungen wurden gezählt, ein Rückgang gegenüber Oktober von 104. Hiervon gingen 179 Menschen in Erwerbstätigkeit, 121 begannen eine Ausbildung und 284 Menschen meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit ab. 

Im Arbeitgeberservice waren im November 630 Stellenangebote registriert, gegenüber Oktober sind das 86 Angebote weniger. Der Stellenzugang fällt mit 186 Angeboten um 27 geringer aus als im Vormonat, im Vorjahresmonat kamen 40 Stellen mehr. Aktuell sind 237 Angebote aus Produktion und Fertigung offen, 97 aus Gesundheit und sozialen Berufen und 88 aus Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit.

Landkreis Berchtesgadener Land

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Berchtesgadener Land lag im November bei 4,0 Prozent, demselben Wert wie im Vorjahresmonat. 2 004 Menschen waren gemeldet, 295 mehr als im Vormonat und 8 weniger als im Vorjahresvergleich. Die Altersgruppen teilen sich im November wie folgt auf: 153 jüngere unter 25 Jahren, darunter 24 unter 20 Jahren, gegenüber 138 im Vormonat und 191 im Vorjahresmonat. Das bedeutet in dieser Altersgruppe eine Verringerung im Vorjahresvergleich um 19,9 Prozent oder 38 junge Menschen. Unter den 2 004 sind 771 Menschen zwischen 50 und 65 Jahren, 98 mehr als im Oktober und 34 mehr als im November des Vorjahres. Diese Gruppe bildet 38,5 Prozent der Gesamtheit. 192 arbeitslose schwerbehinderte Menschen im Landkreis Berchtesgadener Land bilden 9,6 Prozent aller Gemeldeten. 

„Die Anzahl der schwerbehinderten Menschen ist zwar kaum Veränderungen unterworfen; dennoch setzen wir uns mit eben dieser Gruppe sehr intensiv auseinander“, erläutert Müller. „Die eine Schwerbehinderung gibt es nicht. Das heißt für unsere Beratungen, sich auf jeden Einzelfall einzulassen und jedes Mal individuelle Ansätze zu finden. Sei es bei den Qualifizierungen, den unterstützenden Leistungen oder schlicht beim Mut machen.“ 491 Menschen konnten im November ihre Arbeitslosigkeit beenden, das sind 113 weniger als im Oktober, ein Rückgang um 18,7 Prozent. Darunter waren 303 Kunden der Agentur (SGB III) und 188 Kunden des Jobcenters (SGB II). Insgesamt gingen 188 in Erwerbstätigkeit, 102 in Ausbildung und 166 meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit ab. 

787 Menschen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos, das sind 263 mehr als im Oktober, ein Anstieg um 50,2 Prozent. Hiervon kamen 554 aus Erwerbstätigkeit, 88 aus Ausbildung und Qualifizierung und 126 kamen aus Nichterwerbstätigkeit. 802 Stellenangebote sind im aktuellen Bestand, hiervon 210 neu aufgenommene. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 215 Stellen mehr, ein Anstieg um 36,6 Prozent. Unter allen Angeboten sind 211 aus Produktion und Fertigung. Handel, Vertrieb und Tourismus bietet 190 offene Stellen. Im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen sind 139 Stellen im Bestand.

Landkreis Mühldorf

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Mühldorf betrug im November 3,6 Prozent, ein leichter Anstieg um 0,2 Prozentpunkte zum Oktober und um 0,1 Prozentpunkte im Vorjahresvergleich. 2 202 Menschen waren im November arbeitslos gemeldet das sind 76 Menschen mehr als im Vormonat und 75 mehr als im Vorjahr. Darunter sind 263 (Vormonat 251) Jüngere unter 25 Jahren und 69 (Vormonat 56) unter 20 Jahren. 728 Menschen sind älter als 50 Jahre, das sind 11 weniger als im November des Vorjahres und 18 mehr als im Oktober. 

9,2 Prozent der Gesamtheit sind schwerbehinderte Menschen. Mit 203 in dieser Gruppe sind genauso viele Personen wie im Oktober zu zählen. Im November des Vorjahres waren es 31 mehr. „Mit dem Wort „Schwerbehinderung“ sind alle Menschen zusammen gemeint, die eine einschränkende Erkrankung haben. Das bedeutet auch, dass kein Vergleich möglich ist. Die Chance liegt nun darin, die berufliche Leistungsfähigkeit zu betrachten“, führt Müller aus, „wir ermutigen bei allen Betriebsbesuchen bei Arbeitgebern und bei allen Gesprächen mit unseren Kundinnen und Kunden, das Augenmerk auf die Qualifikation und Motivation zu legen.“ 

Die Anzahl der Langzeitarbeitslosen ist im Vorjahresvergleich um 39 Menschen gesunken, der Oktoberwert zeigt 12 weniger. Im November waren es noch 651 Menschen, die länger als ein Jahr auf der Suche sind. Das entspricht 29,6 Prozent aller Arbeitslosen. 716 Neumeldungen stehen 633 Abmeldungen gegenüber. Hiervon konnten 158 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beenden. 178 nahmen eine Ausbildung oder Qualifizierung auf und 252 meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit ab. 

Getrennt nach Rechtskreisen gehören 911 (Vormonat 853) Menschen zu den Kunden der Agentur für Arbeit (SGB III) und 1 291 (Vormonat 1 273) sind Kunden des Jobcenters (SGB II). 787 Stellen sind im aktuellen Bestand, 26 weniger als im Oktober und 23 mehr als im November 2015. 232 Angebote, das sind 10 mehr als im Vormonat, wurden neu aufgenommen. Der Berufsbereich Produktion und Fertigung bietet 296 freie Stellen, Gesundheit und Soziales 135 Angebote und kaufmännische Dienstleistungen und Handel bieten 105 Chancen.

Pressemitteilung Agentur für Arbeit Traunstein

Rubriklistenbild: © dpa

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