Arbeitslosigkeit steigt im Juli leicht

Arbeitsmarkt: Urlaubszeit kündigt sich an

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Rosenheim - Die Urlaubszeit in Bayern spiegelte sich bereits in den Arbeitsmarktzahlen vom Juli 2014 wieder. Insgesamt ist die Arbeitslosigkeit in Stadt und Landkreis leicht gestiegen.

„Die Arbeitsmarkt-Daten für Juli wurden zwar zur Monatsmitte erhoben - Zähltag war der 14. Juli - dennoch spiegeln sie bereits die bevorstehende Urlaubszeit in Bayern wider“, so die Rosenheimer Agenturleiterin Dr. Nicole Cujai. Cujai weiter: „Außerdem endeten viele schulische und berufliche Ausbildungen, sodass wir einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit verzeichnen mussten. Insbesondere bei den jungen Menschen unter 25 Jahren hat sich die Zahl der Arbeitslosen erhöht und zwar von 670 (Juni) auf 850 jetzt im Juli. Trotz des enormen Fachkräftebedarfs der Wirtschaft werden nicht alle Auszubildenden nach Bestehen der Abschlussprüfung von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen. Die Gründe dafür sind vielschichtig, Fakt ist aber, dass wir für diese jungen Leute interessierte Arbeitgeber suchen, die bereit sind, den frisch ausgebildeten Fachkräften eine Chance zu geben. Natürlich müssen die Kenntnisse an die jeweiligen betrieblichen Belange angepasst werden, aber die Investition lohnt sich!“

Insgesamt gesehen ist die Zahl der Arbeitslosen von 7 920 im Juni auf 8 060 im Juli angestiegen. Dieses Plus von 150 bewirkt eine leichte Erhöhung der Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf aktuell 2,9 Prozent  (Vorjahr ebenfalls 2,9 Prozent). Dr. Cujai zur Situation auf dem Arbeitsmarkt: „Trotz der weltweiten Krisenherde ist die Arbeitsmarktlage hier in der Region weiterhin sehr stabil. Bei unseren Firmenkontakten hören wir, dass die Auftragslage nach wie vor gut ist. Die Entwicklung der nächsten Monate bleibt abzuwarten, wobei mit einem - jahreszeitlich bedingten -weiteren Anstieg der Arbeitslosenzahlen im August zu rechnen ist.“

INFO

Eckwerte aus Stadt und Landkreis (pdf)

Zur Stellensituation: Seit Beginn des Jahres wurden der Agentur für Arbeit über 6 000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen zur Besetzung gemeldet, deutlich mehr (plus 430) als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Allein von Mitte Juni auf Mitte Juli haben die Arbeitsvermittler/innen 960 neue sozialversicherungspflichtige Stellenangebote entgegen genommen. Zum Stichtag (14.07.2014) gab es 3 000 offene Stelle, darunter 2 850 sozialversicherungspflichtige. Die Chancen, bei Arbeitslosigkeit wieder eine Arbeitsstelle zu bekommen, differieren - unabhängig von weiteren Faktoren - sehr stark, je nachdem, welchen Beruf man erlernt beziehungsweise ausgeübt hat. Einige Beispiele verdeutlichen dies: Bei Berufen im kaufmännischen Bereich sind derzeit über 900 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, Stellen gibt es über die Jobbörse der Agentur für Arbeit nur 70. Bei den Verkaufsberufen sieht die Relation etwas besser aus, hier sind 190 Stellen gemeldet, 860 Menschen sind arbeitslos und suchen wieder eine Arbeit in diesem Bereich. Bei Mechatronik, Energie- und Elektroberufen ist die Gesamtsituation umgekehrt, hier gibt es mehr Stellen als Bewerber (110 Arbeitslose kommen auf 220 Stellen). Viele freie Arbeitsstellen gibt es auch in Heimen, Sanatorien und Kliniken, mit allen Berufsbildern rund um die Pflege.

Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt:

Auch in Bayern sind nun die Schulzeugnisse verteilt. Die Ferienzeit ist damit eingeläutet, aber auf dem Ausbildungsmarkt herrscht keine Sommerpause, im Gegenteil: Sowohl Jugendliche, die für den Herbst noch keine Ausbildungsstelle in der Tasche haben, als auch Firmen, die sich kurzfristig dazu entschließen, einen Azubi zu nehmen beziehungsweise noch keinen Lehrling gefunden haben, melden sich bei der Agentur für Arbeit. Zum 14. Juli gab es im Agenturbezirk (Stadt und Landkreis Rosenheim, sowie die Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen) 690 unversorgte Jugendliche, im Gegenzug suchen noch 1 150 Betriebe Auszubildende. Die Agenturleiterin dazu: „Es ist also noch nicht zu spät! An die jungen Leute möchte ich appellieren: Lasst nicht nach, bewerbt Euch weiter! Ein Praktikum in den Ferien hat schon so manche Türe geöffnet. Ebenso möchte ich an die Betriebe appellieren nicht nachzulassen bei der Suche nach einem Azubi. Auch hier ist ein Praktikum manchmal aufschlussreicher als ein Blick ins Zeugnis oder in die Bewerbungsmappe.“

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

Die Gesamtzahl der Arbeitslosen wird nach zuständigen Rechtskreisen unterschieden. Die Arbeitsagentur betreut Menschen nach dem Rechtskreis des Sozialgesetzbuches III und die Jobcenter nach dem Rechtskreis des Sozialgesetzbuches II.

  • In der Stadt Rosenheim ist die Zahl der Arbeitslosen mit 1 683 Betroffenen gegenüber dem Vormonat um insgesamt 26 Personen angestiegen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent. Von den betroffenen Personen werden derzeit 657 (plus 31) von der Arbeitsagentur in Rosenheim betreut. Die Zahl der durch das Jobcenter Rosenheim Stadt betreuten Kunden ist um fünf auf 1 026 zurückgegangen.
  • Der Landkreis Rosenheim weist eine Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent (Vormonat: 2,5) auf. Hier sind mit 3 423 erwerbslosen Personen 126 mehr gemeldet als im Juni. Von den Beschäftigungslosen werden 1 989 Personen durch die Arbeitsagentur in Rosenheim betreut, 103 mehr als im Juni. Das Jobcenter Landkreis Rosenheim ist für 1 434 Frauen und Männer zuständig, 23 mehr als im Vormonat.
  • Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen verzeichnet einen Rückgang (minus 19) bei der Arbeitslosigkeit auf nun 1 655 gemeldete Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote hat sich von 2,6 auf 2,5 Prozent verringert. Die Arbeitsagenturen Bad Tölz und Wolfratshausen betreuen insgesamt - wie im Vormonat - 922 Erwerbslose. Das Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen kümmert sich um 733 arbeitslos gemeldete SGB II – Kunden (minus 19 gegenüber dem Vormonat).
  • Im Landkreis Miesbach beträgt die Arbeitslosenquote 2,6 Prozent (Vormonat: 2,5). Hier sind derzeit 1 302 Personen erwerbslos gemeldet, 14 mehr als im Vormonat. 756 Männer und Frauen werden von der Agentur für Arbeit in Holzkirchen betreut, neun mehr als im Juni. Das Jobcenter in Miesbach verzeichnet bei der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat ein Plus von fünf Betroffenen, aktuell sind 546 SGB II – Kunden als arbeitslos gemeldet.

Agentur für Arbeit Rosenheim

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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