Arcandor-Chef will Geld von Schickedanz

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Die Quelle-Erbin und Arcandor-Großaktionärin Madeleine Schickedanz soll für Pleite zahlen

Essen - Zur Kasse, Schätzchen: Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick erhofft von Großaktionärin Madeleine Schickedanz Hilfe für die Rettung des Essener Konzerns (Karstadt, Quelle).

In der „Rheinischen Post“ räumte Eick zwar ein, Schickedanz habe sich in der Vergangenheit stark für Arcandor eingesetzt. Er glaube allerdings nicht, dass die frühere Milliardärin und ihr Umfeld tatsächlich kein Geld mehr hätten, um sich an einer Sanierung von Arcandor zu beteiligen.

Die Quelle-Erbin und Arcandor-Großaktionärin Madeleine Schickedanz hat jüngst eine Mitschuld an der Krise des Unternehmens eingeräumt.

“Ich habe viel zu spät gemerkt, dass ich die Kontrolle verloren habe“, erklärte sie in einem Interview mit “Bild.de“. Sie hätte schon viel früher Themen wie Versandhandel per Internet und die Zukunft der Kaufhäuser angehen müssen. “Das mache ich mir zum Vorwurf. Doch die Fehler im operativen Geschäft verantworte ich nicht, dafür gab und gibt es ein Management“, sagte sie dem Onlinedienst der “Bild“-Zeitung. Inzwischen habe sie leider keinen direkten Einfluss mehr.

“Retten können es die Mitarbeiter mit den zuständigen Insolvenzverwaltern und Managern. Retten können uns die Kunden, wenn sie uns die Treue halten“, sagte sie. Schickedanz hält über einen Pool einen Anteil von 26,7 Prozent an Arcandor und ist damit größte Einzelaktionärin vor den Gesellschaftern des Bankhauses Sal. Oppenheim.

Wegen der Schieflage der Quelle-Mutter Arcandor habe sie inzwischen viel Geld verloren, berichtete sie. In besten Zeiten habe ihr Karstadt/Quelle-Aktienpaket einen Wert von rund drei Milliarden Euro betragen. “Heute sind es gerade noch 27 Millionen Euro. Auf dem Papier haben wir drei Milliarden Euro verloren“, sagte die 65 Jahre alte Quelle-Erbin.

Hinzukämen 170 Millionen Euro Verlust aus ihrem Privatvermögen für eine Kapitalerhöhung bei Arcandor im Jahr 2004 “und noch ein zusätzlicher dreistelliger Millionenbetrag, um das Unternehmen danach zu stabilisieren“.

dpa/ap

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