„Vorsicht, Verbraucherfalle“ 

ARD behauptet: Saturn und Media Markt tricksen Kunden aus

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Der ARD-Reporter verkaufte für Samsung Waschmaschinen.

München - Sie wirken wie ganz normales Verkaufspersonal, sind aber Berater, die vom Hersteller Provision kassieren. Die ARD-Sendung „Vorsicht, Verbraucherfalle“ will aufzeigen, auf welche Masche Sie in Saturn und Media Markt unbedingt achten müssen.

Zur Vorweihnachtszeit heißt es Alarmstufe rot für alle Kunden. Denn in Geschäften wie Saturn und Media Markt wird offenbar ein Vorgehen immer beliebter. Berater, die wie normales Verkaufspersonal wirken, aber nicht vom Händler, sondern vom Hersteller bezahlt werden - stellt es die ARD dar. Das ist nicht neu. Die ARD prangert das nun in der Sendung „Vorsicht, Verbraucherfalle“ aber deutlich an. 

Und so soll das Vorgehen laut ARD sein: Firmen wie Samsung stellen diese Promoter etwa in der Waschmaschinenabteilung ab. Kommen Kunden, werden diese gezielt darauf angesprochen, dass zu ihnen vor allem Geräte von Samsung passen. Für ein verkauftes Objekt bekommt der Berater eine Provision. 

Der ARD-Reporter startet einen Selbstversuch und wird so - eigentlich ahnungslos in Elektrofragen - Samsung-“Promoter“. Der klare Auftrag ist, „verkaufsorientiert" zu beraten. In einem Seminar und von erfahrenen Kollegen lernt er Tricks, wie er die Kunden zum Kauf seines Modells bewegen kann - auch auf deren Kosten.

Win-Win-Geschäft für Saturn und Media Markt

Die unabhängigen Berater sollen laut Hersteller verpflichtet sein, ein Namensschild zu tragen. Doch der ARD-Film zeigt, dass keiner der Kunden bemerkt hat, dass der Reporter nicht zum normalen Verkaufspersonal gehört. Dabei hielt er sich genau an die Vorgaben des Auftraggebers. 

In der Reportage befragt Das Erste dann auch den Handelsexperten Prof. Markus Voeth von der Universität Hohenheim. Der erzählt: "Verkaufsberater" seien ein relativ neues Phänomen. Der Handel stehe durch das Internet unter Kostendruck. Mit den Beratern der Hersteller können Läden wie Saturn oder Media Markt aber zum einen Personal einsparen und zum anderen ihren Umsatz steigern. Laut Voeth schicken fast alle großen Hersteller eigene "Verkaufsberater" in die Läden.

Reporter entschuldigt sich für gefälschte Beratung

Die ARD gibt einen Tipp, wie Verbraucher die „getarnten Verkäufer“ entlarven können sollen: Sie tragen meist keine Filialkleidung, sondern ziehen sich „schicker an“, wie im Film von einem dieser Firmenvertreter erklärt wird. Ein Hemd - schon wirkt man wie ein Abteilungsleiter, heißt es.

Zu erkennen sind Promoter auch am Tragen eines Namensschilds. Ist dieses von einem Hersteller, stehen Sie einem dieser neuen Berater gegenüber. Trägt der Verkäufer gar kein Namensschild, sollte man kritisch sein, lautet der ARD-Tipp. 

Für die Kunden des Reporters gab es im übrigen jede Menge Waschmittel - als kleine Entschädigung für die Beratung durch den ARD-Mitarbeiter.

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