Autoexperte strikt gegen Opel-Beihilfen

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Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer

Frankfurt/Main - Die Opel-Mutter General Motors verdient nach Ansicht des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer im kommenden Jahr genügend Geld, um ihre europäische Tochter selbst zu sanieren.

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Die wichtigen Märkte USA und China würden im Jahr 2010 mehr als 10 Prozent wachsen, erklärte der Professor am Montag in Duisburg. Zudem diene Hilfe von europäischen Staaten nur dazu, um GM fit für einen Börsengang zu machen. Dudenhöffer kritisierte, dass die Hilfe der Staaten nur ein Arbeitsplatzabbau bei Opel finanziert werde. “Das pervertiert unser Wirtschaftssystem. Kein Mensch wäre auf die Idee gekommen, Nokia in Bochum Geld dafür zu geben, dass die Fabriken geschlossen werden.“ Die Kosten der Sanierung und des Arbeitsplatzabbaus müsse jedes Unternehmen selber tragen.

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Der Experte sieht zudem den Wettbewerb mit anderen Herstellern gefährdet. Hilfen des Staates würden demnach bedeuten, dass Opel durch einen ruinösen Wettbewerb die Gewinne von Volkswagen, Ford, BMW und Daimler gefährde.

Subventionswettbewerb in Europa

Der EU-Industriepolitiker Herbert Reul warnte unterdessen vor einem Wettbewerb zwischen europäischen Staaten um das größte Hilfspaket. “Das dient der Sache überhaupt nicht, was da stattfindet“, sagte der CDU-Abgeordnete im Deutschlandradio Kultur. Beim Krisentreffen am (heutigen) Montag sollte das weitere Verhalten verabredet werden. Reul wandte sich aber nicht grundsätzlich gegen Staatshilfen. Der Bochumer Opel-Betriebsrat Rainer Einenkel kritisierte unterdessen die Bundesregierung, die Staatshilfen für Opel skeptisch sieht. Es gehe nicht um einen Großkonzern, sondern um Tausende Arbeitsplätze. “Deswegen tun die anderen Staaten etwa in dieser Richtung, und das sollte eigentlich die deutsche Regierung auch tun“, sagte Einenkel im NDR. Es könne bei dem Gipfeltreffen Signale für eine Perspektive geben.

AP

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