Bahn will ICE-3-Flotte umrüsten

Düsseldorf - Die Bahn will offenbar ab September mit der überfälligen Umrüstung der ICE-3-Züge beginnen. “Wir sind sehr optimistisch, im dritten Quartal mit dem Austausch der Treibradsatzwellen beim ICE 3 starten zu können.“

Das sagte Technikvorstand Volker Kefer der “Wirtschaftswoche“. Insgesamt 1.200 Radsätze würden erneuert. Derzeit befinde sich die Bahn “in konstruktiven Gesprächen mit dem Eisenbahnbundesamt“, das die neuen Radsatzwellen zulassen muss.

Im Juli 2008 war ein ICE 3 wegen einer gebrochenen Radsatzwelle bei der Fahrt aus dem Kölner Hauptbahnhof entgleist. Seitdem müssen die Züge alle 30.000 Kilometer per Ultraschall auf feinste Haarrisse untersucht werden. Nach einer Umrüstung muss ein Zug nur noch alle 240.000 Kilometer zur Kontrolle, wie ein Bahnsprecher auf Nachfrage erläuterte.

Zugverkehr soll nicht beeinträchtigt werden

Für die Bahn sei die Umrüstung “ein wesentlicher Schritt, um die Verfügbarkeit der Flotte wieder zu steigern“, sagte Kefer dem Wirtschaftsmagazin. Die Radsätze würden im laufenden Betrieb ohne Beeinträchtigungen des Zugverkehrs augetauscht. Der letzte ICE 3 soll in zweieinhalb Jahren neue Radsatzwellen erhalten.

Ursprünglich sollte mit dem Austausch bereits 2011 begonnen werden. Bis dahin sollten die Ersatzwellen entwickelt, geprüft, vom Eisenbahnbundesamt zugelassen und produziert sein. Doch der Zulassungsprozess hatte sich verzögert.

Im kommenden Winterfahrplan sollen der Deutschen Bahn zusätzlich acht bis zehn neue ICE-3-Züge zur Verfügung stehen. Ursprünglich war die Auslieferung der Hochgeschwindigkeitszüge für 2011 geplant. Fehlende Zulassungen verzögerten das aber immer wieder. Insgesamt bekommt die Bahn 16 neue Hochgeschwindigkeitszüge von Siemens.

dapd

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