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Bayer sagt Trump Milliardeninvestitionen in den USA zu

Leverkusen/New York - Bayer und Monsanto wollen den künftigen US-Präsidenten Donald Trump mit Investitionen und US-Arbeitsplätzen von ihrer Fusion überzeugen.

Kurz vor seinem Amtsantritt haben weitere Großunternehmen dem neuen US-Präsidenten Donald Trump Großinvestitionen und zahlreiche neue Arbeitsplätze in den USA zugesichert. Unter ihnen ist der Chemiekonzern Bayer, der am Dienstag zusammen mit der voraussichtlichen künftigen US-Tochter Monsanto Milliardeninvestitionen und neue High-Tech-Jobs ankündigte. Der US-Autobauer General Motors und der US-Warenhausriese Wal-Mart sagten zusammengenommen 15.000 neue Arbeitsplätze zu.

Trump reklamierte die angekündigten Stellenschaffungen sogleich als sein Verdienst. "Mit all den Jobs, die ich zurück in die USA bringe (sogar vor dem Amtsantritt), mit all den neuen Autofabriken" sähen die Menschen jetzt "große Dinge" passieren, schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Zusammen mit dem US-Saatguthersteller Monsanto will Bayer binnen der nächsten sechs Jahre in den Vereinigten Staaten mindestens acht Milliarden Dollar (7,5 Milliarden Euro) in die Forschung im Agrarbereich stecken, wie aus einer Erklärung beider Unternehmen hervorging. Weltweit sollten etwa 16 Milliarden Dollar in diesem Sektor investiert werden, davon "mindestens die Hälfte" in den USA. Durch diese Investitionen würden tausende gutbezahlter High-Tech-Jobs geschaffen.

Bayer-Chef Werner Baumann und sein Monsanto-Kollege Hugh Grant waren vergangene Woche mit Trump zusammengetroffen. In der nun veröffentlichten Erklärung wurde das Gespräch als "sehr produktiv" bezeichnet. Die Unternehmen bestätigen jedoch nicht die konkreteren Angaben eines Trump-Sprechers, Bayer wolle "mindestens 3000 neue High-Tech-Jobs" in den USA schaffen und die mehr als 9000 Monsanto-Stellen alle erhalten. Die Übernahme der US-Firma wollen die Leverkusener bis Jahresende abschließen.

Trump, der am Freitag vereidigt wird, hat die Schaffung von Jobs zu seiner obersten Priorität erklärt. Er setzt deshalb insbesondere die Automobilindustrie unter Druck und droht ihr mit Strafzöllen von 35 Prozent, wenn sie in Mexiko produzierte Autos in die USA importiert.

Seine Drohung richtete er zuletzt in einem Zeitungsinterview auch gegen deutsche Konzerne. Während die deutschen Autobauer sich aber bisher abwartend verhalten, haben andere Unternehmen der Branche bereits reihenweise neue Investitionen in den USA angekündigt.

General Motor kündigte an, eine Milliarde Dollar im Land zu investieren und in den kommenden Jahren 5000 Jobs zu schaffen. Ein Teil der neuen Arbeitsplätze soll demnach durch Investitionen in neue Fahrzeuge und Technologien entstehen. Auch sollen 450 Stellen aus Mexiko in die USA zurückverlagert werden.

GM war nach der Finanzkrise durch ein gigantisches Hilfsprogramm des scheidenden Präsidenten Barack Obama vor dem Untergang gerettet worden. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben seit 2009 bereits 21 Milliarden Dollar in seine US-Aktivitäten investiert. Infolge der erhöhten Wettbewerbsfähigkeit der Produktion im Heimatland könnten diese Investitionen jetzt weiter ausgebaut werden, erklärte Konzernchefin Mary Barra.

Einige Tage zuvor hatte bereits der italienisch-amerikanische Konzern Fiat Chrysler angekündigt, 2000 weitere Arbeitsplätze in den USA zu schaffen. Der US-Autohersteller Ford wiederum kündigte an, auf den Bau einer großen Fertigungsanlage in Mexiko zu verzichten und stattdessen in den USA 700 neue Jobs im Elektromobilitätssektor zu schaffen.

Auch aus der US-Einzelhandelsbranche kamen Zusagen. Bei Wal-Mart sollen 10.000 neue Jobs entstehen. Der Online-Handelsriese Amazon hatte bereits zuvor angekündigt, in den USA binnen 18 Monaten 100.000 neue Stellen zu schaffen.

afp

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