BayernLB-Chef bei Landesbanken-Fusionen skeptisch

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BayernLB-Chef Gerd Häusler

München/Berlin - Nach der geplatzten Fusion mit der WestLB zeigt sich BayernLB-Chef Gerd Häusler skeptisch gegenüber künftigen Zusammenschlüssen unter den maroden Landesbanken.

"Horizontale Fusionen von Landesbanken untereinander bringen grundsätzlich weniger Vorteile als vertikale Verbindungen, also Zusammenschlüsse mit Banken, die über ein ausgeprägtes Privatkundengeschäft verfügen", sagte Häusler der "Welt am Sonntag". Die von der Politik und vielen Experten geforderte Bereinigung der Landesbankenstrukturen mache nur Sinn, wenn sich Fusionen betriebswirtschaftlich rechneten. "Es ist nicht meine Aufgabe, die Landesbankenkonsolidierung um ihrer selbst Willen voranzutreiben", sagte Häusler.

Am Donnerstag hatte die BayernLB die Gespräche mit der WestLB abgebrochen, weil eine fusionierte Bank die Renditehoffnungen der Bayern nicht erfüllt hätte. Allerdings wäre der Zusammenschluss einen Tag später wohl ohnehin gescheitert, wie Häusler deutlich machte. Am Freitag kündigte die EU-Kommission neue Auflagen für die WestLB wegen angeblicher verdeckter Beihilfen an. Die Wettbewerbsbehörde forderte härtere Einschnitte als Ausgleich für zusätzliche 3,4 Milliarden Euro Staatsbeihilfe. "Wenn das Bestand hätte, was die Kommission am Freitag gesagt hat, wäre allein aus diesem Grund die Geschäftsgrundlage für eine mögliche Fusion entfallen", sagte Häusler der Zeitung.

Die WestLB steht unter hohem Druck, weil sie auf Drängen der EU-Kommission bis Ende 2011 einen neuen Eigentümer oder einen Fusionspartner gefunden haben muss. Die Brüsseler Auflagen für die BayernLB stehen noch aus, werden nach Häuslers Einschätzung aber milder ausfallen. "Persönlich rechne ich nicht damit, dass die Kommission einen kurzfristigen Eigentümerwechsel bei der BayernLB verlangt", sagte er.

dpa

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