Bei Billigtextilien droht Preisexplosion

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Düsseldorf - Für billige Bekleidung müssen die Verbraucher in Deutschland voraussichtlich schon bald erheblich tiefer in die Tasche greifen. Bei den Billigprodukten sind sogar zweistellige Preiserhöhungen nicht auszuschließen

Der Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Textileinzelhandels (BTE), Steffen Jost, warnte am Montag in Düsseldorf, durch die steigenden Rohstoff-, Produktions- und Transportkosten würden Textilien in Deutschland in diesem Jahr voraussichtlich generell knapper und teurer. Besonders stark werde sich dies aber in den unteren Preislagen bemerkbar machen. Denn hier sei der Rohstoff- und Fertigungsanteil an den Kosten besonders hoch.

Bei den Billigprodukten wie T-Shirts für 4,99 Euro oder Jeans für 7,99 Euro sind nach Angaben des Verbandes sogar zweistellige Preiserhöhungen nicht auszuschließen, wenn die Einzelhändler normal kalkulieren und nicht im Interesse der Imagepflege an den gewohnten Schnäppchenpreisen festhalten. Es sei fraglich, ob die untersten Einstiegspreislagen noch zu halten seien, sagte Jost. Weniger gravierend dürften Preiserhöhungen dagegen bei teureren Produkten ins Gewicht fallen.

Hier rechnet der Verband nur mit einer moderaten Verteuerung. Viele Kunden würden sie gar nicht bemerken, weil die Händler an den etablierten Preisschwellen nichts ändern würden, sagte Jost. Die Branche sieht sich zurzeit im Aufwind. Im vergangenen Jahr erzielte der Textilfachhandel in Deutschland laut BTE mit einem Umsatzplus von drei bis vier Prozent das stärkste Wachstum seit fast 20 Jahren. Der Gesamtumsatz mit Textilien und Bekleidung stieg nach Schätzungen des BTE auf rund 57 Milliarden Euro. Davon entfielen rund 29 Milliarden Euro auf den Fachhandel von der teuren Boutique bis hin zu C&A, H&M oder Kik.

Und auch im laufenden Jahr rechnet der Verband mit einer weiteren Umsatzsteigerung um zwei bis drei Prozent. Sorgen bereitet dem Textilfachhandel allerdings das stürmische Wachstum der Textil-Discounter in Deutschland und die zunehmende Konkurrenz aus dem Internet. Vor allem die Tatsache, dass einige Bekleidungshersteller beliebte Produkte noch über die eigene Website verkaufen, wenn der Handel schon nicht mehr nachbestellen kann, ärgere viele Händler. Aber auch die Verlagerung des Resteverkaufs auf Online-Shopping-Clubs sei ein Dorn im Auge der Branche.

dapd

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