Fahrpläne können nicht eingehalten werden

Binnenschiffer beklagen massive Verzögerungen beim Containerumschlag

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Binnenschifffahrt auf dem Main-Donau-Kanal

Immer mehr Container statt per Binnenschiff auf Lastwagen transportieren - das kann nicht im Sinne der Umweltpolitik sein. Genau das passiert aber wegen massiver Verspätungen in den Seehäfen Antwerpen und Rotterdam, kritisieren die Binnenschiffer.

Duisburg - Deutsche Binnenschiffer schlagen Alarm wegen tagelanger Wartezeiten beim Laden und Löschen ihrer Container in den überlasteten Seehäfen Rotterdam und Antwerpen. Folge seien Verzögerungen, Mehrkosten und eine umweltpolitisch unsinnige Verlagerung von Fracht auf die Straße, warnte der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt am Montag in Duisburg. Verantwortliche in Rotterdam und Antwerpen bestätigten das Problem und versprachen Abhilfe.

Nach Darstellung der deutschen Binnenschiffer dauert es je nach Hafen teils bis zu 120 Stunden, bis die Container ge- oder entladen werden. Damit könnten die Binnenschiffer nicht mehr garantieren, die Fahrpläne einzuhalten - die Branche sieht sich häufig als „Spielball“ der Abfertigungsabläufe in den Seehäfen. Das Löschen der Ladung an anderen Terminals bedeute einen erheblichen Mehraufwand.

Aus der Not heraus würden immer mehr Container auf die Straße verlagert - laut Verband umweltpolitisch ein „Trauerspiel“. Sollten etwa für die Industrie bestimmte Teile die Fabrikhallen verspätet erreichen, kann schnell die Produktion ins Stocken geraten.

Die Häfen sind zu stark ausgelastet

Hintergrund der Probleme ist nach Einschätzung der Binnenschiffer die starke Auslastung der Häfen. Zudem sorgten die Fusion der großen See-Reedereien und komplett neue Abfahrtpläne seit Monaten weltweit für Chaos in der Abfertigung. Große Seeterminals erreichten mit einer Auslastung von 90 Prozent die Grenze des Machbaren. Der Verband forderte von den Seehäfen verbindliche Abfertigungstermine.

Im Hafen Rotterdam - dem größten Containerhafen Europas - sind die Probleme bekannt. Für die nächsten Tage erwarte er aber eine Normalisierung der Lage, sagte der Sprecher des Containerterminals Rotterdam World Gateway (RWG), Niels Dekker. Er bestätigte als Gründe für die Wartezeiten das enorm gewachsene Umschlagvolumen sowie die Nachwehen der Umstrukturierungen in der Branche.

Doch betonte Dekker: „Wir haben bereits viele Maßnahmen ergriffen, um Wartezeiten zu verkürzen.“ Er wies zudem darauf hin, dass Schiffe sich verspäteten und Absprachen nicht einhielten. RWG stehe in Kontakt mit der Binnenschifffahrt, um das Problem zu lösen.

Auch die Hafenbehörde in Antwerpen bestätigte, es gebe an einigen Terminals einen Rückstau beim Laden der Container von Binnenschiffen. Doch seien bereits Gespräche mit den Beteiligten geführt worden. Die Ergebnisse würden „in den nächsten Wochen und Monaten greifbar“, erklärte eine Sprecherin. Mittel- und langfristig werde man Maßnahmen ergreifen, um die Abfertigung von Waren von Binnenschiffen zu verbessern.

dpa

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