BMW-Einkäufer soll jahrelang Schmiergeld kassiert haben

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Ein früherer BMW-Chefeinkäufer soll jahrelang Schmiergeld kassiert haben. Dafür steht er in Bochum vor Gericht. 

Bochum - Ein früherer Chef-Einkäufer des Autoherstellers BMW muss sich seit Montag wegen Bestechlichkeit und Untreue vor dem Bochumer Landgericht verantworten.

Der 62-jährige Münchner soll als Einkäufer für Karosserieteile und Bleche jahrelang hohe Schmiergeldzahlungen von Zulieferfirmen erhalten haben.

Laut Anklage flossen zwischen 2002 und 2006 nicht nur mehrere hunderttausend Euro auf die Konten des Angeklagten. Darüber hinaus sollen ihm auch Sachleistungen in Form von Luxus-Autos, Reisen und Bordellbesuchen gewährt worden sein. Neben dem 62-Jährigen sind auch sein früherer Vorgesetzter (54) sowie drei Mitarbeiter (50, 56 und 59) von Zulieferfirmen angeklagt.

Vorwurf: Großaufträge als Gegenleistung

Als Gegenleistung für die Bestechungsgelder soll der Einkäufer regelmäßig Großaufträge an die Zulieferfirmen vergeben haben. Das Volumen soll in der der Regel im zweistelligen Millionenbereich gelegen haben und deshalb für die betreffenden Zulieferer überlebenswichtig gewesen sein.

“Die Firmen waren auf BMW angewiesen“, heißt es in der Anklageschrift. Weil der 62-Jährige laut Anklage überhöhte Einkaufspreise für bestimmte Karosserieteile akzeptierte, soll der BMW AG ein Schaden von mehr als zehn Millionen Euro entstanden sein. Zu Prozessbeginn hat sich noch keiner der Angeklagten zu den Vorwürfen geäußert. Das Bochumer Landgericht hat für den Prozess zunächst noch 12 Verhandlungstage bis zum 8. Februar 2011 angesetzt.

dpa

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