„Mit unseren Werten unvereinbar“

Allgäuer Firma verlässt Bündnis für nachhaltige Mode - wegen Primark

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Menschen, die in einer Stadt mit einer Primark-Filiale leben, kennen das: Überall in der Fußgängerzone sind die Papiertüten mit blauem Logo zu sehen.

Immenstadt - Primark ist eine viel kritisierte Billigmodekette. Es erstaunt, dass Primark dem Bündnis für nachhaltige Textilien beigetreten ist. Eine Allgäuer Firma kündigt entsetzt ihre Mitgliedschaft.

Die Produktionskette in der Modeindustrie ist lang. Kompliziert. Undurchsichtig. Ein vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gegründetes Bündnis will die Produktionskette sozialer, ökologischer, wirtschaftlicher machen - daher der Name Bündnis für nachhaltige Textilien.

Mitte März wurde ein Neumitglied vorgestellt, mit dem wohl niemand gerechnet hat: Primark. Das irische Unternehmen war in mehrere Textilskandale verwickelt. Eltern werfen ihm vor, Teenager zum Kaufrausch zu verführen - denn eine Jeans kostet neun Euro, ein T-Shirt drei Euro.

Mindestens eine Modefirma hat Primark aus dem Bündnis vergrault

Michael Pfister und Cornelia Beijaert-Pfister.

Mindestens ein Mitglied hat das Bündnis für nachhaltige Textilien jetzt wegen Primark verloren: MDC, eine Manufaktur für Sportmode im Allgäu. Mit sofortiger Wirkung tritt die Firma aus dem Bündnis aus.

„Mit seiner Wegwerfmode steht das Unternehmen für das genaue Gegenteil dessen, wofür wir bei MDC uns einsetzen“, begründet Geschäftsführer Michael Pfister seine Entscheidung. Primarks Beitritt habe das Fass zum Überlaufen gebracht. Lange schon kritisiere er die Beitrittspolitik des Bündnisses.

„Unternehmen wie Primark, Lidl, Kik, Aldi und Tchibo sind ursächlich verantwortlich für die Missstände, gegen die sich das Textilbündnis einsetzen wollte“, sagt Pfister. Dass sie beitreten durften, betrachtet er als „Greenwashing“.

Allgäuer Modefirma rechnet Bündnis "marginale" Erfolge aus

Pfister rechnet dem Zusammenschluss für nachhaltige Mode geringe Erfolge aus. Er schickte Bundesminister Gerd Müller in der vergangenen Woche seine Kündigung mit sofortiger Wirkung. Darin beglückwünscht er Müller ironisch zum Neumitglied Primark- und auch zu Textildiscountern wie Kik und Aldi. Wir zitieren aus der E-Mail: „Natürlich wollten Sie Ihr Bündnis auf eine breite Basis stellen. Wir respektieren Ihre Entscheidung, auch die größten Böcke zu Gärtnern machen zu wollen, nur halten wir Erfolgsaussichten des Bündnisses aufgrund der oben genannten Beitritte für marginal.“

Es gab Gerüchte, Primark würde eine Filiale in München eröffnen

In München hatte es im November berechtigte Annahmen gegeben, Primark könnte in den riesigen Leerstand im Joseph-Pschorr-Haus in der Münchner Innenstadt ziehen. Nachmieter für Forever21 wurde aber TK Maxx. Dafür eröffnet Primark in anderen deutschen Städten Filialen.

Video: TK Maxx in München: Europas größter Store hat eröffnet

Video: Primark kommt nun doch nach München

sah

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