Preise schießen in den Himmel

Butterschock! Die Auswirkungen spüren wir wohl auch an Weihnachten

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Der Butterpreis steigt und steigt.

Der Butterberg? Geschliffen. Der Milchsee? Ausgetrocknet! Was ist nur los bei den Grundnahrungsmitteln, die uns so viele Jahre mit Begriffen wie Überproduktion oder Dumping begleiteten?

Seit Monaten steigt der Preis für Butter unaufhaltsam, heuer hat er sich schon für die Deutsche Markenbutter an der Süddeutschen Butter- und Käsebörse in Kempten um 30 Prozent nach oben bewegt. Und im Jahresvergleich hat sich die Notierung im Schnitt glatt verdoppelt. Die Butter, lange behandelt wie ein Produkt, für das ungern Geld ausgegeben wird, erlebt eine Renaissance. Spürbar für jeden im Supermarkt. „Vor einigen Monaten habe ich fürs halbe Pfund einen Euro gezahlt, jetzt sind wir bei zwei“, klagt Hausfrau Elsabeth G. (74) aus München.

Für die steigenden Preise gibt es drei Hauptgründe, berichtet Peter Bermanseder, der stellvertretende Geschäftsleiter der Börse in Kempten, der tz. Erstens: Die Verbraucher wenden sich mehr und mehr von Light-Produkten ab. Fetthaltige Milch wird immer beliebter, doch die Fette der Milch braucht’s als Rohstoff in der Butterproduktion.

Zu den höheren Absatzzahlen, national wie international, kommt, dass im Vergleich zum Vorjahr weniger Milch produziert und angeliefert wurde. Bermanseder: „Es steht einfach weniger Milch zur Verfügung.“ Dazu kommt drittens, dass viel Milch in die Käseproduktion fließt.

Dass es weniger Milch auf dem Markt gibt, ist von vielen Faktoren abhängig. Einer ist, wie Markus Peters vom Bayerischen Bauernverband erklärt, auch das Resultat von EU-Programmen zur Stabilisierung des Preises, der jahrelang am Boden lag mit Tiefpunkten von rund 20 Cent pro Liter Milch. Kurz erklärt gehen die EU-Programme so: Wer weniger Milch an die Molkereien anliefert, wird belohnt. Derzeit steht der Preis bei 36 Cent. Das Dumping davor hatte aber viele Bauern zum Aufgeben gezwungen, deren Produktion jetzt fehlt. Nicht zu vergessen ist bei der Milch­erzeugung und damit beim Butterpreis auch das Wetter. Und daran erkennt man das, was Markus Peters vom Bayerischen Bauernverband als „globale Entwicklung“ bezeichnet. Wichtige Produktionsländer wie Australien und Neuseeland konnten hitze- und unwetterbedingt nicht so viel liefern wie sonst. Lagerbestände sind quasi überall aufgebraucht. Das Wetter hat auch seinen Einfluss auf die hiesigen Ställe. „Bei hohen Temperaturen geben die Kühe weniger Milch“, sagt Peter Fichtner (58) aus Bad Heilbrunn, Kreisobmann des Bauernverbands. Er hat zehn Kühe im Stall, wegen der hohen Temperaturen in den letzten Wochen gaben die im Schnitt fünf Prozent weniger. „Wir sind in der Erzeugung unter der Menge des Vorjahres.“

Die teure Butter hat schon Einfluss aufs Bäckerhandwerk. Preise für Croissants sollen in Frankreich erhöht werden. Hierzulande gibt es ähnliche Überlegungen, etwa beim Weihnachtsgebäck. Vielleicht werden heuer die Feiertage ja weniger üppig…

mc

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