Conti-Chef Neumann vor der Ablösung

+
Der Vorstandsvorsitzende der Continental AG, Karl-Thomas Neumann, verlässt am Donnerstagabend nach einer Pressekonferenz in Hannover das Rednerpult

Hannover - Conti-Chef Karl-Thomas Neumann hat den Machtkampf mit dem Großaktionär Schaeffler verloren und steht nach einer dramatischen Aufsichtsratssitzung vor der Ablösung.

Alle Kapitalvertreter im Aufsichtsrat hätten für eine Abberufung Neumanns gestimmt, sagte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Werner Bischoff am späten Donnerstagabend in Hannover. Nur der geschlossene Widerstand der Arbeitnehmerseite habe seine sofortige Ablösung verhindert.

Nach Angaben von Bischoff wird es nun voraussichtlich auf einer weiteren Aufsichtsratssitzung in etwa zwei Wochen zum Führungswechsel bei dem Autozulieferer kommen. Die Kapitalvertreter hätten ein Vermittlungsverfahren eingeleitet, um Neumann auch mit einfacher Mehrheit ablösen zu können.

Die für eine sofortige Ablösung des Conti-Chefs notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit habe den zehn Kapitalvertretern im Aufsichtsrat jedoch gefehlt. "Wie bedauern das. Wir halten das für eine falsche Entscheidung", sagte das IG-BCE-Vorstandsmitglied mit Blick auf den bevorstehenden Führungswechsel. Mit Neumann gehe bei Conti "ein guter Mann von Bord".

Der Aufsichtsrat gab auf seiner Marathonsitzung zudem Grünes Licht für eine von Neumann verlangte Kapitalerhöhung. Er ermächtigte den Vorstand, eine Aufstockung des Conti-Kapitals um bis zu 1,5 Milliarden Euro vorzubereiten. Der Beschluss schaffe die Voraussetzungen dafür, dass die Conti "auch in Zukunft ein stabiles finanzielles Fundament haben wird", sagte Vorstandschef Neumann nach der Sitzung. Dies werde zum Vorteil aller Stakeholder der Conti sein.

Auf seine bevorstehende Ablösung ging Neumann in seinem kurzen Statement nach der Sitzung nicht ein. Den Weg zum Beschluss über die Kapitalerhöhung bezeichnete er als "sehr anstrengend". Es nütze auch der Schaeffler Gruppe, wenn Continental von einem starken finanziellen Fundament aus operieren könne.

ap

Zurück zur Übersicht: Wirtschaft

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser