Fastfood-Kette braucht Milliardenkredit

Corona-Krise greift um sich: McDonald‘s extrem betroffen - Mega-Einbruch im Welthandel

Der Wirtschaft drohen durch die Coronakrise dramatische Folgen. McDonald‘s muss Milliardenkredite aufnehmen. Alle News im Ticker.

Update, 9.April, 11 Uhr: Immer mehr Unternehmen in aller Welt kämpfen mit den Folgen der Corona-Krise. Der britische Spirituosenkonzern Diageo nimmt seinen Ausblick auf das Geschäftsjahr 2020 (bis Ende Juni) zurück. Die Aktienrückkäufe seien für das Geschäftsjahr zudem auf Eis gelegt, teilte das Unternehmen mit. Der Hersteller von Marken wie Baileys, Smirnoff, Tanqueray oder dem irischen Bier Guinness ist schon dadurch betroffen, dass die meisten Bars und Restaurants geschlossen sind oder waren.

In China nehme der Konsum sehr langsam wieder Fahrt auf, die Lokalitäten öffnen nach und nach wieder, hieß es. In den USA und Europa seien die meisten Lokale geschlossen. In diesen beiden Regionen seien zuletzt zwar mehr Spirituosen im Supermarkt gekauft worden, laut Diageo sei aber unklar, wie lange dieser Trend anhält.

Corona-Krise stürzt Air France in massive Schwierigkeiten

Auch die Fluggesellschaft Air France-KLM kämpft wie die Lufthansa angesichts der weltweiten Reisebeschränkungen ums Überleben. Sie rechnet wegen der Coronavirus-Pandemie noch bis Ende Mai mit einem weitgehenden Ausfall ihres Geschäfts. Mehr als 90 Prozent des Flugangebots blieben bis dahin voraussichtlich ausgesetzt, teilte das französisch-niederländische Unternehmen mit. Bis dahin flögen die Flugzeuge des Konzerns in einem Grundangebot nur wenige Städte an.

Wie es anschließend weitergehe, sei derzeit noch nicht zu sagen. Im März beförderten die Konzerngesellschaften nicht einmal halb so viele Passagiere wie ein Jahr zuvor. Die Auslastung der Maschinen verschlechterte sich von 87,6 auf 67,1 Prozent.

„Air France verliert jeden Monat mehrere Milliarden Euro“, sagte der französische Finanzminister Bruno Le Maire am Mittwoch im Fernsehsender France 2. Die Gesellschaft brauche nicht nur eine helfende Hand, sondern massive Unterstützung des Staates. Diese werde das Unternehmen auch bekommen. Der Konzern verhandelt bereits mit den Regierungen über staatlich garantierte Kredite von rund sechs Milliarden Euro.

Wegen Corona-Krise senken Schweizer Banken ihre Gewinnausschüttungen

Angesichts der Krise hat die Finanzaufsicht Finma die Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse aufgefordert, ihre Gewinnausschüttungen zu drosseln. Sie hält wie ihr deutsches Pendant Bafin und die Europäische Zentralbank (EZB) umfangreiche Gewinnausschüttungen angesichts der derzeitigen Wirtschaftslage nicht für angemessen. Die beiden Banken teilen ihre Dividenden nun in zwei Tranchen auf.

Die Aktionäre der UBS sollen von der bisher geplanten Ausschüttung von 73 US-Cent je Aktie nun zunächst mit 36,5 Cent nur die Hälfte erhalten, wie die Bank mitteilte. Über die Ausschüttung der zweiten Hälfte sollen die Aktionäre bei einer außerordentlichen Versammlung am 19. November abstimmen, wenn die Ergebnisse zum dritten Quartal vorliegen.

Die Anteilseigner der Credit Suisse sollen von der geplanten Dividende in Höhe von 0,2776 Schweizer Franken je Aktie zunächst 0,1388 Franken erhalten. Über die Ausschüttung der zweiten Hälfte sollen sie bei einer außerordentlichen Versammlung im Herbst abstimmen, wenn die Markt- und Wirtschaftsbedingungen es zulassen, teilte die Bank mit.

Die Führungsspitzen von UBS und Credit Suisse betonen jedoch, dass ihre Institute auch die volle Ausschüttung gut hätten schultern können. Die Bank wäre in der Lage, Kunden und Wirtschaft zu unterstützen und gleichzeitig die Dividende in voller Höhe auszuzahlen, so die UBS.

Corona-Krise: Welthandelsorganisation rechnet mit einem Handelseinbruch bis zu 32 Prozent

Update 8. April, 16.38 Uhr: Die Welthandelsorganisation (WTO) rechnet in diesem Jahr mit einem Absturz des Welthandels wegen der Corona-Krise um 13 bis 32 Prozent. Dies sei die Spanne zwischen einem optimistischen und einempessimistischen Szenario, teilte die WTO am Mittwoch in Genf mit. „Der unvermeidliche Rückgang bei Handel und Produktion wird schmerzhafte Konsequenzen für Haushalte und Unternehmen haben, ganz abgesehen von dem menschlichen Leid, das diese Krankheit verursacht“, sagte WTO-Chef Roberto Azevedo. Es werde sich wohl „um die tiefste wirtschaftliche Rezession zu unseren Lebzeiten“ handeln.

Entscheidend sei auch, bereits jetzt diewirtschaftspolitisch richtigen Weichen zu stellen. Im Idealfall sei eine schnelle und kräftige Erholung möglich. „Und wenn die Länder kooperieren, werden wir eine schnellere Erholung erleben, als wenn jedes Land für sich alleine agiert.“ Im Gegensatz zu den Folgen der Bankenkrise 2008/2009 seidiesmal nicht die Wirtschaft Anlass der Krise, sondern sie sei nur in Folge des Kampfes gegen das Virus spektakulär in Mitleidenschaft gezogen worden. Dies begründe die Hoffnung, dass sie sich auch schnell wieder fangen könnte, meinte der WTO-Chef.

Coronavirus: McDonalds‘s nimmt Milliardenkredit auf

Update 8. April, 15.50 Uhr: Der weltgrößte Fast-Food-Konzern McDonald's hat wegen der Corona-Pandemie einen heftigen Geschäftseinbruch erlitten. Im vergangenen Monat fielen die vergleichbaren Erlöse weltweit im Vergleich zum Vorjahreswert um gut 22 Prozent, wie McDonald's am Mittwoch in Chicago mitteilte. Im gesamten ersten Quartal belief sich das Minus auf 3,4 Prozent. Auf dem US-Heimatmarkt gab es im März einen Rückgang um 13,4 Prozent und im Quartal ein Mini-Plus von 0,1 Prozent. Die Geschäftsprognose für 2020 zog das Unternehmen zurück.

McDonald‘s.

Die Ausbreitung des neuen Coronavirus habe dem Geschäft erheblich geschadet, sagte Vorstandschef Chris Kempczinski. Zwar seien 75 Prozent der Schnellrestaurants weltweit weiter in Betrieb, jedoch liege der Fokus auf Drive-thru, Take-away und Essenslieferungen. McDonald's rechnet weiter mit starken Belastungen und hat nach eigenen Angaben bereits 6,5 Milliarden US-Dollar (5,97 Mrd Euro) an neuen Krediten aufgenommen. Die Aktie reagierte zunächst mit leichten Kursverlusten. Ausführliche Quartalszahlen sollen am 30. April folgen.

In der Corona-Krise: Spanien will Wirtschaft mit lange geschmähtem Mittel retten - es soll „für immer“ bleiben

Update, 7. April, 15.10 Uhr: Die Unternehmensberatung Bain sieht die Autoindustrie „in ihrer wahrscheinlich schwersten Krise überhaupt“. Ohne staatliche Gegenmaßnahmen werde die weltweite Nachfrage dieses Jahr um 29 Prozent einbrechen, die Gewinne der Autoindustrie könnten um 70 bis 90 Prozent fallen - höhere Rabatte noch nicht mitgerechnet.

Der weltweite Absatz dürfte im April um zwei Drittel einbrechen und sich dann nur ganz langsam wieder erholen. In China gebe es schon erste Erholungstendenzen, im Gesamtjahr dürften dort 25 Prozent weniger Autos verkauft werden. „Deutlich stärker trifft die Corona-Rezession hingegen Europa. Mit 11 Millionen verkauften Pkw wird für 2020 ein Minus von 30 Prozent erwartet“, heißt es in der Studie. In Nordamerika dürfte der Absatz um ein Drittel einbrechen. Insgesamt würden die Automobilhersteller weltweit nur noch 64 Millionen Autos verkaufen, so die Bain-Prognose.

Update vom 6. April, 20.38 Uhr: Die Corona-Krise bringt gerade in wirtschaftlicher Hinsicht so einige Gewiss- und Gewohnheiten ins Wanken: In Deutschland gelten Staatsbeteiligungen auf einmal als sehr konkret denkbar, die USA wollen sich vermehrt um Arbeitslose kümmern - und der spanische Staat könnte nun gar eine Neuerung einführen, auf die Aktivisten in aller Welt seit Jahren dringen.

Wie unter anderem die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, will die spanische Regierung um den Sozialisten Pedro Sánchez „so bald wie möglich“ ein universelles Grundeinkommen einführen. Vorrangiges Ziel ist laut Wirtschaftsministerin und Vize-Premier Nadia Calvino, die Folgen der Krise abzumildern. Allerdings soll das Grundeinkommen bleiben. Und zwar „für immer“.

Im Fokus der Maßnahme sollen Calvinos Angaben zufolge Familien stehen. Dabei solle auch zwischen den „Lebensumständen“ der Empfänger-Familien unterschieden werden. Spanien gehört zu den am härtesten von der Corona-Krise betroffenen Staaten in Europa.

Corona-Krise: Apple überrascht mit Hilfs-Aktion - Neue Hilfe für Angestellte und Selbstständige 

Update vom 6. April, 8.47 Uhr:Im Kampf gegen die Corona-Pandemie produziert der US-Computerhersteller Apple jetzt gemeinsam mit Zulieferern Gesichtsschutz für medizinisches Personal. Dies teilte Apple-Chef Tim Cook am Sonntag (Ortszeit) auf Twitter mit. Die erste Lieferung sei vorige Woche an ein Krankenhaus in den USA gegangen, und das Feedback der Ärzte sei sehr positiv gewesen. Künftig sollen davon eine Million pro Woche hergestellt und bald auch über die USA hinaus verteilt werden. Der Schutz ist durchsichtig und bedeckt große Teile des Gesichts.

Apple habe außerdem weltweit mehr als 20 Millionen Atemschutzmasken über die eigenen Zulieferer besorgt, hieß es. „Wir arbeiten eng mit Regierungen auf allen Ebenen zusammen um sicherzustellen, dass diese den Orten mit dem größten Bedarf gespendet werden“, sagte Cook und sprach von einer „wahrhaft globalen Anstrengung“. Apple sehe sich verpflichtet, den weltweiten Kampf gegen Covid-19 zu unterstützen.

Österreich hat sie schon, die Maskenpflicht. Aber kommt sie auch in Deutschland?*

Corona-Krise: Neue Hilfe für Angestellte und Selbstständige - EU vergibt 100 Milliarden Euro

Update vom 2. April: Die EU-Kommission will Arbeitnehmer und Selbstständige in der Corona-Krise mit bis zu 100 Milliarden Euro unterstützen. Ihre Behörde schlage ein „neues Solidaritätsinstrument“ (unter dem Namen „Sure“) vor, um Menschen etwa über Kurzarbeit „im Job und Unternehmen am Laufen zu halten“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Donnerstag. Die dafür nötigen Kredite an bedürftige Länder sollen durch „Garantien“ der Mitgliedstaaten von rund 25 Milliarden Euro ermöglicht werden.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen

Das "Sure" genannte Programm werde "Kurzarbeit und ähnliche Maßnahmen unterstützen, um Mitgliedstaaten zu helfen, Jobs, Beschäftigte und Selbstständige vor dem Risiko von Entlassungen und Einkommensverlusten zu schützen" erklärte die Kommission. "Unternehmen können die Arbeitszeit der Beschäftigten vorübergehend reduzieren oder die Arbeit ganz einstellen, wobei der Staat für die nicht geleisteten Stunden eine Einkommensunterstützung gewährt."

Selbstständige sollten einen Einkommensersatz erhalten, hieß es weiter. Zudem sollten Bauern und Fischer eine Unterstützung erhalten. Für "die Bedürftigsten" solle der bestehende Europäische Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen (FEAD) angepasst werden. Dabei soll es künftig insbesondere "elektronische Gutscheine" für die Betroffenen geben, um in der Corona-Krise eine Ansteckungsgefahr zu vermeiden. 

Kanzlerin Angela Merkel berät nun mit dem Krisen-Kabinett über weitere Corona-Maßnahmen in Deutschland.*

Corona-Krise: VW-Tochter Seat beginnt in Spanien mit der Produktion von Beatmungsgeräten

Update vom 1. April, 12.18 Uhr: Immer mehr Unternehmen satteln inmitten der Corona-Krise um. Das Problem: Europa hat die Medizintechnik weitgehend ausgelagert. Die Coronavirus-Pandemie stellt den Kontinent deshalb vor eine ungewohnte Nachfrage-Problematik. Mehrere Autobauer haben sich bereits dazu entschieden, vorübergehend auf die Produktion von Beatmungsgeräten umzusteigen. Jetzt hat auch die spanische VW-Tochter Seat mit den überlebenswichtigen Maschinen begonnen. 

Im Hauptwerk Martorell bei Barcelona sei die Produktion angelaufen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. 150 Beschäftigte nutzten eine Montagelinie für den Seat Leon zur Serienfertigung der Geräte. Dafür seien größere Umrüstungen nötig gewesen. Man wolle einen „Beitrag zur Entlastung des von der Coronavirus-Krise schwer getroffenen spanischen Gesundheitssystems leisten“, hieß es. Die Zulassung der Geräte stehe aber noch aus. Spanien ist nach Italien das derzeit von der Pandemie am stärksten betroffene Land in Europa.

Corona-Krise: „Noch nie zuvor ...“ - Italiens Wirtschaft ruft um Hilfe aus Europa

Update vom 31. März 2020, 14.11 Uhr: Die Wirtschaft im besonders hart von der Corona-Pandemie getroffenen Italien könnte in diesem Jahr nach Schätzung des größten Arbeitgeberverbandes Confindustria um 6 Prozent einbrechen. Niemals zuvor in der Geschichte des Landes habe man sich einer Gesundheits-, Sozial- und Wirtschaftskrise diesen Ausmaßes gegenüber gesehen, teilte Confindustria am Dienstag mit. Der Verband forderte Italiens Regierung und die EU auf, Instrumente wie etwa Eurobonds aufzulegen, um die Folgen für die Wirtschaft abzufedern.

In Roms Einkaufsstraßen herrscht gespenstische Leere - Italiens Wirtschaft leidet.

Zusammen mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und dem französischen Medef wolle Confindustria zudem für einen Plan der EU für öffentliche Investitionen werben, hieß es weiter.

Die Pandemie trifft Italiens Wirtschaft zur Unzeit: Bereits 2019 konnte die Wirtschaft nur noch um 0,3 Prozent zulegen. Zudem ist Italiens Staat mit mehr als 130 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) hoch verschuldet. Sinkt das BIP und steigen zugleich die Staatsausgaben, dann steigt diese Quote noch höher an.

Für „Coronabonds“ sprach sich zuletzt auch Grünen-Chef Robert Habeck aus. Auch aus der deutschen Wirtschaft gab es am Dienstag allerdings schlechte Nachrichten. In Bayern gerät Gesundheitsministerin Huml unter Druck - Söder verlangt mehr Tempo und schickt seine Juristen*. 

Unseriöse Corona-Schutzmasken-Angebote: „Es ist Wildwest“

Update vom 29. März, 19.39 Uhr: Wenig ist aktuell so gefragt wie Atemschutzmasken. Doch Unternehmen versuchen nach Recherchen von WDR, NDR und SZ offenbar immer mehr, die schwierige Versorgungslage auszunutzen. Die Journalisten haben unter anderem Angebote und Zertifikate von Firmen ausgewertet - doch die Schutzkleidung sei oft mangelhaft, die Zertifikate gefälscht, kurz, die Anbieter unseriös.

Die Angebote seien zum Teil regelrecht kriminell, und das gefährde Patienten und Personal, die sich geschützt wähnten, zitiert der Tagesschau-Bericht Olaf Berse, den Geschäftsführer von Clinicpartner, einer bundesweiten Einkaufsgemeinschaft: „Es ist Wildwest. Jeder versucht jetzt, sich zu bereichern, die Not der Krankenhäuser auszunutzen.“

Lauterbach (SPD) fordert Corona-Masken-Produktion in Deutschland 

Der SPD-Politiker Karl Lauterbach fordert dem Bericht zufolge: „Hier muss tatsächlich der Staat einspringen. Das ist nichts, was der Markt auch nur im Ansatz lösen könnte.“ Er plädiert demnach für eine neue Bundesagentur, die Firmen in Deutschland mit der Produktion beauftragt.

Die Bundesregierung indes will Schutzmasken und -kittel im Schnellverfahren kaufen. Das Gesundheitsministerium habe ein sogenanntes Open-House-Verfahren gestartet, wie die Welt am Sonntag berichtet. Bei dieser Vorgehensweise finden keine Verhandlungen statt und die Geschäfte können schneller abgewickelt werden. Unternehmen, die auf das Angebot eingehen, müssen dem Bericht zufolge mindestens 25.000 Stück eines der beiden Produkte liefern, einen Mindeststandard garantieren und die Lieferung verantworten.

Rückruf von Atemschutzmasken aus China in den Niederlanden

In den Niederlanden wurden unterdessen zehntausende aus China importierte Atemschutzmasken zurückgerufen. Die Masken entsprächen nicht den geforderten Qualitätsstandards, teilte das niederländische Gesundheitsministerium mit. Ein Teil der Lieferung sei an Krankenhäuser verteilt worden, sie sollen dort nun aber nicht zum Einsatz kommen. 

Aktuell steigt die Nachfrage nach Atemschutzmasken weltweit enorm. Zunehmend sollen US-Einkäufer versuchen europäische Angebote für Masken zu überbieten.

Corona-Krise: Adidas will keine Miete mehr zahlen

Update vom 29. März, 11.04 Uhr: Die Corona-Krise trifft die ganze Welt. Vom Bürger bis hin zu internationalen Unternehmen. Die Fluggesellschaft Lufthansa operiert lediglich noch auf fünf Prozent. Inmitten der Krise kündigen jetzt das Modeunternehmen H&M, der Sportartikelhersteller Adidas, die Schuhkette Deichmann und viele andere Firmen an, für April ihre Mietzahlungen auszusetzen. 

Die Miete für ihre wegen der Coronakrise geschlossenen Shops würden sie von April an nicht mehr zahlen. Das berichtet Der Spiegel. Von weltweit 5000 H&M-Filialen seien 3400 betroffen, meldet das Modeunternehmen. Nicht wenige davon in Deutschland und Großbritannien. 

Deichmann kündigte an, die Miet- und Nebenkostenzahlungen für die 1200 Filialen in Deutschland ab April nicht mehr zu leisten. „Es ist richtig, dass Adidas, wie viele andere Unternehmen auch, vorsorglich Mietzahlungen temporär aussetzt, wo unsere Läden geschlossen sind. Wir sind dazu mit den betreffenden Vermietern in engem Austausch“, bestätigte auch eine Adidas-Sprecherin.

Der Schuhhersteller New Balance sattelt hingegen inmitten der Corona-Krise kurzer Hand um. Kurzfristig wolle man Know How und Produktionskapazitäten nutzen, um sich an der Produktion von Schutzmasken zu beteiligen. Das vermeldet die Firma auf der Unternehmenswebseite. Die Masken sollten der Krankenhaus-Gemeinschaft - also den sogenannten Pflegeberufen zur Verfügung gestellt werden. 

Das Unternehmen ist nicht das erste, das in der Krisenzeit umsatteln möchte. Mehrere Autobauer haben bereits angekündigt, sich an der Produktion der notwendigen Schutzkleidung beteiligen zu wollen. Unter anderem hatte etwa der Automobilkonzern Daimler angekündigt seine 3D-Drucker für die Herstellung von Medizinprodukten zur Verfügung zu stellen. 

Der schwäbische Textilhersteller Trigema löste allein die Ankündigung, in die Produktion von Atemschutzmasken einzusteigen, einen Bestellansturm aus. Der Automobilkonzern Daimler will 3D-Drucker für die Herstellung von Medizinprodukten zur Verfügung stellen. „Kommunen, Polizeibehörden, Krankenhäuser, einfach alle“ meldeten sich, um Masken zu bestellen, sagte Trigema-Chef Wolfgang Grupp der Neuen Osnabrücker Zeitung. Er kündigte an, kommende Woche werde sein Unternehmen rund 100.000 Schutzmasken herstellen, diese Woche dürften es demnach etwa 80.000 sein.

Coronavirus trifft Wirtschaft: IWF-Chefin hat neue Hiobsbotschaft - und wagt Jahresprognose

Update vom 28. März, 14.15 Uhr: Trotz massiver Auswirkungen der Corona-Krise auf die europäische Wirtschaft will EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen keine Corona-Bonds für die finanzielle Unterstützung einzelner Mitgliedsstaaten planen. Damit verbunden wäre eine milliardenschwere Schuldenaufnahme. Doch Länder wie Frankreich oder Italien, die besonders schwer von der Corona-Krise betroffen sind, sprachen sich für die Aufnahme solcher Bonds aus. In der EU gibt es dazu derzeit eine brisante Diskussion.

Update vom 27. März, 18.01 Uhr: Der Reisekonzern Tui soll im Kampf gegen den Einbruch seines Geschäfts wegen der Corona-Pandemie staatliche Hilfskredite über 1,8 Milliarden Euro bekommen. Man habe nach der Beantragung nun eine entsprechende Zusage der Bundesregierung erhalten, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Das Darlehen laufe über die Förderbank KfW, es müssten aber noch weitere Banken zustimmen.

Coronavirus: IWF-Chefin hat neue Hiobsbotschaft

Update vom 27. März, 17.44 Uhr: Die Weltwirtschaft befindet sich nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) wegen der Coronavirus-Pandemie schon in einer Rezession. Die Wirtschaft in den USA und weiteren reichen Ländern schrumpfe bereits, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa am Freitag. Die Weltwirtschaft werde wegen des Virus in diesem Jahr eine „schwere“ Rezession erleben, warnte Georgiewa. Im kommenden Jahr werde die Wirtschaft wieder wachsen, sagte sie.

Der IWF könne bis zu einer Billion US-Dollar (900 Mrd Euro) einsetzen, um Mitgliedsstaaten mit Krediten zu unterstützen, sagte Georgiewa. Dafür gebe es bereits 81 Anfragen von Entwicklungs- und Schwellenländern..

Der IWF hatte bereits am Montag gewarnt, dass die Weltwirtschaft dieses Jahr eine Rezession erleben werde, die mindestens so schlimm sein werde wie jene infolge der globalen Finanzkrise 2008/09.

Coronavirus: G20-Staaten schnüren Paket über fünf Billionen Dollar

Update vom 26. März 2020, 18.44 Uhr: Die G20 der führenden Wirtschaftsmächte will bei der Bekämpfung der Corona-Krise an einem Strang ziehen und die Weltwirtschaft zunächst mit insgesamt fünf Billionen US-Dollar stützen. Bei einem Videogipfel einigten sich die Staats- und Regierungschefs am Donnerstag darauf, konkrete Maßnahmenpakete zur Eindämmung der Pandemie und Abfederung der wirtschaftlichen Folgen zu erarbeiten. „Wir bekennen uns nachdrücklich dazu, dieser gemeinsamen Bedrohung geeint entgegenzutreten“, hieß es in ihrer Abschlusserklärung.

Alle Ergebnisse des G20-Gipfels finden Sie hier.

Coronavirus: Üble Hiobsbotschaft aus Trumps USA - riesige Arbeitslosen-Welle rollt an

Update vom 26. März, 13.46 Uhr: Die Wirtschaft der USA wird vom Coronavirus auf das Heftigste getroffen: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind infolge der Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie in den Vereinigten Staaten sprunghaft angestiegen. Ihre Zahl hat sich von 282.000 in der Vorwoche auf nunmehr rund 3,3 Millionen verzehnfacht, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte.

Entlassungen sind in den USA in der Regel wesentlich schneller möglich als etwa in Deutschland. In den USA gab es bislang auch keine Regelung wie das deutsche Kurzarbeitergeld, die den Arbeitsmarkt in Krisensituationen stabilisiert. Trump kündigte dazu kürzlich eine neue, eher zweifelhafte „Wunderwaffe“ an.

Das gesamte Ausmaß der wirtschaftlichen Verwerfungen der Coronavirus-Pandemie ist immer noch nicht absehbar. Viele Analysten befürchten inzwischen aber einen dramatischen Einbruch im zweiten Quartal und eine Rezession aufs ganze Jahr betrachtet. Auch die Börsen könnten von der Hiobsbotschaft erneut in Mitleidenschaft gezogen werden

Die G20-Staaten und die europäischen Staaten stimmten sich in einem Gipfel zur Coronakrise ab. Angela Merkel informiert in einem Video-Statement über die Ergebnisse.

Coronavirus: Vietnam stoppt Reis-Export - wird das Nahrungsmittel knapp?

Update 12.48 Uhr: Vietnam stoppt vorerst seine Reisexporte, um die Nahrungsmittelversorgung der eigenen Bevölkerung sicherzustellen. Sowohl die Corona-Pandemi als auch eine schwere Dürre und ein Eindringen von Salzwasser in das Mekong Delta im Süden des Landes böten Grund zur Sorge, begründete die Regierung in Hanoi den Schritt am späten Dienstagabend. Nahrungsmittel könnten knapp werden, warnte Ministerpräsident Nguyen Xuan Phuc in einer Mitteilung. Zudem ordnete er an, das Land solle zusätzliche Reisvorräte einkaufen. Der Zoll des südostasiatischen Landes wies die Dienststellen in den Provinzen an, ab dem heutigen Mittwoch keine Reisexporte mehr zu genehmigen.

Vietnam stoppt in der Corona-Krise den Reis-Export. (Symbolbild)

Im Mekong Delta ist in diesem Jahr das Salzwasser weiter in die örtlichen Flüsse eingedrungen als üblich und bedroht die Wasserversorgung für die landwirtschaftliche Produktion. Darunter leiden vor allem die Reisbauern in der Region. Nach Berichten von Staatsmedien haben der Klimawandel und der Bau von Dämmen flussaufwärts in China das Problem noch verstärkt.

Vietnam ist nach Indien und Thailand der drittgrößte Exporteur von Reis weltweit. Das Land exportierte im vergangenen Jahr rund 6,37 Millionen Tonnen Reis im Wert von umgerechnet 2,6 Milliarden Euro.

Bis zum Mittwoch wurden in Vietnam 134 Fälle der Lungenkrankheit Covid-19 gemeldet, die durch das Coronavirus verursacht wird. Todesfälle waren zunächst nicht bekannt.

Coronavirus: US-Regierung macht Weg frei für Billionen-Dollar-Konjunkturpaket

Update vom 25. März, 7.32 Uhr: In den USA haben sich Demokraten und Republikaner nun auf ein b illionenschweres Konjunkturpaket zur Linderung der verheerenden wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie geeinigt. Zuvor verweigerten die Demokraten einem Konjunkturpaket die Zustimmung. Wie am Mittwochmorgen nach mitteleuropäischer Zeit bekannt wurde, soll das Konjunkturpaket laut Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg zwei Billionen Dollar umfassen. Der führende Demokrat im Senat, Chuck Schumer, sowie der republikanische Mehrheitsführer, Mitch McConnell, teilten in Washington am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) vor Journalisten mit, dass die beiden Parteien nun einen Konsens gefunden haben. 

Update vom 24. März, 13.27 Uhr: Europas größte Billig-Airline Ryanair stoppt wegen der Corona-Pandemie alle Flüge für mindestens zwei Monate. Das Unternehmen gehe derzeit davon aus, dass keine Flüge im April und Mai stattfinden werden, teilte Ryanair-Chef Michael O'Leary in Dublin mit. Letztlich hänge das aber von den Regierungsanweisungen ab. Niemand wisse, wie lange die Pandemie dauern werde. Ryanair steht laut O'Leary aber bereit, gestrandete Passagiere zurückzufliegen oder sich zum Beispiel an Medikamenten-Lieferungen zu beteiligen.

Update vom 24. März, 9.28 Uhr: Tech-Milliardär Elon Musk hat für den Kampf gegen das Coronavirus seine Hilfe angeboten. Er habe in China 1255 Beatmungsgeräte gekauft und nach Los Angeles gebracht, schrieb der 48-jährige Tesla-Chef auf Twitter. „Wenn Sie ein kostenloses Beatmungsgerät installiert bekommen möchten, lassen Sie es mich wissen“, sagte Musk.

Update vom 23. März, 18.52 Uhr: Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) Kristalina Georgieva hat am Montag vor den Auswirkungen des Coronavirus auf die Weltwirtschaft gewarnt. Die 66-Jährige warnte vor einer wirtschaftlichen Rezession, die schlimmer werde, als bei der Finanzkrise 2008. Die Pandemie werde „schwerwiegende“ wirtschaftliche Auswirkungen haben und der Ausblick für dieses Jahr sei negativ. Erwartet werde eine "Rezession mindestens so schlimm wie während der weltweiten Finanzkrise oder schlimmer".

Georgieva begrüßte die Maßnahmen zahlreicher Länder, um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzufedern. Zugleich beklagte sie, dass Investoren seit Beginn der Krise bereits 83 Milliarden Dollar an Kapital aus Schwellenländern abgezogen hätten - das sei mehr als jemals zuvor. Georgieva erklärte, der IWF stehe bereit, seine gesamte Kreditkapazität in Höhe von einer Billion Dollar einzusetzen.

Coronavirus: Eurowings streicht weitere Flüge - EU-Staaten wollen Defizitregel aussetzen

Update vom 23. März, 17.52 Uhr: Die EU-Staaten haben Pläne gebilligt, wegen der Corona-Krise erstmals die europäischen Regeln für Haushaltsdefizite auszusetzen. Europas Finanzminister stimmten am Montag einem Vorschlag der EU-Kommission zu, eine entsprechende Klausel im Stabilitäts- und Wachstumspakt zu aktivieren, wie sie in einer Erklärung mitteilten. Dies solle "die erforderliche Flexibilität" gewährleisten, um in der Krise "alle notwendigen Maßnahmen" zur Unterstützung der Gesundheitssysteme und der Wirtschaft zu ermöglichen.

Update vom 23. März, 17.16 Uhr: Bei der Lufthansa-Billigmarke Eurowings kommt es zu weiteren Streichungen im Flugprogramm. Die Kapazität der Flüge wird bis auf zehn Prozent des bisherigen Plans gesenkt, bestätigte das Unternehmen am Montag. Die Flugzeuge der Eurowings-Töchter Germanwings und Eurowings Europe bleiben vollständig am Boden. 

Der Lufthansa-Konzern hatte bereits am Donnerstag angekündigt, sein Flugangebot bis 19. April auf nur noch fünf Prozent des eigentlich geplanten Programms zusammenzustreichen. Rund 700 der 763 Flugzeuge des Konzerns stehen dann am Boden.

Coronavirus und die wirtschaftliche Konsequenzen: Jahreshauptversammlungen auch digital möglich

Update vom 23. März, 15.41 Uhr: Zahlreiche Unternehmen haben in den vergangenen Tagen wegen der Corona-Pandemie ihre jährlichen Hauptversammlungen verschieben müssen - und damit auch die Dividendenzahlungen an ihre Aktionäre. Das von der Bundesregierung am Montag beschlossene Maßnahmenpaket ermöglicht nun auch erstmals, dass die Hauptversammlungen auch in virtueller Form abgehalten werden dürfen. Dieser Beschluss wurde zuvor von vielen Unternehmen gefordert. 

Laut Gesetzentwurf können Unternehmen künftig per Vorstandsbeschluss den Aktionären Online-Zugänge zugänglich machen - bisher war hier eine Satzungsregelung erforderlich. Hauptversammlungen können künftig ganz ohne Präsenz der Anteilseigner stattfinden, wenn die Bild- und Tonübertragung gewährleistet ist. Das Deutsche Aktieninstitut (DAI), das die Interessen der kapitalmarktorientierten Unternehmen vertritt, lobte den Beschluss der Regierung: Das schnelle Handeln verdiene große Anerkennung. Der Gesetzentwurf enthalte viele gute Regelungen - müsse "an der einen oder anderen Stelle aber noch nachjustiert werden".

Das DAI kritisiert auf der anderen Seite die  eingeschränkten Fragemöglichkeiten für Anteilseigner. Momentan stehe nicht die Infrastruktur zur Verfügung, um die Fragen der Anteilseigner in Echtzeit zu beantworten. 

Update vom 23. März, 14.50 Uhr: Die Lufthansa ist von der Corona-Krise schwer betroffen. Seit Montagmorgen sorgt die Airline nun für im doppelten Sinne symbolträchtige Fotos: Lufthansa hat damit begonnen, im großen Stile Flugzeuge am Frankfurter Flughafen zu parken - auf der Landesbahn Nordwest, die seit Montag gesperrt ist.

Zunächst seien acht Flugzeuge geparkt worden, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Ziel sei es, möglichst viele Jets platzsparend quer zu Fahrtrichtung auf der Landebahn unterzubringen. Der Flughafenbetreiber Fraport sprach von einem historischen Prozedere. Die Sperrung einer Landebahn zum Parken von Jets habe es wegen einer Virus-Pandemie in Frankfurt noch nie gegeben, erklärte die Fraport. Der Flughafen fährt den Betrieb auf aktuell ein Minimum herunter und schickt mindestens 18.000 seiner 22.000 Beschäftigten in Kurzarbeit.

Coronavirus und die wirtschaftlichen Konsequenzen: Airbus verkündet gute Neuigkeiten

Mutmaßlich gute Neuigkeiten gibt es unterdessen vom europäischen Flugzeugbauer Airbus. Nach viertägigem Stillstand wegen der Corona-Pandemie hat er seine Produktion in Frankreich und Spanien teilweise wieder aufgenommen. Durch zusätzliche Hygiene-Maßnahmen sei die "Gesundheit und Sicherheit" der Beschäftigten in den Betriebsstätten nun sichergestellt, erklärte der Konzern am Montag. Um seine Zahlungsfähigkeit zu sichern, nahm Airbus neue Milliardenkredite auf und strich die geplante Dividenden-Zahlung für seine Aktionäre.

An anderen Standorten - darunter Deutschland - wurden die Hygieneauflagen demnach ohne Produktionsstopp umgesetzt. In Frankreich beschäftigt Airbus rund 48.000 Menschen. "Wir sichern unsere Aktivitäten, um die Zukunft von Airbus zu gewährleisten", erklärte Airbus-Vorstandschef Guillaume Faury. "Die Luftfahrtgesellschaften sind massiv von der einbrechenden Nachfrage und den Reisebeschränkungen betroffen", sagte er bei einer telefonischen Pressekonferenz.

Coronavirus: „Wird alles übersteigen ...“ - Deutsche Wirtschaftsexperten legen düstere Szenarien vor

Update vom 23. März, 13.35 Uhr: Nach Berechnungen des Münchner Ifo-Instituts wird die Corona-Pandemie die deutsche Volkswirtschaft voraussichtlich Hunderte von Milliarden Euro kosten. Das Virus beschere der Wirtschaft Produktionsausfälle, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit und werde den Staatshaushalt erheblich belasten, erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest am Montag. Je nach Szenario schrumpfe die deutsche Wirtschaft um 7,2 bis 20,6 Prozentpunkte. Das entspreche Kosten von 255 bis 729 Milliarden Euro.

"Die Kosten werden voraussichtlich alles übersteigen, was aus Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen der letzten Jahrzehnte in Deutschland bekannt ist", sagte Fuest. Strategien seien erforderlich, die es erlauben, eine Wiederaufnahme der Produktion mit einer weiteren Eindämmung der Epidemie zu verbinden.

Deutsch-französisches Reformkonzept für die Eurozone

Bei drei Monaten Teilschließung erreichen die Kosten den Berechnungen zufolge 354 bis 729 Milliarden Euro. Das sind demnach 10,0 bis 20,6 Prozentpunkte Wachstumsverlust. Für jede Woche Verlängerung rechnen die Münchner Wirtschaftsforscher mit zusätzlichen Kosten zwischen 25 und 57 Milliarden Euro sowie einem damit verbundenen Wachstumsrückgang um 0,7 bis 1,6 Prozentpunkte.

Auch die Bundesbank rechnet wegen der Coronavirus-Krise mit einer „ausgeprägten“ Rezession in Deutschland. Die Maßnahmen zu Eindämmung der Infektionszahlen hätten massive wirtschaftliche Auswirkungen, hieß es im am Montag veröffentlichten aktuellen Monatsbericht der Notenbank. „Das Abgleiten in eine ausgeprägte Rezession ist nicht zu verhindern.“ Eine wirtschaftliche Erholung werde erst einsetzen, wenn die Pandemiegefahr wirksam eingedämmt sei.

Coronavirus-Krise: Großbank schließt fast Hälfte der Filialen in Deutschland

Update vom 23. März, 11.25 Uhr: Die Deutsche Bank schließt ab Dienstag wegen der Corona-Pandemie vorübergehend rund 200 Filialen für die Kunden. Die Zahl der in Betrieb befindlichen Filialen werde von bislang mehr als 500 auf rund 290 reduziert, teilte das Kreditinstitut am Montag mit. Die Selbstbedienungsbereiche blieben aber überall zugänglich, die Bargeldversorgung sei sichergestellt, sofern ein Geldautomat vorhanden sei.

Die Dienstleistungen würden von den nächstgelegenen, weiterhin geöffneten Deutsche-Bank-Filialen oder von Standorten des mobilen Vertriebs übernommen, erläuterte das Geldinstitut. Die Betreuung der Kunden sei weiterhin in rund 300 Filialen, per Telefon in regionalen Beratungscentern und Callcentern sowie online und mobil "vollumfänglich gewährleistet".

Coronavirus-Krise: Airbus-Chef schlägt Alarm

Update vom 23. März, 9.32 Uhr: Flugzeugbauer Airbus setzt sich in der Coronavirus-Krise für eine „starke Unterstützung“ der Airlines durch die Staaten ein. Wie Konzernchef Guillaume Faury bei einer kurzfristig angesetzten Telefonkonferenz im französischen Toulouse erläuterte, seien besonders die Fluggesellschaften durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie wirtschaftlich akut betroffen. Wie Faury mitteilte, ersuche Europas Flugzeugbau-Gigant jedoch „keine direkte Hilfe der Regierungen für Airbus“. Vielmehr gehe es dem Vorstandsvorsitzenden neben den Airlines auch um Unterstützung für die Zulieferer, die in Schwierigkeiten geraten sind. „Das ist eine sehr komplizierte Branche“, so der gelernte Ingenieur. Der Franzose schildert, dass ein Flugzeug schließlich bis zu 500.000 Einzelteile besitze.

„Es ist unsere Verantwortung, jetzt zu handeln“, sagte Faury und wies auf die neue Kreditlinie über 15 Milliarden Euro hin, mit der der europäische Hersteller sich weitere Liquidität sichern will. „Ich bin überzeugt, dass Airbus und die Luft- und Raumfahrtindustrie als Ganzes diese kritische Phase überwinden werden.“ Einen Hilferuf für eine ganze Branche tätigte kürzlich auch TV-Koch Tim Mälzer bei „Markus Lanz“.

Corona-Pandemie: Beinahe kompletter Stillstand bei Singapore Airlines

Unterdessen wurde bekannt, dass Singapore Airlines aufgrund der Verbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 bis Ende April nahezu alle Flieger am Boden lassen wird. Grund sei die Ausweitung von Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie, teilte die Fluggesellschaft mit. Insgesamt sollen 96 Prozent der ursprünglich geplanten Kapazitäten gestrichen werden, hieß es. Der Einbruch bei der Nachfrage an Flugreisen habe zu einem deutlichen Rückgang der Einnahmen durch Passagiere geführt.

Wann der Flugbetrieb wieder völlig normal laufen könne, sei unklar. Im Augenblick herrsche nämlich Ungewissheit darüber, wann die strengen Grenzkontrollen aufgehoben werden würden, teilte die Airline weiter mit.

Der Coronavirus sorgt für eine akute Verringerung des Flugverkehrs.

Am Sonntag hatte die Regierung in Singapur ein Einreiseverbot für Ausländer oder Menschen ohne Aufenthalts- oder Arbeitsgenehmigung verhängt, nachdem die Zahl der importierten Corona-Fälle sprunghaft angestiegen war. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums handelt es sich bei rund 80 Prozent der Neuinfektionen in jüngster Zeit um Menschen, die aus dem Ausland nach Singapur gekommen sind.

Corona-Krise: 680.000 geschmuggelte Masken und Geräte entdeckt - Sie waren für Italien vorgesehen

Update vom 22. März, 18.55 Uhr: In Tschechien wurden tausende für das vom Coronavirus* betroffene Italien bestimmte Atemschutzmasken gefunden. Die Lieferung aus China sind auf mysteriöse Weise in Tschechien hängen geblieben. Tschechische Behörden hätten die Masken beschlagnahmt und unter dem Vorwand einer Razzia gegen Schmuggler behalten. Das berichtet die italienische Zeitung "La Repubblica".

Bis Sonntag konnte jedoch nicht ausgemacht werden, ob die Atemschutzmasken vorsätzlich behalten wurden oder ob es sich um ein Missverständnis oder gar einen Logistikfehler handelte. Ein Mangel an Schutzmasken herrscht momentan in ganz Europa. Tschechien hat die Kontrollen für den Handel mit entsprechenden Güter infolgedessen verschärft.

Die tschechische Polizei hatte am Dienstag bei einer Razzia in einem Lagerhaus nördlich von Prag 680.000 geschmuggelte Masken und Beatmungsgeräte beschlagnahmt.

Laut Innenminister Jan Hamacek handelt es sich bei „einem kleineren Teil“ der beschlagnahmten Güter um eine chinesische Spende an Italien. Die Spende umfasste laut tschechischen Medien jedoch rund 100.000 Masken. Nun ermitteln die Behörden, um herauszufinden, wie die Masken in das Lagerhaus gelangen konnten, so Hamacek. Der Inennminister versicherte, Italien werde "kein Verlust" entstehen.

Corona-Krise: Airline Emirates streicht sämtliche Passagierflüge

Update vom 22. März, 14.58 Uhr: Eine weitere Airline fährt wegen der Corona-Krise herunter: Emirates will vom 25. März an sämtliche Passagierflüge streichen. „Dieser schmerzhafte, aber pragmatische Schritt wird unserer geschäftlichen Überlebensfähigkeit helfen, weltweit Jobs bewahren und Einschnitte verhindern“, twitterte das Unternehmen.

Ursprungsmeldung vom 22. März: Paris - Der Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), José Angel Gurría, hat die internationale Gemeinschaft zu einer abgestimmten Antwort auf die Corona-Krise aufgerufen. „Dies ist der dritte und bislang größte wirtschaftliche, finanzielle und soziale Schock des 21. Jahrhunderts und erfordert moderne, globale Anstrengungen, die dem Marshallplan und dem New Deal des letzten Jahrhunderts entsprächen“, sagte er.

Corona-Krise: Wirtschaftswissenschaftler warnt vor langanhaltender Rezession 

Nur eine international koordinierte Antwort könne den unmittelbaren Gesundheitsnotstand bewältigen und den wirtschaftlichen Schock abfedern, erklärte Gurría in seiner Pressemitteilung weiter. Er rief zu sofortigem Handeln auf, um eine langanhaltende Rezession zu verhindern. 

Er verlangte unter anderem, so schnell wie möglich Impfstoffe zu entwickeln und zu produzieren sowie umfassende Corona-Tests und Behandlungen aller Patienten - unabhängig davon, ob sie eine Krankenversicherung haben oder nicht.

Zur Unterstützung der Wirtschaft schlug er die Stundung von Abgaben- und Steuerzahlungen vor, vorübergehende Senkung oder Stundung der Mehrwertsteuer, verbesserte Finanzierungszugänge durch Kredite oder staatliche Garantien und spezielle Unterstützungspakete.

Corona-Schaden für deutsche Wirtschaft: Experten mit düsterer Prognose

Davor, dass zum Beispiel die deutsche Wirtschaft wegen der Corona-Krise zu einem „Fall für die Intensivstation“ werden können, warnt der Volkswirtschaftsprofessor Thomas Straubhaar gegenüber der Bild (Artikel hinter Bezahlschranke): „Weder die Ölkrise in den 70ern, die Terroranschläge von 2001 noch die Finanzmarktkrise von 2008 haben die weltweite Produktion von Waren derart gelähmt, wie es die nun von der Politik beschlossenen Maßnahmen tun.“

In einem Gastbeitrag für die Bild äußerte sich der ehemalige Finanzminister Peer Steinbrück  (SPD) ähnlich: „Sie wird wirtschaftlich zu einer tieferen Rezession führen als die Finanzkrise 2008/9“, schrieb er.

Corona-Krise: Bundesregierung soll mehr als halbe Billion Euro Hilfen für Firmen planen

Die Bundesregierung in Deutschland etwa will angesichts der dramatischen Folgen der Corona-Krise Firmen und Jobs mit unbegrenzten Kreditprogrammen schützen. Dem Handelsblatt zufolge sieht ein Gesetzentwurf für einen „Wirtschaftsstabilisierungsfonds“ (WSF) vor, 600 Milliarden Euro für Firmen bereitzustellen. 

Der Entwurf solle demnach am 23. März vom Bundeskabinett verabschiedet werden. Zudem spannt die Merkel-Regierung ein Maßnahmenpaket für Unternehmen, Künstler, Selbständige*. Die wirtschaftlichen Folgen durch die Ausbreitung des Coronavirus* sollen so abgemildert werden.

Corona-Krise: Bundesregierung rechnet mit drastischem Wirtschaftseinbruch

Offenbar rechnet die Bundesregierung mit einem Wirtschaftseinbruch von fünf Prozent in diesem Jahr. Wie die Bild am Sonntag berichtete, geht Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) in seinen Berechnungen für den Nachtragshaushalt laut Regierungskreisen von einem Schrumpfen der Wirtschaft in dieser Höhe aus. Das führe zu Mindereinnahmen im Haushalt 2020 von 33,5 Milliarden Euro.

Scholz plant einen Nachtragshaushalt mit einer Neuverschuldung in Höhe von 156 Milliarden Euro. Nach seiner Finanzplanung wird es 20 Jahre dauern, diese Corona-Krisen-Kredite zurückzuzahlen, berichtete die Zeitung weiter.

dpa/AFP/frs

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