Daimler mit Kampfansage an Konkurrenz

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Stuttgart - Die starke Nachfrage nach Premiumautos und Lastwagen haben Daimler im vergangenen Jahr zu Rekorden bei Umsatz und Ergebnis verholfen.

Der Autokonzern Daimler blickt auf das erfolgreichste Jahr seiner Unternehmensgeschichte zurück. Die starke Nachfrage nach teuren Autos und Lastwagen hat dem Stuttgarter Konzern zu Bestwerten bei Umsatz, Absatz und Ergebnis verholfen. Der Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche gab sich zufrieden. “Wir hatten uns für 2011 viel vorgenommen, und wir haben es mehr als erreicht“, sagte er am Donnerstag. Gerade im Pkw-Bereich konnten die Konkurrenten BMW und Audi aber bessere Zahlen ausweisen. Dennoch erneuerte Zetsche den Führungsanspruch von Daimler.

Insgesamt lag der Gewinn nach vorläufigen Zahlen bei 6,0 Milliarden Euro, der Umsatz bei 106,5 Milliarden Euro, wie Daimler in Stuttgart mitteilte. 2010 hatte das Ergebnis noch 4,7 Milliarden und der Umsatz 97,8 Milliarden Euro erreicht. Daimler setzte im vergangenen Jahr 2,1 Millionen Fahrzeuge ab, das waren elf Prozent mehr als im Vorjahr - ebenfalls ein Bestwert. Die Börse reagierte positiv. Der Aktienkurs schoss zunächst um fünf Prozent nach oben und lag am Mittag noch vier Prozent im Plus.

Mercedes-Benz Cars mit den Marken Mercedes-Benz, Maybach und Smart schulterte mit einem Verkaufsrekord von 1,38 Millionen Fahrzeugen den Großteil des guten Ergebnisses. Auch der Umsatz der Sparte erreichte einen Höchststand von 57,4 Milliarden Euro und trug damit mehr als zur Hälfte zum Gesamterlös bei.

Enorme Steigerungsraten verbuchte die Truck-Sparte, die sich zunächst langsam von der Finanzkrise 2009 erholt hatte. 2011 stiegen sowohl Umsatz als auch Absatz um jeweils ein Fünftel.

Ausgaben für Entwicklung und Forschung deutlich gestiegen

Gleichzeitig stiegen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Konzern auf 5,6 Milliarden Euro, nachdem sie im Vorjahr 4,8 Milliarden Euro betrugen.

Belastend wirkten sich die aus der Flut- und Atomkatastrophe in Japan entstandenen Kosten von 80 Millionen Euro aus. Zudem musste Daimler auf die Beteiligungen am russischen Lkw-Hersteller Kamaz und an Renault insgesamt 142 Millionen Euro abschreiben.

Angesichts der Rekordwerte schlug die Rendite im Verhältnis negativ nach unten aus. Die Umsatzrendite bei Mercedes-Benz Cars betrug 9,0 Prozent, ein an sich guter Wert, der aber deutlich unter der Konkurrenz von Audi und BMW liegt. Die Rendite bei Daimler Trucks betrug 6,5 Prozent. Daimler strebt für beide eine Zielrendite von 10 beziehungsweise 8 Prozent ab 2013 an.

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Zetsche sagte, Daimler sei in einem langfristigen Geschäft unterwegs, in dem Produktzyklen Auf- und Abwärtsbewegungen brächten. “Wir befinden uns an unserem unteren Wendepunkt, was den Zyklus angeht“, sagte Zetsche.

Der Konzernchef setzt für eine bessere Entwicklung vor allem auf neue Produkte. Bei Mercedes-Benz Cars stehen alleine 2012 sechs neue Fahrzeuge an. Bereits 2011 wurde die neue B-Klasse eingeführt. “Die Auftragseingänge übertreffen deutlich unsere Erwartungen“, sagte Zetsche. Im vergangenen Jahr wurde zudem der neue Actros vorgestellt, den Zetsche als “unseren wohl wichtigsten Truck für das gesamte Jahrzehnt“ bezeichnete.

Weiteres Wachstum erwartet

Mit Ausnahme vom durch die Staatsschuldenkrise belasteten westeuropäischen Markt geht der Konzern von einem weiteren weltweiten Wachstum in diesem Jahr aus. Global dürften die Auto-Zulassungen um rund vier Prozent zulegen, hieß es. Bei den Lastwagen erwartet der Konzern eine Nachfrage, die mindestens auf dem Niveau von 2011 liegt. Insgesamt wollen die Stuttgarter Absatz und Umsatz weiter steigern. Sie streben zudem ein operatives Ergebnis auf Vorjahresniveau an.

Langfristig will Zetsche den Konzern an die Spitze führen. Er erneuerte das Ziel, 2020 mehr Autos als jeder andere Premiumhersteller zu verkaufen. Absolut liegt BMW derzeit vor den Stuttgartern, Audi weist die höheren Wachstumszahlen aus. Zetsche erweiterte den Führungsanspruch auch auf die anderen Geschäftsfelder Trucks, Busse, Vans und Finanzdienstleistungen. “Wir wollen in all unseren Geschäftsfeldern die Spitzenposition“, sagte er.

Aufgrund des wirtschaftlichen Erfolges stockte der Konzern auch die Belegschaft deutlich auf. Mit weltweit 271.370 Mitarbeitern waren Ende 2011 über 11.000 Menschen mehr bei Daimler beschäftigt als ein Jahr zuvor.

dapd

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