Deutsche-Bank-Tochter Postbank schafft Trendwende

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Stefan Jütte, Vorstandsvorsitzender der Postbank AG: Im vergangenen Jahr erzielte das Institut in seinem Privatkundengeschäft 897 (Vorjahr: 717) Millionen Euro Vorsteuergewinn.

Frankfurt/Bonn - Gute Nachrichten für Josef Ackermann: Seine jüngste Tochter, die Postbank, ist operativ wieder in der Gewinnzone. Mit ihren rund 14 Millionen Privatkunden erwartet die Postbank weitere Gewinne.

Rechtzeitig zur Übernahme durch die Deutsche Bank fasst die Postbank wieder Tritt und stellt steigende Gewinne in Aussicht. “Die Nachwirkungen der Finanzmarktkrise lassen nach. Die Postbank ist auf gutem Wege, dieses Kapitel abzuschließen und sich wieder voll auf ihr operatives Kerngeschäft konzentrieren zu können“, erklärte der Bonner Konzern am Donnerstag. Gemeinsam mit ihrer neuen Haupteigentümerin Deutsche Bank will die Postbank ihr Profil als führende Privatkundenbank Deutschlands weiter schärfen.

“Das operative Geschäft der Bank lief 2010 rund und hat auch 2011 gut begonnen“, sagte Vorstandschef Stefan Jütte in Frankfurt. Der Vorstand gehe davon aus, “dass die Postbank in den Jahren 2011 und 2012 an die gute Entwicklung des vergangenen Geschäftsjahres anknüpfen und ihr Ergebnis Schritt für Schritt steigern wird“. Eine konkrete Prognose gab es nicht, unter anderem wegen der noch fragilen Lage an den Finanzmärkten und der schärferen Regeln für die Branche.

Im vergangenen Jahr kehrte die Privatkundenbank operativ in die Gewinnzone zurück - weil das Geschäft in den Kerngeschäftsfeldern Privat- und Firmenkunden wieder besser lief und weitere riskante Papiere abgestoßen wurden. Vor Steuern betrug der Gewinn 315 Millionen Euro - nach 398 Millionen Euro Verlust ein Jahr zuvor. Unter dem Strich standen 138 (Vorjahr: 76) Millionen Euro. Im Jahr 2009 hatte die Bank von einer hohen Steuergutschrift profitiert.

Vor allem der Zinsüberschuss stieg kräftig: um 13,6 Prozent auf 2,73 Milliarden Euro. Belastet blieb das Ergebnis vom Engagement in riskanten, strukturierten Produkten. Allerdings verringerte die Bank ihre Finanzanlagen weiter um 27,4 Prozent auf 59,0 Milliarden Euro.

Mit der Deutschen Bank im Rücken will die Postbank mit ihren etwa 14 Millionen Kunden ihre Position als führende Privatkundenbank Deutschlands ausbauen. “Wir betrachten die Übernahme durch die Deutsche Bank nicht als Bedrohung, sondern als Chance“, sagte Jütte. Er betonte: “Für unsere Kunden ändert sich nichts. Sie bleiben Postbank-Kunden.“

Die Deutsche Bank hatte sich Ende 2010 die Postbank-Mehrheit gesichert und hält derzeit rund 52 Prozent des Bonner Konzerns. Das nächste größere Projekt der beiden Häuser: Engere IT-Zusammenarbeit. Dies werde “sicher ohne Mitarbeiterabbau nicht gehen“, sagte Jütte. “Es sind aber noch keine konkreten Zahlen gemeinsam erhoben worden.“

dpa

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