Deutsche trinken nur noch 109,6 Liter Bier

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Die Deutschen haben 2009 pro Kopf nur 109,6 Liter Bier getrunken.

Berlin - Die Deutschen haben 2009 pro Kopf nur 109,6 Liter Bier getrunken. In den letzten 15 Jahren ist der Bier-Konsum somit um 21 Prozent zurückgegangen. Doch für 2010 besteht wieder Hoffnung.

Die Bundesbürger haben auch im vergangenen Jahr wieder weniger Bier getrunken. Der Pro-Kopf-Verbrauch sank nach Angaben des Deutschen Brauer-Bunds von 111,1 Liter im Jahr 2008 auf 109,6 Liter. Zurückzuführen sei der seit Jahren stetige Rückgang auf eine “Veränderung der Trinkkultur“, sagte Präsident Wolfgang Burgard am Donnerstag in Berlin. Die Brauereien müssten sich jetzt auf die gesellschaftlichen und demografischen Veränderungen einstellen.

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Innerhalb der Branche gab es dem Verband zufolge seit der Jahrtausendwende zahlreiche Zusammenschlüsse zu großen Braugruppen. Auch die Internationalisierung schreite voran: Mittlerweile würden etwa 23 Prozent des deutschen Bieres mit internationaler Beteiligung gebraut, sagte Burgard. Rund 5.000 deutsche Biere werden nach Angaben der Brauer derzeit von 1.327 Braustätten gebraut. Im Vergleich zu vor 15 Jahren ging der Pro-Kopf-Bierkonsum um 21 Prozent zurück. Der gesamte Ausstoß verringerte sich seit 1994 um 20 Millionen Hektoliter.

2010 bis zu einem Prozent Zuwachs erwartet

Das Trinkverhalten der Bevölkerung während der anstehenden Fußballweltmeisterschaft verspricht das Geschäft zu beleben. Große gesellschaftliche Ereignisse böten immer einen Anlass, mehr Bier zu trinken - nicht nur beim Public Viewing, sondern auch in den Kneipen und zu Hause, sagte Burgard. “Fußball ist was, was da sehr verbindet“, meinte der Verbandschef. Zudem entstehe zu solchen Anlässen ein genereller “Konsumenteneffekt“: Wenn die deutsche Nationalmannschaft es schaffen würde, lange genug in der WM zu bleiben, “lenkt das von dem einen oder anderen Problem ab“, erklärte Burgard.

“Die Leute sind besser gelaunt und bereit, mehr zu konsumieren.“ Der Verbandschef rechnet daher für 2010 mit einem WM-bedingten Mehr am Verbrauch von einem halben bis einen Prozent. Man habe zudem erkannt, dass der Trend bei vielen jungen Leuten vom Genuss alkoholartiger Getränke und somit vom Bier weggehe, sagte der Präsident weiter. Lebensgewohnheiten hätten sich stark verändert. Daher wolle man neue Wege bestreiten, was Geschmack und auch Verpackung angeht, Produkte entwickeln, die gezielt Frauen ansprechen und verstärkt auf neue Vermarktungswege bauen. Ein Beispiel sei alkoholfreies Bier als isotonisches Sportgetränk.

DAPD

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