Sky Deutschland erholt sich weiter

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Ein "Sky"-Kameramann filmt im August 2011 vor Spielbeginn Hamburger SV gegen Hertha BSC Berlin.

München - Sky Deutschland schreibt weiter Verluste und verkneift sich noch immer eine Prognose für die ersten Gewinne. Aber es geht aufwärts: Mehr Kunden, mehr Umsatz und ein breiteres Angebot nähren die Hoffnung auf nachhaltige Besserung.

Sky Deutschland schreibt weiter rote Zahlen. Der Bezahlsender schaffte wie erwartet auch im dritten Quartal nicht den Sprung in die Gewinnzone. Allerdings konnte das Sorgenkind im Medienimperium von Rupert Murdoch seine Verluste erneut deutlich eindämmen und bei den wichtigen Abonnenten-Zahlen kräftig zulegen. “Wir haben alle Kennzahlen verbessert und das beste Neukundenwachstum der Unternehmensgeschichte in einem dritten Quartal erzielt“, sagte Sky-Chef Brian Sullivan am Donnerstag in München. Wann der Sender die ersehnten Gewinne machen wird, wollte er aber erneut nicht vorhersagen. “Es gibt noch eine Menge zu tun“, sagte Sullivan.

Unter dem Strich steht zwischen Juli und September ein Minus von knapp 47 Millionen Euro, nachdem vor einem Jahr der Verlust noch gut 89 Millionen betrug. Der Umsatz legte um 17 Prozent auf 284,5 Millionen Euro zu. Vor allem bei der Zahl der Kunden fiel der Zuwachs besonders kräftig aus und nährt damit die Hoffnung, dass das frühere Premiere früher oder später Gewinne schreiben könnte. Im dritten Quartal kamen netto 98 000 neue Abos hinzu. Vor einem Jahr lag das Plus noch bei 45 000 neuen Kunden.

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Damit wächst die Zahl der Abonnenten auf 2,857 Millionen nach dem dritten Quartal. Da das vierte Quartal mit dem für den Sender sehr wichtigem Weihnachtsgeschäft noch aussteht, könnte Sky dicht an die Marke von 3 Millionen Kunden herankommen - oder sie gar knacken. Lange galt dies als das Minium für den Sprung in die schwarze Zahlen. Doch Sullivan will davon nichts mehr wissen. “Ich mache mir keine Gedanken um die 3 Millionen, sondern um 4 oder 5 Millionen Kunden. Unser Ziel ist es, weit über die 3 Millionen zu kommen.“

Dafür setzt Sullivan konsequent auf den Ausbau des Angebots, etwa beim hochauflösenden Fernsehen (HD) und mobilen Angeboten wie Sky Go. Dafür muss der Konzern viel Geld in die Hand nehmen. Im vergangenen Jahr hatte Murdoch über sein Konzern News Corp. mit verschiedenen Maßnahmen rund 448 Millionen Euro in das frühere Premiere gepumpt. Weiteres Kapital brauche er für seine Pläne derzeit nicht, sagte Sullivan. Für den Fall, dass es die Möglichkeit für Zukäufe oder Möglichkeiten zur Expansion gebe, schließe er das aber nicht aus.

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Für die kommenden Monate ist Sullivan zuversichtlich. Und setzt dabei auch auf den neuen Live-Sportnachrichtenkanal Sky Sport News HD, der am 1. Dezember startet. In den ersten Wochen werden auch Nichtkunden den neuen Sender in ihrem digitalen HD-Angebot im Kabel oder via Satellit sehen können, sagte Sullivan. Erst im Januar werde der Sender verschlüsselt. Für Sky werden die kommenden Monate nicht nur deshalb wichtig. Bald beginnen auch die Verhandlungen über die Bundesligarechte der übernächsten Saison.

Für Sky sind die Fußballrechte eine wichtige Säule im Angebot. “Wir haben in den vergangenen Monaten deutliche Fortschritte gemacht.“ Davon profitiere auch die Deutsche Fußball-Liga (DFL). “Was gut für uns ist, ist auch gut für die Liga.“ Erst diese Woche sicherte sich Sky die Rechte für den DFB-Pokal - und zwar auf allen Plattformen, also Fernsehen, Internet-TV oder mobile Geräten. Für die Bundesliga dürfte sich Sullivan ein ähnliches Paket wünschen.

dpa

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