Deutschland hat die meisten Langzeitarbeitslosen

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Ein Mann geht am in Köln an der Agentur für Arbeit vorbei.

Genf - Deutschland hat zwar die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise mit am besten überstanden. Es hat aber immer noch die meisten Langzeitarbeitslosen aller Industriestaaten.

Darauf verweist die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in einer am Montag in Genf veröffentlichten Studie. Die den Vereinten Nationen nahe stehende Organisation, in der Regierungen sowie Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbände vertreten sind, lobt ausdrücklich die deutschen Mechanismen zur Krisenbewältigung.

Zwar schrumpfte die Wirtschaft Deutschlands im Jahr 2009 um 4,7 Prozent und damit mehr als in den meisten anderen Ländern. Doch ging laut ILO die Beschäftigung um lediglich 0,2 Prozent zurück. Im Schnitt verzeichneten die Industrieländer einen fünfmal stärkeren Rückgang als Deutschland.

Die Organisation spricht von einem “intelligenten Politik-Mix aus Konjunkturförderung, dem klugen Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente und der Stärkung der sozialen Sicherungssysteme“. Auch der gut funktionierende soziale Dialog in Deutschland habe dazu beigetragen, dass das Land die Krise weit besser als andere Länder bewältigen konnte, erklärte der Autor der Studie, Steven Tobin. “Selbst Jugendlichen, die in solchen Fällen meist am schlimmsten betroffen sind, erging es vergleichsweise gut.“

Die 16 größten Ängste der Deutschen

Die 16 größten Ängste der Deutschen

66 Prozent der Deutschen haben Angst vor einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage. © dpa
65 Prozent fürchten sich vor einem Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland. © dpa
63 von 100 Deutschen befürchten höhere Lebenshaltungskosten. © dpa
Vor Naturkatastrophen wie einem Erdbeben wie hier in Indonesien haben 56 Prozent aller Deutschen Angst. © dpa
Keiner will im Alter ein Pflegefall sein. Deshalb haben 54 Prozent Angst davor, auf die Hilfe Fremder angewiesen zu sein. © dpa
Überforderte Politiker machen 53 Prozent der Deutschen Angst. © dpa
Schwere Erkrkankungen sind für 49 Prozent der Deutschen ein Grund zum Fürchten. © dpa
48 Prozent haben Angst, selbst arbeitslos zu werden. © ap
Terrorismus wie hier beim Attentat auf Staatsanwalt Buback verursacht bei 46 Prozent der Deutschen Angst. © dpa
37 Prozent der Deutschen haben Angst, dass sie ihren Lebensstandard im Alter nicht halten können. © dpa
Ebenfalls 37 Prozent befürchten Spannungen durch Ausländer. © dpa
Vor einer möglichen Drogensucht der eigenen Kinder haben 34 Prozent der Deutschen Angst. © dpa
Ein Krieg mit deutscher Beteiligung ist für 31 Prozent ein Angstfaktor. © dpa
30 Prozent der Befragten befürchten, im Alter einsam zu sein. © dpa
Straftaten machen 24 Prozent der Deutschen Angst. © dpa
Trotz hoher Scheidungsraten in Deutschland haben nur 16 Prozent der Deutschen Angst davor, dass ihre Partnerschaft zerbrechen könnte. © dpa

Die Herausforderungen für Deutschland seien dennoch unverändert groß, heißt es in der Studie weiter. Nach wie vor suchten mehr als drei Millionen Menschen eine Arbeit. 1,4 Millionen von ihnen, also fast die Hälfte, seien ein Jahr oder länger arbeitslos und mehr als 900 000 sogar mehr als zwei Jahre. Deutschland müsse sich auch auf die wegen der Alterung der Bevölkerung rückläufigen Arbeitnehmerzahlen einstellen, die sich negativ auf die Wachstumsaussichten auswirken könnten. Um die Beschäftigungsquote von Frauen, die derzeit bei nur 53 Prozent liegt, zu erhöhen, sollten vor allem die Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren verbessert werden. Drittens empfiehlt die ILO Deutschland, den langjährigen Abwärtstrend bei den Investitionen zu stoppen.

dpa

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