Druckfrisch mit Sammlerwert

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Beim Anblick der alten D-Mark-Scheine und -Münzen werden Erinnerungen wach. Ob aus Wehmut oder Euro-Skepsis - viele Rosenheimer wollen ihre alten Mark nicht umtauschen.

Landkreis - Beim Aufräumen wird ein alter Geldbeutel gefunden, beim Umzug eine längst vergessene Sparbüchse mit D-Mark-Münzen entdeckt: Aber Umtauschen lohnt sich nicht immer.

Knapp neun Jahre nach der Einführung des Euro befindet sich die Währung derzeit in heftigen Turbulenzen. Immer mehr Deutsche wollen sogar ihre alte D-Mark zurück. Laut Bundesbank schlummern noch DM-Reserven in Höhe von 13,6 Milliarden in den deutschen Haushalten. Die Geschäftsstellen der Ortsbanken bieten aber weiterhin an, die alten Scheine und Münzen umzutauschen - was sich aber nicht immer lohnt.

Beim Aufräumen wird ein alter Geldbeutel gefunden, beim Umzug eine längst vergessene Sparbüchse mit D-Mark-Münzen entdeckt: Nach wie vor sind solche Überraschungen an der Tagesordnung, bestätigt Günter Mrazek von der Volks- und Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee. Mehrmals in der Woche tragen nach seinen Angaben Kunden D-Mark-Funde an die Schalter der Geschäftsstellen, wo das alte Geld zum offiziellen Kurs der Bundesbank umgetauscht wird. Großmutters Erbschatz, der in der Wäschetruhe versteckt worden und erst bei der Haushaltsauflösung entdeckt worden ist, bleibt jedoch ein Traum: Die D-Mark-Beträge, die gefunden werden, liegen nach Erfahrungen der VR-Bank zwischen zehn und 500 Mark.

Auch die Volks- und Raiffeisenbank Mangfalltal-Rosenheim registriert keine großen D-Mark-Einzahlungen mehr. Vielmehr handele es sich in der Regel um kleinere Beträge, die meist in alten Geldbeuteln oder Kleidungsstücken gefunden würden. Per Wertbrief könne es zur nächsten Filiale der Bundesbank in München geschickt und dort umgetauscht sowie dem Konto gutgeschrieben werden, erläutert Eva-Maria Weber von der VR-Bank.

"Uns erreichen nur noch gelegentlich Anfragen", berichtet auch Melanie Städtler von der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling. Als der Euro zum 1. Januar 2002 eingeführt wurde, war der Andrang in den Monaten danach groß, habe jedoch in den vergangenen Jahren stark abgenommen.

Wechselkurs bleibt stabil

"In den letzten beiden Jahren haben die Kunden der Sparkasse Wasserburg noch immer knapp 40000 Mark pro Jahr zum Wechseln in die Geschäftsstellen gebracht", berichtet Christine Bauer. Die umzutauschenden Beträge lägen in der Regel unter 100 Mark, "jedoch waren auch schon Summen bis zu 10000 DM dabei". In den meisten Fällen handele es sich um Funde, die bei Wohnungsauflösungen oder bei Umzügen gemacht würden. Manchmal würden Kunden jedoch auch Sammlungen auflösen, so die Sparkasse Wasserburg.

Laut Bundesbank muss niemand befürchten, auf D-Mark-Münzen oder -Scheinen sitzen zu bleiben. Zum offiziellen Kurs (ein Euro entspricht 1,95583 DM) können sie nach Angaben des Bankenverbandes nach wie vor kostenlos und unbegrenzt umgetauscht werden. Das gelte auch für ältere D-Mark-Banknoten - etwa für die Ausgaben aus den 1950er- und 1960e- Jahren.

Doch manchmal lohnt es sich sogar, die alten Scheine zu behalten: "Einzelne haben im druckfrischen Zustand einen Sammlerwert", betont die Sparkasse. Vor allem gut erhaltene Exemplare aus der Frühzeit der D-Mark sind nach Informationen des Bankenverbandes auf Auktionen und im Fachhandel gefragt und können gute Preise erzielen. "Auch für die früheren Fünf-Mark-Gedenkmünzen aus den 1950er-Jahren sind einige Sammler bereit, ein Vielfaches des Nennwerts zu zahlen", teilt der Bankenverband mit. Melanie Städtler weist außerdem auf eine Besonderheit hin: Sammler, die eine 1-DM-Gedenkmünze der Ausgabe 2001 in Gold besitzen, profitieren nach ihren Angaben derzeit von den steigenden Edelmetall-Preisen.

Heike Duczek/Oberbayerisches Volksblatt

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