Nach jahrelangem Poker

Tengelmann verschwindet - Edeka überrascht mit neuem Konzept

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Der Konzern hatte vor knapp zwei Wochen damit begonnen, an alten Tengelmann-Filialen neue Edeka-Logos anzuschrauben. Bis Ende September will der Einzelhändler allein in Südbayern pro Woche 14 frühere Tengelmann-Filialen in Edeka-Läden verwandeln. Im Oktober soll die Übernahme abgeschlossen sein

Bis Ende September sollen in Südbayern mehr als 170 Tengelmann-Märkte zu Edeka-Läden werden. Die ersten Filialen sind bereits umgebaut – und Edeka überrascht mit einem neuen Konzept in den Städten.

München – Jahrelang hatten die großen deutschen Supermarktketten um Kaiser’s Tengelmann gepokert, am Ende bekam Edeka den Zuschlag. Seit Januar ist Edeka Eigentümer der Tengelmann-Märkte – jetzt steht die Eingliederung der Läden kurz vor dem Abschluss: Vor knapp zwei Wochen hat der Lebensmittel-Konzern damit begonnen, an früheren Tengelmann-Läden die alten Schilder abzumontieren, um Platz für neue Edeka-Logos zu schaffen. „Wo Edeka drin ist, wird ab sofort auch Edeka draufstehen“, sagt Claus Hollinger, Chef der Edeka Handelsgesellschaft Südbayern, am Donnerstag bei der offiziellen Einweihung einer Edeka-Filiale in München.

Hollingers Plan sieht vor: Bis Ende September werden pro Woche im Schnitt 14 südbayerische Tengelmann-Filialen zu Edeka-Läden. Aufmerksame Tengelmann-Kunden konnten bereits beobachten, dass es Edeka mit der Eingliederung eilig hat. Wer in den vergangenen Monaten an der Tengelmann-Kasse bezahlte, bekam eine Edeka-Quittung ausgestellt. Die Einführung des konzerneigenen Warenwirtschaftssystems war der erste Schritt des Umbaus.

Wo Edeka drin ist, soll auch Edeka draufstehen: Der Chef der Edeka Handelsgesellschaft Südbayern, Claus Hollinger, hat am Donnerstag in München einen früheren Tengelmann-Markt als Edeka eingeweiht.

Jetzt ändern sich außen die Fassaden, innen werden die Regale und das Sortiment dem Edeka-Konzept angepasst. Wie viel Geld die Handelskette in die südbayerischen Filialen investiert, will Hollinger nicht sagen. Er spricht von einem „zweistelligen Millionenbetrag“.

Der Umbau besteht aus zwei zentralen Konzepten, im Münchner Stadtteil Moosach lassen sie sich bereits besichtigen. Hier hat Edeka gestern einen früheren Tengelmann-Supermarkt zum Edeka-Markt „umgeflaggt“, wie die Manager das Tilgen der Tengelmann-Logos nennen. Dieser Supermarkt besteht aus einer großen Verkaufsfläche mit angrenzendem Parkplatz. Um mehr Platz für seine Artikel zu schaffen, ließ Edeka die Abstände zwischen den Regalbrettern verkleinern, so entstanden 100 zusätzliche Regalmeter verglichen mit dem alten Tengelmann-Markt. Hollinger erklärt, es sei damit gelungen, im neuen Laden das Sortiment um 25 Prozent zu erweitern. Er erhofft sich mehr Umsatz.

„Fokus auf Lebensmittel des täglichen Bedarfs“

Der zweite Baustein des Umbaus lässt sich wenige hundert Meter vom neuen Edeka-Markt entfernt in Augenschein nehmen: Hier hat der Einzelhändler in einem früheren Tengelmann-Geschäft eine Filiale namens Xpress eröffnet. Sie hat nur ein Drittel der Verkaufsfläche des großen Marktes in der Nachbarschaft, die engen Gänge erinnern an die City-Märkte des Konkurrenten Rewe. Hollinger sagt aber, man habe sich beim Ladenkonzept nicht an Wettbewerbern orientiert. „Den Fokus haben wir hier auf Lebensmittel des täglichen Bedarfs gelegt.“ Schwerpunkt der kleinen Xpress-Märkte ist München. Aber auch in Starnberg, Freising und Augsburg sollen an früheren Tengelmann-Standorten solche kleinen Nahversorger entstehen. Insgesamt plant Edeka rund 50 Xpress-Märkte in Südbayern.

Läuft alles nach Plan, wird der Name Tengelmann zum 1. Oktober Geschichte sein. An diesem Tag werden die früheren Tengelmann-Geschäfte auch gesellschaftsrechtlich in der Edeka-Gruppe aufgehen.

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