dm schlachtet Hype aus

Riecht dieses Duschgel nach Einhorn-Pups?

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Wer sich schon immer mal wie ein verfressenes Einhorn ohne Tischmanieren duften wollte, sollte beim dm-Duschgel zugreifen.  

München - Sex sells? Nein, Einhorn sells! Nach dem Mega-Erfolg der Schokolade mit dem gehörnten Vierbeiner schlachtet jetzt eine weitere Marke den Hype aus - mit eher fragwürdigem Ergebnis.

Einhörner sind magische Wesen. Dass sie auch im Marketing wahre Zauberkräfte entfalten, wird mehr und mehr Produktentwicklern klar, die erleben mussten, wie die Ritter-Sport-Schokolade mit dem Fabeltier für fabelhafte Verkaufszahlen sorgte. So kam es, wie es kommen musste: Immer mehr Marken springen auf den Zug auf und kleben auf alles, was nicht niet- und nagelfest ist, ein Huftier mit Stirn-Auswuchs.

So ist bei der Drogerie-Markt-Kette dm jetzt ein Duschgel erhältlich, von dessen Verpackung ein Einhorn grinst. Wie schon bei der Schokolade kam auch hier das Layout nicht ohne einen Regenbogen mitsamt Pink-Overkill aus. Einziger Unterschied der dreisten Kopie zum Original: Das Wunder-Hottehü hat - ganz zeitgemäß - schwer adipöse Züge. Den Grund dafür erfährt der Kunde auf der Rückseite: Das „süßeste Einhorn des Universums“ (eine Nummer kleiner war offensichtlich nicht drin) esse nämlich sehr viele Zuckertörtchen, ist dort zu lesen. Das Duschgel brauche es danach, um „den bunten Glitzer und den Zuckerstaub“ abzuwaschen. Und das gehe am besten mit... na? Genau. Denn wer wollte sich noch nie wie ein verfressenes Einhorn ohne Tischmanieren fühlen?

Ganz unzauberhaft sind dagegen die Angaben zu den Inhaltsstoffen (u.a. Natriumdodecylpolysulfat und Cocamidopropyl-Betaine) - doch bis er zu der Liste am unteren Ende der Flasche kommt, hat den Betrachter sicher bereits der Zucker-Schock ereilt.

Duftet das Gel nach Einhorn-Pupswölkchen?

Der schamlose Marketing-Ideen-Klau scheint tatsächlich zu funktionieren. In nur fünf Stunden nach Veröffentlichung des entsprechenden Facebook-Posts hatten am Mittwoch bereits knapp 13.100 User kommentiert. Die meisten wollten wissen, wann und in welchen Filialen die als limitierte Auflage angepriesene Lotion (“Einhörner sind rar!“) zu haben ist. Einhorn-Liebe macht offenbar blind.

Doch unter die vielen Fans mischen sich auch kritische Stimmen: „Mittlerweile muss man auf alles nur ein Einhorn drucken und sofort stehen alle Schlange...“, wettert etwa Facebook-Nutzerin Iris N., und Diana T. pflichtet bei: „Profitgier! Ihr habt doch alle vergessen wofür Einhörner stehen. Alles müsst ihr in den Mainstreamdreck ziehen.“

Auch die Behauptung, die Flüssigseife dufte nach Sternchen und Wölkchen, wird hinterfragt. Melusine M. vermutet: „Dieses pummelige Einhorn hat sicher ordentlich Blähungen, sodass der Duft vermutlich eher nach Pupswölkchen schnuppert. Aber sooo süß. Wirklich. Ganz entzückend. Genau was wir Frauen brauchen. Vielen Dank, Balea. Ihr habt unsere Gebete erhört.“

Wie man dem skurrilen Einhorn-Hype einen tieferen Sinn gibt, hat dagegen Cartoonist Ralph Ruthe vorgemacht. Er versteigert eine Einhorn-Schokolade, auf die er seine Version des Tieres gezeichnet hat, für einen guten Zweck auf ebay.

Das Einhorn fasziniert uns - obwohl wir falsche Vorstellungen haben

Mit Einhörnern lässt sich Geld machen. Sie sind auf Jutebeuteln, Kondompackungen, neuerdings auf Schokoladentafeln und Duschgelflaschen gedruckt. Experten sagen, wieso uns die Fabelwesen faszinieren - obwohl wir eine falsche Vorstellung von ihnen haben.

hn

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