Schreiben aufgetaucht

BER-Eröffnung: Internes Papier sorgt für neuen Zündstoff

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Der Hauptstadtflughafen BER ist nach wie vor eine Baustelle

Berlin - Seit Jahren verschiebt sich die Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER - Stück für Stück, in Salami-Taktik. Jetzt sorgt ein internes Papier für weiteren Zündstoff.

Eigentlich hätte schon ab Oktober 2011 in Berlin alles ein wenig anders laufen sollen. Die Flughäfen Tegel und Schönefeld sollten schließen, der neue Hauptstadtflughafen BER eröffnen. Nicht nur routinierte Berlin-Reisende wissen: Noch heute, im März 2017, drängeln sich Passagiermassen durch die Gänge von Tegel und Schönefeld. Und am Großprojekt BER wuchert das Gras über die Betonplatten.

Am Ende wird es wohl mindestens eine Verzögerung von knapp sieben Jahren werden, bis BER endlich seine Pforten für Fluggäste öffnet. Von einem Betriebsbeginn im Jahr 2018 ist aktuell die Rede - insgesamt fünfmal wurde der Termin herausgeschoben. Teils aus haarsträubenden Gründen. Nicht zuletzt die bevorzugt häppchenweise vollzogene Bekanntgabe der Verzögerungen trägt zum mauen Image des vielbelächelten Projekts BER bei.

Vier Jahre alter Zeitplan sprach bereits von Eröffnung 2018

Brisant ist in diesem Lichte ein aktueller Bericht der Berliner B.Z.: Dieser legt nahe, dass die Chefs des BER seit Jahren darüber im Bilde waren, dass eine Eröffnung vor dem Jahr 2018 nicht realistisch war. Denn ein offenbar geleakter interner Zeitplan, aus dem das Blatt zitiert, spricht vom Starttermin November/Dezember 2018. Heikel ist dabei vor allem: Besagtes Papier stammt angeblich aus dem November 2014.

Das würde bedeuten, die BER-Bosse hätten trotz klarer anders lautender Pläne und Indizien lange Zeit ein augenscheinlich zu frühes Startdatum publiziert. Dem Bericht zufolge hatte unter anderem der frühere BER-Chef Hartmut Mehdorn auf eine schnellere Fertigstellung gedrängt. Tatsächlich war noch Ende vergangenen Jahres Hoffnung auf einen Start im zweiten Halbjahr 2017 geschürt worden.

Flughafen-Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider bestätigte die Existenz des fraglichen Zeitplans allerdings nicht. „Mir ist eine solche Unterlage nicht erinnerlich“, sagte er auf Anfrage der B.Z.

Wackelt auch der Start 2018 schon wieder?

Der neue BER-Geschäftsführer Engelbert Lütke Daldrup hatte sich unabhängig davon bei seinem Amtsantritt im März bereits bewusst vorsichtig zu konkreten Eröffnungsdaten geäußert. Offenbar in weiser Voraussicht: Ein Anfang März ebenfalls geleaktes Gutachten der Beratungsgesellschaft Roland Berger sieht erst für Dezember 2018 eine 80-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Eröffnung - weist aber auch darauf hin, dass ein Startschuss im Winter kaum umsetzbar sei.

Weiteres Störfeuer könnte von Seiten der Flugsicherung kommen. Sollte der BER auch 2018 nicht eröffnet werden, würde sich die Inbetriebnahme laut einem Bericht des Handelsblatt mindestens bis 2020 verzögern. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) sehe sich nicht in der Lage, einen Start kurzfristig zu gewährleisten, hieß es vor drei Wochen.

fn

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