Ex-Automanager Pischetsrieder muss vor Gericht

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Der ehemalige Automanager Bernd Pischetsrieder muss sich ab kommender Woche vor Gericht verantworten.

München - Der Vorwurf ist hart: Wegen Steuerhinterziehung muss sich der frühere Automanager ab kommenden Montag vor Gericht verantworten. Schon mehrere Male soll er den Fiskus ausgetrickst haben.

Nach Informationen des Münchner Merkur muss sich der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Bernd Pischetsrieder (63), in der kommenden Woche vor dem Landgericht München II verantworten. Die Staatsanwaltschaft legt ihm Steuerhinterziehung zur Last. 2001 soll der frühere Top-Manager durch die Angabe vermeintlicher Betriebskosten Steuern in sechsstelliger Höhe hinterzogen haben. Bewahrheitet sich der Anklagevorwurf, droht Pischetsrieder eine Bewährungs- oder Geldstrafe. Angeblich hatte der Millionär in den 90er Jahren schon einmal versucht, den Fiskus auszutricksen. Als Person der Öffentlichkeit wurde er damals nur verwarnt. Jetzt aber drückten die Steuerfahnder kein zweites Mal ein Auge zu. Dabei befand sich der Star-Manager in keiner finanziellen Notlage. Zum mutmaßlichen Tatzeitpunkt war er bereits von BMW zu Volkswagen gewechselt – damals noch als Seat-Chef.

Ein Jahr später übernahm er von Porsche-Großaktionär Ferdinand Piëch den Posten des VW-Vorstandsvorsitzenden. Ende 2006 verließ er den Wolfsburger Konzern – angeblich wegen persönlicher Differenzen mit Piëch. Seitdem wurde er für verschiedene Jobs gehandelt, nahm aber keinen führenden Posten an.

Heuer im Juni tauchte Pischetsrieder als Zeuge im Steuerhinterziehungsprozess gegen zwei Oldtimerhändler vom Chiemsee auf. Damals bestätigte er den Kauf eines Fahrzeugs aus dem Jahr 1939, Kaufpreis: 335.000 Euro. Die Händler wurden im Oktober zu Haftstrafen von sieben und vier Jahren verurteilt.

Auftakt im Pischetsrieder- Verfahren wird der 24. Oktober sein. An diesem Tag beginnt vor dem Landgericht München I auch das Bestechlichkeitsverfahren gegen den früheren Risikovorstand der Bayerischen Landesbank, Gerhard Gribkowsky (53). In diesem Prozess geht es um über 40 Millionen Dollar, die der Banker vom Formel 1-Chef Bernie Ecclestone erhalten haben soll. Das öffentliche Interesse dürfte an diesem Tag also nicht nur Pischetsrieder alleine zuteilwerden. Dem wird nur aufgrund seiner Stellung als Person der Öffentlichkeit am Münchner Landgericht der Prozess gemacht. Andernfalls wäre sein Fall am für ihn zuständigen Rosenheimer Amtsgericht verhandelt worden. Pischetsrieder wohnt in Breitbrunn am Chiemsee (Kreis Rosenheim). Um seine dortige Immobilie auf einer Landzunge dreht sich auch der Vorwurf der Steuerhinterziehung.

Angela Walser

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