Rund 630 Brauereien im Freistaat

Export stimmt Bayerns Brauer zuversichtlich - trotz Absatzminus 2016

München - Seit sechs Jahren ging zum ersten Mal der Absatz von Bayerns Brauereien zurück. Die Konkurrenz kommt aus dem In- und Ausland. Dafür legte der Export zu.

Bayerns Brauer bekommen die zunehmende Konkurrenz aus dem In- und Ausland zu spüren. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr des Bayerischen Reinheitsgebotes ging der Absatz der rund 630 Brauereien im Freistaat erstmals seit sechs Jahren wieder leicht zurück, wie der Bayerische Brauerbund am Dienstag in München mitteilte. Inklusive alkoholfreier Biere verringerte sich der Absatz 2016 um 0,7 Prozent auf 25,5 Millionen Hektoliter.

Mittlerweile setzten auch viele Brauereien außerhalb Bayerns auf Spezialitäten wie Weißbiere, Helles oder dunkle Biere, die jahrelang Domäne und teils auch Wachstumstreiber der bayerischen Brauer gewesen seien, sagte Verbandspräsident Georg Schneider.

Export legte um fast sechs Prozent zu

Die wachsende Auslandsnachfrage stimme dennoch zuversichtlich. Im vergangenen Jahr legte der Export um fast sechs Prozent zu. Wichtigstes Abnehmerland blieb Italien, gefolgt von China: Mehr als 600 000 Hektoliter Bier aus Bayern flossen im vergangenen Jahr ins Reich der Mitte.

Das Jubiläumsjahr des Reinheitsgebotes habe auch Themen aufgebracht, mit denen sich die Branche nun intern beschäftigen will. Als Beispiel nannte Schneider das „Vorläufige Biergesetz“, in dem die Zulassung für „Besondere Biere“ nur unzureichend geregelt sei. So dürften rund um Bayern neben Bier nach Reinheitsgebot auch solche Biere gebraut werden, denen „alle möglichen natürlichen Zutaten“ beigegeben werden. Diese Biere dürften zwar in Bayern verkauft, nicht aber hergestellt werden, was zu einem bunten Flickenteppich führe: „Es gibt Regionen, da kann man Schokolade und Froschhaxn und sonst noch was reinschmeißen ins Bier“, sagte Schneider. Nötig seien daher einheitliche Regeln.

dpa

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