Facebook, Google+ und Co. für den Mittelstand

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(vl.) Hans Lemke und der Referent Hans Ebert, Chief Marketing Officer (CMO) der Rocket Science Group

Kolbermoor - Weltweit gibt es rund 820 Millionen Facebook-Kunden, bundesweit sind 98 Prozent der Jugendlichen täglich „online“.

Weit über die Hälfte der anwesenden Business-Breakfast-Gäste von ROSIK im Kaffeehaus Dinzler nutzen privat Facebook, allerdings nutzen nur knapp zehn Prozent der geladenen Unternehmer das Soziale Netzwerk für ihr Unternehmen. Dies eruierte Gastreferent Hans Ebert, Chief Marketing Officer (CMO) der Rocket Science Group (B2B Unternehmensgruppe) und Dozent für Social Media Forschung an der University of Edinburgh, gleich zu Beginn seines interessanten Vortrags zum Thema Social Media und Social Media Marketing für den Mittelstand „Strategische Notwendigkeit oder Produktivitätsverlust im Unternehmeralltag?“. In seinem lebhaften Vortrag verdeutlichte Ebert anschaulich mit Praxisbeispielen die vielfältigen Möglichkeiten, aber auch Unterschiede und Gefahren, der Nutzung von Facebook, Twitter oder Google+ für Unternehmen. Während facebook der Meinung ist „jeder will öffentlich sein und alles von sich preisgeben“, ist bei Google+ leichter möglich einen ´inner circle` zu bilden.

Bei Twitter sind Botschaften nur in sehr begrenztem Umfang verkündbar. Sein Fazit zu Social Media Marketing: die klassische Kundenbindung hat sich vor allem seit der zunehmenden mobilen Kommunikation via Smartphones stark geändert, wird sich noch rasant weiterentwickeln und die Nutzung von digitalen Sozialen Netzwerken für Marketing unverzichtbar machen. Durch die Platzierung von Blogs und Aktivitäten der Unternehmen in Facebook und Co. können neue Märkte, Geschäftsbeziehungen und Kunden erschlossen werden.

Wichtige Informationen werden immer häufiger aus dem Netz selektiert, Zielgruppen ändern ihr Kauf-Verhalten. Als Beispiel verwies Ebert auf eine Boutique in München, die mittels QR-Code (Quick Response – schnelle Antwort: eine quadratische schwarz-Weiß Matrix, die immer häufiger auf unterschiedlichen Produkten zu finden ist, und mit Smartphones ausgelesen werden kann) ihre Kunden auf Sonderangebote aufmerksam machte und zugleich auf die Homepage des Unternehmens lockte. Allerdings kamen nicht nur Kunden in den Laden, und kauften die QR-Rabatt-Angebote direkt, sondern auch online. Die angebotenen Jacken waren schnell ausverkauft und seither müssen die Kundenbestellungen mit viel Personalaufwand annulliert werden. „Ohne strategischen Plan ist das Vorhaben Social Media Marketing zum Scheitern verurteilt“, so der Experte.

Chancen und Risiken im Internet werden kaum bewertet, oft entscheiden Unternehmer aus dem Bauch heraus, „da machen wir mit“, und bedenken nicht die Folgen. Nicht nur, dass man 24 Stunden täglich online erreichbar sein und schnell reagieren muss, auch zahlreiche rechtliche Voraussetzunge wie Datenschutz und Impressum müssen beachtet werden. Zudem müssen sich die Unternehmen öffnen und lernen, mit Kritik umzugehen. „Bemerkungen, Diskussionen im Netz sind nicht lenkbar.“, so Ebert über die Macht der Blogger. Verhindern, dass das eigene Unternehmen bei Google+ oder auf Facebook erscheint, kann man allerdings auch nicht durch bewusstes Verweigern von Social Media Marketing Plätzen, denn, so Ebert: „Ihre Mitarbeiter reden über Sie im Netz“. Sein Facit: Es kann tödlich sein, Social Media Marketing zu betreiben, doch noch tödlicher ist es, nicht dabei zu sein. Sein Tipp: Lassen Sie sich auf jeden Fall von kompetenten Fachleuten beraten und begleiten.

Am Ende der Veranstaltung wies dankte Hans Lemke für den informativen Vortrag und lud auf die Mitgliederversammlung der ROSIK am 6. 12. um 18 Uhr in der „caffeteria giuseppe“ in Kolbermoor ein.

Pressemitteilung Claudia Sieberath

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