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Facebook, Twitter & Co für den Mittelstand

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Rosenheim - "Social Media im Mittelstand - Kundengenerator oder Zeitverschwendung?": Diese Fragestellung traf offenbar einen Nerv. 250 Wirtschaftstreibende waren ins Kuko gekommen.

250 Wirtschaftstreibende waren ins Rosenheimer Kuko gekommen, um sich über Facebook, Twitter und Youtube zu informieren - und darüber, ob es sich ein Unternehmen heute noch leisten kann, das Thema soziale Netzwerke zu ignorieren.

Ist es für ein mittelständisches Unternehmen sinnvoll, in sozialen Netzwerken aktiv zu sein? Wozu brauche ich als Unternehmer Facebook, Twitter und Youtube? Antworten auf diese Fragen gab jetzt im Kuko eine ganze Reihe von hochkarätigen Referenten. Eingeladen hatte die Rosenheimer Initiative zur Förderung der Informations- und Kommunikationstechnik (Rosik).

Eine Fülle von beeindruckenden Zahlen hatte zur Einführung Stefan Zimmermann von Carpenter Consulting parat: Von den 475 Millionen Internet-Nutzern in Europa sind 75 Prozent in mindestens einem sozialen Netzwerk aktiv. Je jünger die Nutzer, desto höher ist der Prozentsatz, der auf Facebook oder einem anderen Portal vertreten ist: 96 Prozent der 14- bis 29-Jährigen, 80 Prozent der 30- bis 49-Jährigen und über 50 Prozent der über 50-Jährigen. 50 Prozent der über 900 Millionen Facebook-Mitglieder sind täglich auf dem Portal. Zwar reduzieren sich seit einigen Monaten Mitgliederzuwachs und Verweildauer bei Facebook, doch immerhin 300 Millionen Texte, Fotos und Videos werden in Facebook hochgeladen - täglich. Neue Portale wie Google plus oder Pinterest finden binnen kürzester Zeit Millionen neuer Nutzer. Angesichts dieser Zahlen könne man längst nicht mehr von einer Modeerscheinung sprechen: "Das ist eine Evolution unseres Kommunikationsverhaltens" - ein Fakt, um den auch der Mittelstand nicht herumkomme.

Gegenseitige Kommunikation und interaktiver Austausch stehen laut Josef Willkommer von der Techdivison GmbH bei den sozialen Netzwerken im Mittelpunkt. Dies müssten auch Unternehmen beachten. "Produktverkauf läuft nicht über Facebook", warnte er vor falschen Erwartungen. An Fallbeispielen aus der Praxis zeigte er auf, was bei der Kommunikation über Facebook und Twitter schief gehen kann und wie man als Unternehmen richtig darauf reagiert. Sein Ratschlag: Auch mit negativen Aspekten gelassen umgehen. Er warnte zugleich davor, Anfragen einfach zu ignorieren oder einen Facebook-Auftritt nicht zu pflegen.

Krones hat 21000 Fans bei Facebook

Anschließend stellten zwei sehr unterschiedliche Unternehmen ihre Aktivitäten in sozialen Netzwerken vor: Charles Schmidt präsentierte, wie die Krones AG auf Facebook und Youtube unterwegs ist. Der weltweit tätige Hersteller von Abfüll- und Verpackungsanlagen hat eine eigene Kommunikationsabteilung mit 36 Mitarbeitern und füttert seit zwei Jahren die sozialen Netzwerke mit Inhalten aus Mitarbeiter- und Kundenzeitschriften, eigenen erstellten Video-Beiträge und professionell gemachten Flim-Clips. Krones hat mittlerweile 21 000 Facebook-Fans und 600000 Youtube-Aufrufe. Hauptziele sind laut Schmidt Kundenbindung, Personalfindung oder ganz einfach Information.

Einen ganze anderen Weg geht die Rosenheimer Flötzinger Brauerei. Dort gibt es keine professionelle Kommunikationsabteilung. Stattdessen betreut den Auftritt der externe EDV-Leiter Peter Tscherwenka zusammen mit dem Marketing-Leiter der Brauerei. Auf fünf Stunden im Monat bezifferte Tscherwenka seinen Arbeitsaufwand. Angetreten mit der Aufgabe, die Zielgruppe der 20- bis 40-Jährigen anzusprechen, ist Tscherwenka mit den Ergebnissen zufrieden: "Angesichts des geringen Aufwands, den wir uns leisten können, sind 1900 Freunde auf Facebook für uns ein Riesenerfolg." Er riet Unternehmen, die ebenfalls mit überschaubarem Engagement auf Facebook aktiv werden wollen, die Aufgabe intern zu vergeben. Der Mitarbeiter sollte nicht nur gerne mit Facebook umgehen, sondern auch die Kompetenz haben, zu entscheiden, was veröffentlicht werden kann: "Eine Aufgabe für den Azubi ist das definitiv nicht."

Im zweiten Teil der Veranstaltung informierten Referenten über praktische Fragestellungen, etwa rechtliche Aspekte, wie sich Social-Media-Projekte auslagern lassen, wie man soziale Netzwerke im Einzelhandel einsetzen kann und wie sich Facebook & Co bei der Suche nach dem richtigen Bewerber nutzen lassen. Unterstützt wurde der Veranstalter Rosik vom Verband der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber sowie der IHK München-Oberbayern.

ku/Oberbayerisches Volksblatt

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