Fall Middelhoff: Insolvenzverwalter steht vor leeren Kassen

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Middelhoff hatte Ende März Privatinsolvenz beantragt. Foto: Rolf Vennenbernd/Archiv

Bielefeld (dpa) - Im Privatinsolvenzverfahren des einstigen Top-Managers Thomas Middelhoff steht der vorläufige Insolvenzverwalter Thorsten Fuest nach eigener Darstellung vor leeren Kassen. Er habe gegenwärtig kein Geld, das er verwalten könne. "Ich habe nichts", sagte Fuest.

Alle einstigen Vermögenswerte seien entweder längst weg oder mit Pfändungsrechten behaftet, so dass er nicht an sie herankomme. Middelhoff hatte Ende März Privatinsolvenz beantragt. Rund 50 Gläubiger - zum Beispiel Banken und Fondsgesellschaften - verlangen von dem Manager zusammengerechnet einen hohen zweistelligen Millionenbetrag. Vielfach erhebe Middelhoff aber auch Gegenforderungen, sagte Fuest. Er werde prüfen, ob einzelne Gläubiger oder Personen, die Middelhoff nahestehen, im Vorfeld der Privatinsolvenz Sondervorteile genossen hätten. Falls ja, werde er die Regelungen anfechten.

So halte er beispielsweise die Übertragung der Middelhoff-Familienvilla in eine eigene Gesellschaft außerhalb des Insolvenzvermögens für anfechtbar. Die Vorermittlungen zum Vermögen Middelhoffs seien sehr komplex und würden noch etwa einen Monat dauern. Danach beginne erst das eigentliche Insolvenzverfahren, das sich vermutlich über mehrere Jahre hinziehen werde.

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