Fiat und Chrysler: gemeinsame Chefs

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Konzernchef Sergio Marchionne

Turin/Auburn Hills - Die beiden Autobauer Fiat und Chrysler rücken immer enger zusammen. Ab dem 1. September wird es eine gemeinsame Führungsriege geben.

Zuvor hatten sich die Italiener die Mehrheit am US-Wettbewerber gesichert. “Wir haben jetzt den richtigen Moment erreicht, um beim Zusammenschluss von Fiat und Chrysler aufs Gas zu treten“, sagte Konzernchef Sergio Marchionne am Donnerstag. Marchionne treibt den Zusammenschluss der beiden Firmen seit zwei Jahren Stück für Stück voran. Sein Ziel ist es, einen neuen, weltumspannenden Autokonzern zu schmieden, der es mit Branchengrößen wie Volkswagen oder Toyota aufnehmen kann. Marchionne glaubt, dass nur die größten Hersteller am Ende überleben werden.

Zur neu geformten Fiat-Chrysler Group gehören Marken wie Alfa Romeo, Lancia, Jeep oder Dodge. Die Modellpalette reicht vom knuffigen Kleinwagen Fiat 500 über die Nobelwagen von Maserati bis zum tonnenschweren Pick-up-Truck der US-Marke Ram.

Bislang bildete Ausnahmemanager Marchionne die Klammer, die Fiat und Chrysler zusammenhielt. Er war zugleich Chef beider Firmen. Nun wird aus zwei Management-Teams eines. Es wird Verantwortliche für einzelne Regionen und Marken geben sowie für die diversen Design-, Technik- und Verwaltungsabteilungen. Insgesamt umfasst die Chefetage 22 Manager, die in der Mehrzahl von der Fiat Seite stammen.

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Die Italiener halten mittlerweile 53,5 Prozent an Chrysler. Fiat war im Jahr 2009 bei dem Wettbewerber eingestiegen, als Chrysler am Boden lag und nur staatliche Milliardenhilfen ihn am Leben hielten. Marchionne brachte Chrysler mit italienischer Technikhilfe wieder ans Laufen. Seit neuestem fließt Chrysler auch in die Bilanz von Fiat ein.

Der einzige verbliebene Mitbesitzer bei Chrysler ist der Gesundheitsfonds der Auto-Gewerkschaft UAW. Fiat hat sich das Recht gesichert, auch dessen Anteile zu übernehmen. Marchionne machte jedoch jüngst deutlich, dass er keine Eile damit hat. Die Gewerkschaft ist über kurz oder lang auf das Geld angewiesen, um die medizinische Versorgung ihrer Mitglieder zu sichern.

Chrysler wurde hierzulande vor allem durch die Ehe mit Daimler bekannt. Der Zusammenschluss scheiterte jedoch. Daimler trennte sich 2007 nach neun gemeinsamen Jahren von Chrysler.

dpa

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