Paddy Power lag falsch

Wettanbieter setzte auf Clinton und verzockte Millionen

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Der Moment als Hillary Clinton ihre Wahlniederlage eingesteht - Ehemann Bill (l). applaudiert nach dem Statement.

München - Wetten können nun mal schiefgehen - auch wenn man sich ganz sicher ist. Das musste der irische Wettanbieter Paddy Power bei der US-Präsidentenwahl schmerzlich erfahren. 

Es kommt nicht so häufig vor, dass Buchmacher aufs falsche Pferd setzen. Eine kostenlose Werbeaktion des irischen Wettanbieters Paddy Power ging für die Agentur laut einem Bericht des „Handelsblatt“ richtig nach hinten los. Paddy Power hatte im US-Wahlkampf Hillary Clinton vorab zum Sieger erklärt und Kunden, die auf die Demokratin gesetzt hatten vorab eine Million Dollar ausgezahlt. Weil während des Wahlkampfs ein Video aufgetaucht war, in dem der republikanische Kandidat Donald Trump damit prahlte, Frauen in den Schritt zu fassen, glaubten die Wettexperten, dass Clinton der Wahlsieg nicht mehr zu nehmen sei.

„Junge, wir haben es vermasselt“

„Unser Geschäft ist es, Voraussagen zu treffen und wir haben uns entschieden, unseren Hals auf Hillary zu verwetten – und Junge, wir haben es vermasselt”, so zitiert die Agentur Bloomberg einen Sprecher. Schon kurz vor dem Tag der US-Wahl hatten die Wettexperten geahnt, dass sie diesmal komplett falsch liegen würden. „Diese Wahl ist eine richtige Wett-Anomalie“, so Sprecher Féilim Mac An Iomaire damals gegenüber Bloomberg. Der Wettagentur war natürlich nicht entgangen, dass in den letzten Tagen vor dem Urnengang sich die Stimmung unter den Zockern änderte - plötzlich setzten die meisten auf den Außenseiter Donald Trump.

Fünf Millionen Pfund verzockt

Das Ergebnis der US-Wahl ist hinlänglich bekannt - Donald Trump ist mittlerweile Präsident. Insgesamt fünf Millionen Pfund kostete den börsennotierten Wettanbieter die US-Wahl. Laut „Handelsblatt“ die dickste Summe, die das Unternehmen seit 20 Jahren für ein politisches Ergebnis auszahlen muss.

Weil Paddy Power auch einige andere Wetten aus dem Sportbereich für Kunden falsch prognostizierte, rutschte die Aktie des Unternehmens deutlich ab. Eine Allianz mit dem einstigen Rivalen Betfair soll nun das Geschäft wieder ankurbeln. Von Politik-Wetten will Paddy Power aber trotzdem nicht die Finger lassen. Kunden können aktuell unter anderem darauf wetten, welchen Staat Donald Trump als erstes besucht.

mm

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