BMW Unterberger übernimmt BMW Schnitzer

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Firmenübernahme mit (von links): Christian Streitwieser (Betriebsleiter Autohaus Schnitzer), Josef Gruber (Geschäftsführer Unterberger Management Holding GmbH Kufstein), Gerald Unterberger (Geschäftsführender Gesellschafter Unterberger Automobile), Herbert Schnitzer senior mit Tochter Martina und Magister Dieter Unterberger (Geschäftsführender Gesellschafter Unterberger Automobile). 
  • schließen

Freilassing - Das traditionsreiche Autohaus Schnitzer wird übernommen: Von BMW Unterberger, das bereits 15 Marken-Autohäuser in Deutschland und Österreich unterhält.

Die emotionale Belastung für Firmenchef Herbert Schnitzer senior bezüglich der Übernahme hält sich in Grenzen: "Als das Angebot kam, haben wir innerhalb des Familienrats reiflich, aber nicht lange überlegt. Der Entschluss, es zu machen, war bald gefallen", so der mittlerweile über 70-Jährige. "Das ist auf alle Fälle besser, als irgendwann vielleicht einen Übernahmepartner suchen zu müssen". Herbert Schnitzer selbst will es künftig etwas ruhiger angehen lassen - so ganz kann er es aber nicht lassen: "Da hängt halt auch viel Herzblut dran". Er wechselt ins Motorsporthaus gleich gegenüber.

Alle Mitarbeiter werden übernommen

33 Mitarbeiter beschäftigt allein das Freilassinger Autohaus. Die gute Nachricht: Alle werden übernommen, niemand muss gehen oder um seinen Arbeitsplatz fürchten. "Das war unsere Grundvoraussetzung", so Herbert Schnitzer. Eine Tatsache, die freilich auch Betriebsleiter Christian Streitwieser positiv bewertet: "Somit konnte unser Stammteam auch restlos von der Übernahme überzeugt werden und zieht weiterhin an einem Strang". Seit den ersten Gesprächen ist rund ein dreiviertel Jahr ins Land gezogen, am 1. Mai dieses Jahres wird die Übernahme offiziell vollzogen - künftig unter dem Namen: BMW Unterberger Schnitzer Freilassing. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen Unterberger 470 Menschen allein im Automobil-Sektor, das Gros in Tirol und Vorarlberg.

Firmen-Philosophie bleibt bestehen

"Die Firmen-Philosophie wird sich mit der Übernahme nicht ändern", versprechen auch die Geschäftsführenden Gesellschafter Gerald Unterberger und Magister Dieter Unterberger. "Wir wollen Wachstum, ja, wer will das nicht. Aber nicht um jeden Preis. Der Fortschritt soll konsolidierend und behutsam vollzogen werden", so Dieter Unterberger, dessen Vater Fritz 1976 das Autohaus in Innsbruck gründete. Heute führen seine drei Söhne Gerald, Dieter und Fritz junior das Unternehmen. Der vierte Sohn, Florian, studiert noch, wird aber ebenfalls in die Tiroler Firmenfußstapfen treten. "Die Leute wollen Qualität und Kontinuität", so Dieter Unterberger, "das wollen wir ihnen weiterhin bieten".

Vater und Sohn als "Motorsport"-Team

Heute ist die Unterberger Gruppe auch im Immobilien- und Beteiligungs- sowie als Mitgesellschafter im Leasinggeschäft tätig. Das Unternehmen befindet sich auch 37 Jahre nach dem Start zu 100 Prozent in Familienbesitz: Familienbetrieb übernimmt also Familienbetrieb. Das war Herbert Schnitzer wichtig. Sein 31-jähriger Sohn Herbert junior hat sich mittlerweile dem Motorsport verschrieben. Er ist nach seinem Studium und etlichen beruflichen Engagements zurück in Freilassing und wird seinen Vater im Motorsporthaus unterstützen. Auch dort beschäftigt BMW Schnitzer inzwischen gut 30 Angestellte.

Als DTM-Champion jetzt der Gejagte

In der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft ist BMW Schnitzer in diesem Jahr der Gejagte, nachdem 2012 der Kanadier Bruno Spengler auf einem BMW M3 für das Freilassinger Rennsportteam die Serie gewann. Schon am 5. Mai beginnt die neue Saison am Hockenheimring, der zweite Fahrer neben Champion Spengler ist der deutsche Dirk Werner. Bis 20. Oktober (wieder in Hockenheim) gibt es zehn Renn-Wochenenden.

Christian Streitwieser leitet künftig als Betriebsleiter das Autohaus an der Görlitzer Straße. Schnitzers Tochter Martina (27) bleibt dem Betrieb ebenfalls erhalten.

Das Familienunternehmen Unterberger Automobile verfügt nun über eine Automobil-Achse mit 16 Standorten, die sich von Freilassing, Prien am Chiemsee und Rosenheim über Tirol, Vorarlberg und den Bodenseeraum bis ins Allgäu erstreckt.

Hans-Joachim Bittner

Zurück zur Übersicht: Wirtschaft

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser