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Funkfrequenzen: 117 Millionen Euro geboten

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Ein Foto mit den SIM-Karten der vier Mobilfunkbetreiber T-Mobile, Vodafone, E-Plus und Telefónica O2 ist auf dem Display eines internetfähigen Mobiltelefones zu sehen. Die Anbieter nehmen an der Versteigerung der Mobilfunkfrequenzen teil.

Mainz - Die Außenseiter überbieten sich gegenseitig, die Marktführer zeigen sich noch zurückhaltend: In Mainz hat am Montag die Versteigerung neuer Frequenzen für Mobilfunk und vor allem das mobile Internet begonnen.

Nach drei Auktionsrunden haben die vier teilnehmenden Unternehmen am ersten Tag Gebote von insgesamt knapp 117 Millionen Euro auf den Tisch gelegt. “Wir stoßen eine Tür auf, die groß ist und vieles ermöglicht“, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth.

Die Versteigerung wird am Dienstag fortgesetzt. Bis zur endgültigen Vergabe könnte es aber noch Tage bis Wochen dauern. Als besonders begehrt erwiesen sich wie erwartet die als “digitale Dividende“ bezeichneten Frequenzen im Bereich 800 Megahertz, die durch die Umstellung auf die digitale Fernsehtechnik frei wurden. Zu vergeben sind bei der Versteigerung insgesamt 41 Frequenzblöcke, um die sich die Mobilfunkunternehmen T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 bemühen.

Mit der Auktion will die Bundesnetzagentur erreichen, dass über drahtlosen Netzzugang auch dünn besiedelte Regionen möglichst rasch mit schnellem Internet versorgt werden. In der ersten Auktions-Runde hatte am frühen Nachmittag der kleinste Mobilfunkbetreiber in Deutschland das Top-Angebot abgegeben. Nach 24 Minuten lag die Telefonica-Tochter O2 bei zwei Blöcken aus dem niedrigen Frequenzbereich mit jeweils 7,5 Millionen Euro in Front. Im Bereich der höheren Frequenzen wurden für einige Blöcke noch gar keine Gebote abgegeben. Die Gesamtheit der Angebote erreichte in der Summe knapp 94,5 Millionen Euro.

Spitzenwerte nach knapp zwei Stunden überboten

Die zweite Runde wurde nach einer knappen Stunde kurz vor 15.00 Uhr beendet. Die beiden zunächst von O2 gehaltenen Spitzenwerte waren zu diesem Zeitpunkt bereits von E-Plus überboten worden. Das zur niederländischen KPN gehörende Unternehmen erhöhte für die beiden Blöcke aus der “digitalen Dividende“ auf jeweils rund 8,6 Millionen Euro. Die Gesamtsumme der Gebote hatte sich auf knapp 115 Millionen Euro erhöht. Zudem gab es nach Runde Zwei keine Frequenzblöcke ohne Interessenten mehr. Auktionsleiter Kurth wertete dies als sehr positives Zeichen. Damit sei klar, dass eine größere Nachfrage bestehe, als Frequenzen verfügbar sind, sagte er. Nach der dritten Runde stieg die Gesamtsumme am späten Nachmittag auf knapp 117 Millionen Euro. Änderungen gab es dabei vor allem in den Bereichen 1,8 bis 2,6 Gigahertz, wo nach Ende des ersten Auktionstages die Marktführer T-Mobile und Vodafone eine leichte Mehrheit der Frequenzblöcke hielten.

UMTS-Lizenzen brachten 50 Milliarden Euro

Die Netzagentur erwartet auch weiterhin einen intensiven Bietwettbewerb. “Deutschland hat heute eine große und einmalige Chance, bei der Entwicklung des mobilen Internets die Nase vorn zu haben“, sagte Kurth, als er kurz nach 13.00 Uhr die Auktion eröffnete. Die Versorgung mit Frequenzen sei ein entscheidender Schlüssel und Treibstoff für alle Innovationen bei Software, Hardware und Netztechnik. “Das schönste Smartphone versagt, wenn die erforderlichen Frequenzen nicht zur Verfügung stehen.“

Vor zehn Jahren, bei der Versteigerung von UMTS-Lizenzen im Jahr 2000, erzielte die Behörde Erlöse von etwa 50 Milliarden Euro. Experten rechnen diesmal allerdings mit einem deutlich geringeren Betrag. Mit den neuen Frequenzen soll vor allem die Versorgung mit schnellem Internet in ländlichen Regionen vorangetrieben werden. Anders als bei der UMTS-Vergabe verzichtete die Regulierungsbehörde diesmal auf die Beschränkung auf eine bestimmte Technik. Die Netzbetreiber müssen sich aber an strenge Vorgaben für den Ausbau der Internet-Versorgung halten. Erst wenn Gemeinden und Städte mit höchstens 5.000 Einwohnern schnelle Internetanschlüsse bekommen haben, dürfen die Unternehmen die lukrativere Versorgung von größeren Städten angehen.

apn

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