Gewürze-Ausstellung: Engagement für die Region

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Rosenheim - Mit einem ziemlich alten Buch hat alles angefangen. Dies führte bis zur Gewürz-Ausstellung im Lokschuppen.

Mit einem ziemlich alten Buch hat alles angefangen. Dieses Buch für Bäcker und Konditoren aus dem Jahr 1891 lag bei einem Münchner Antiquar aus. Der Bad Endorfer Bäcker- und Konditormeister Manfred Miedl, damals noch in der Ausbildung, entdeckte darin viele vergessene Erkenntnisse über Gewürze und ihre Wirkung sowie Möglichkeiten, sie beim Backen zu verwenden. Der Lehrling konnte sich das teure Buch lange nicht leisten. Aber er war so fasziniert, dass er sich die rund 400 D- Mark zusammensparte. So kam es auch, dass Miedl spontan zusagte, als Anfang des Jahres das Ausstellungszentrum Lokschuppen anfragte, ob er Interesse habe an einer Zusammenarbeit bei der Ausstellung „gewürze – Sinnlicher Genuss. Lebendige Geschichte.“

Peter Lutz, Geschäftsführer der Veranstaltungs + Kongress GmbH, setzt ganz bewusst auf die lokale Wirtschaft: „Der Lokschuppen und seine Ausstellungen sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region. Nicht nur die Bäckerei Miedl ist unser Kooperationspartner. Aus der Gegend sind eine ganze Reihe weiterer Unternehmen an der Gewürze-Ausstellung im Lokschuppen beteiligt, von der Confiserie Dengel aus Rott am Inn, die eine spezielle Gewürz-Schokolade entwickelt hat, über Firmen und Handwerker, die beim Aufbau und der Gestaltung der Ausstellung mitgearbeitet haben, bis hin zu vielen Sponsoren.“ Das Interesse der heimischen Wirtschaft an einer Zusammenarbeit ist groß. Denn der Lokschuppen gilt als kultureller Leuchtturm der Region, der jährlich große Besucherströme nach Rosenheim holt. Lutz: „Durch die Ausstellungen im Lokschuppen tragen wir zum positiven Image von Rosenheim bei. So wird aus einem bedeutenden Wissensfaktor zusätzlich ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Denn durch die Ausstellungsbesucher fließt erhebliche zusätzliche Kaufkraft in die Stadt, bis zu acht Millionen Euro werden für ortsansässige Betriebe erzielt. Nur etwa 13 Prozent der Ausstellungsbesucher haben ihren Wohnsitz in Rosenheim selbst. Der große Rest zählt zum Bereich Tourismus, wobei die Tagesbesucher mit ihrem Anteil von fast 70 Prozent die wichtigste Gruppe sind. Langfristig wollen wir die Zahl der Besucher pro Jahr von derzeit etwa 120.000 auf 160.000 bis 200.000 Besucher ausbauen. Dafür sind natürlich Investitionen in die Infrastruktur des Lokschuppens nötig.“ Die positiven Auswirkungen der Ausstellungen auf das Image Rosenheims als Kulturzentrum und auf die Tourismuswerbung seien in Zahlen zwar schwer darzustellen. Aber eines stehe fest, so Lutz: „Der Lokschuppen tut Rosenheim gut. Viele andere Städte und Regionen beneiden uns um dieses Alleinstellungsmerkmal.“ Insgesamt wurden durch die Ausstellungen in den letzten 22 Jahren direkte und indirekte Umsätze vom fast 100 Millionen Euro generiert.

Über das Engagement seines Unternehmens berichtet Manfred Miedl: „Wir verwenden in unserem Unternehmen täglich 21 Gewürze wie Safran, Nelke, Kümmel, Anis und Koriander. An Weihnachten kommen sogar noch weitere dazu.“ So waren es nur wenige Schritte bis zu dem speziellen BlütenGewürzBrot, das das Unternehmen Miedl in kurzer Zeit für die Ausstellung entwickelte. Gewürzt ist es mit Kümmel, Koriander, Anis und Fenchel. Gekrönt wird das Brot von einer Mischung getrockneter Blüten und Kräuter, unter anderem Ringelblumen, Pfingstrosen und Erdbeerblätter. Das Vollkornbrot ist bei den Kunden so beliebt, dass Manfred Miedl es dauerhaft im Sortiment lassen wird. Ein voller Erfolg also, angestoßen von „gewürze – Sinnlicher Genuss. Lebendige Geschichte“.

Aufwändiger war die Entwicklung der Brotchips zur Gewürze-Ausstellung, denn hierzu musste zuerst eine neue Maschine angeschafft werden. Für Manfred Miedl standen finanzielle Überlegungen nicht im Vordergrund der Zusammenarbeit mit dem Lokschuppen, sondern die Idee, sich aus der Region für die Region zu engagieren: „Der Lokschuppen ist für mich etwas ganz Besonderes. Zum einen hat das Gebäude ein besonderes Flair. Zum anderen schafft es das Team um Ausstellungsleiter Dr. Peter Miesbeck immer wieder, hervorragende, spannende und professionelle Veranstaltungen zu organisieren. Ich war bisher mit meinen Kindern noch in fast jeder Lokschuppen-Ausstellung.“ Bei der nächsten Ausstellung „Indianer – Ureinwohner Nordamerikas“ von April bis November 2011 wird Miedl wieder mit dabei sein. Eine passende Idee hat der Bad Endorfer schon, aber verraten will er sie noch nicht. Vielleicht findet sich auch dazu etwas in Manfred Miedls Sammlung alter Bücher über Bäckerei und Konditorei, die inzwischen auf über 600 Exemplare angewachsen ist.

VERANSTALTUNGS+KONGRESS GmbH Rosenheim in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum für Völkerkunde München

Rubriklistenbild: © VERANSTALTUNGS+KONGRESS GmbH Rosenheim in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum für Völkerkunde München

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