Tarifkonflikt vor Entscheidung

Metallindustrie droht mit massiven Streiks

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Beschäftigte aus der Metallindustrie demonstrieren am 13.05.2013 vor dem Tagungsort der Tarifverhandlungen für Metall- und Elektroindustrie in Magdeburg

München - Der Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie steht vor der Entscheidung. Scheitern die Gespräche in Bayern, droht eine massive Streik-Welle - die erste seit elf Jahren.

Kurz vor einer möglichen Entscheidung im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall in Bayern erneut mit massiven Warnstreiks Druck gemacht. Wie in der vergangenen Woche waren am Montag in mehr als 80 Betrieben Zehntausende Beschäftigte zu Aktionen aufgerufen - auch bei den Autobauern BMW und Audi. Bis zum Nachmittag zählte die Gewerkschaft mehr als 32 000 Warnstreikende. Zu den regionalen Schwerpunkten zählten Ingolstadt, Regensburg und München.

Am Montagnachmittag gingen die Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft in die heiße Phase. In Böblingen bei Stuttgart kamen die Tarifparteien zur möglicherweise entscheidenden vierten Verhandlungsrunde zusammen, danach werden die Gespräche am Dienstagabend in München fortgesetzt. Sowohl Bayern als auch Baden-Württemberg gelten als mögliche Pilotbezirke, deren Abschluss von den übrigen Gebieten übernommen wird und damit für die bundesweit etwa 3,7 Millionen Beschäftigten der Branche gilt.

Arbeitgeber: "Es besteht keine Notwendigkeit für Warnstreiks"

Für Bayern wäre es der erste Pilotabschluss seit 1995 - und es deutet vieles darauf, dass es darauf hinauslaufen könnte. So wollen sowohl der IG-Metall-Vorstand als auch der Vorstand von Gesamtmetall nach München anreisen. Nach dem Fahrplan der IG Metall entscheiden die Großen Tarifkommissionen in Baden-Württemberg und Bayern im Anschluss über ein mögliches Ergebnis - oder stellen die Weichen für einen Streik.

Sollte es in Böblingen oder München keinen Durchbruch geben, droht der erste Arbeitskampf seit elf Jahren. Die Gewerkschaft verlangt 5,5 Prozent mehr Geld für zwölf Monate. Die Arbeitgeber bieten 2,3 Prozent mehr Lohn und Gehalt für 13 Monate bei zwei Nullmonaten an.

Die Arbeitgeber kritisierten die Warnstreiks: „Wir wollen eine Lösung am Verhandlungstisch. Es besteht keine Notwendigkeit für Warnstreiks, erst recht nicht jetzt“, sagte der Hauptgeschäftsführer der bayerischen Arbeitgeber, Bertram Brossardt.

dpa

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