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Sorgen in der Wirtschaft

„Was wird aus meinen Geld?“ - Folgen des Ukraine-Kriegs für Sparer und Verbraucher

Ukraine-Konflikt - Aktienmarkt
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Die Inflation steigt immer weiter und die Bevölkerung hat immer mehr Bedenken was mit ihrem Geld passiert.

Nach den ersten Bombardierungen Russlands auf die Ukraine haben die USA und die EU umfangreiche Strafmaßnahmen beschlossen. Die Vereinigten Staaten wollen russische Banken international isolieren. Die neuen EU-Sanktionen gegen Russland betreffen den Energie-, Finanz- und Transportsektor.

Die USA verhängt Exportkontrollen für den Technologiesektor. Auch in der EU soll es Exportkontrollen in den entsprechenden Sektoren geben. Weltweit fielen nach der Invasion die Aktien in den Keller, Rohstoffe sollen knapper werden, was die Preise antreibt und die Inflation weiter in die Höhe treiben könnte. Verbraucher, Sparer und Anleger fragen sich besorgt: „Was wird aus meinem Geld?

Welche Folgen haben steigende Rohstoffpreise für Verbraucher?

In Deutschland und im Euroraum heizt sich schon seit längerem die Inflation durch deutlich steigende Energiepreise auf. Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine stiegen die Rohstoffpreise noch weiter, wie beispielsweise Weizen. Die höheren Kosten bleiben meist am Verbraucher hängen, da die Produzenten die höheren Einkaufspreise ganz oder teilweise weitergeben.

„Die Inflationsrate wird wohl zumindest kurzfristig noch weiter ansteigen, vor allem über eine weiter steigende Energierechnung für die Verbraucher“, sagte DZ-Bank-Chefvolkswirt Michael Holstein. „Das schwächt deren Kaufkraft und tendenziell die Nachfrage von Haushalten nach anderen Gütern und erhöht die Kosten auch für die Unternehmen.“

Um die Bevölkerung zu entlasten hat die Regierungskoalition beschlossen, dass Bürger ab Juli keine Ökostrom-Umlage mehr zahlen sollen. Für Pendler ist ab dem 21. Kilometer eine höhere Pauschale von 38 Cent rückwirkend zum Jahresbeginn vorgesehen. Ob die Maßnahmen ausreichen, ist umstritten. Steigende Verbraucherpreise treffen einkommensschwächere Haushalte besonders hart.

Was bedeutet die Inflationsentwicklung für Sparguthaben?

Für Sparer sind steigende Teuerungsraten bitter. Allein im vierten Quartal 2021 lag der Realzins - also der Zins für Spareinlagen nach Abzug der Teuerungsrate - auf dem Rekordtief von minus 4,93 Prozent. Auf der Suche nach besser verzinsten Alternativen sollten Anleger allerdings vorsichtig sein.

Hinter besonders hohen Gewinnversprechen steckt meist ein Betrug, warnt die Finanzaufsicht Bafin: „Das ‚sichere, schnelle Geld‘ gibt es nicht.“ Auch Investitionen in Kryptowerte wie Bitcoin, Ether und ähnliche seien hoch spekulativ und ebenso riskant. Hier könnte der Totalverlust des eingesetzten Geldes drohen, warnt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin).

Wie wird die Europäische Zentralbank reagieren?

Andere große Notenbanken wie die US-Fed und die Bank of England haben nach Jahren des Flutens der Märkte mit billigem Zentralbankgeld bereits umgesteuert. Seit der Sitzung des EZB-Rates Anfang Februar herrscht auch unter Europas Währungshütern Einigkeit, dass man die hartnäckig hohe Inflation nicht aussitzen kann. Um dem entgegenzusteuern will die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen anheben. 

Allerdings haben sich Europas Währungshüter darauf festgelegt, vor einem Zinsschritt zunächst die milliardenschweren Netto-Anleihenkäufe einzustellen. Volkswirte erwarten, dass der EZB-Rat bei seiner nächsten geldpolitischen Sitzung am 10. März eine Entscheidung in Richtung Ausstieg aus dem ultralockeren Kurs treffen wird. Große Schritte sollten aber nicht erwartet werden - erst Recht nun nicht, wo die Zuspitzung des Konflikts um die Ukraine als weitere Belastung für die noch von der Pandemie gebremste Wirtschaft hinzukommt.

„Die geopolitischen Spannungen sind aktuell ein sehr bedeutsamer Risikofaktor, vor allem für Europa“, sagte EZB-Chefvolkswirt Philipp Lane der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Die jüngsten geopolitischen Entwicklungen hätten „nicht nur Auswirkungen auf die Öl- und Gaspreise, sondern auch auf das Vertrauen der Anleger und der Verbraucher, auf den Handel und so weiter“, sagte Lane.

Wie haben sich in der Vergangenheit Krisen auf die Börsen ausgewirkt?

Die Aktienmärkte auf der ganzen Welt fielen nach dem Angriff auf die Ukraine in den Keller. „Die schlimmsten Befürchtungen sind wahr geworden. Es herrscht Krieg in Europa“, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners. Eine oft zitierte Börsenweisheit lautet allerdings: „Politische Börsen haben kurze Beine“. Will sagen: Die Politik vermag es nicht, die Kapitalmärkte dauerhaft in die eine oder andere Richtung zu beeinflussen.

„Politische Krisen wirken sich in aller Regel belastend auf die Börsen aus. Wie stark und wie lange, hängt vom Verlauf der jeweiligen Krise ab“, sagt die Chefin des Deutschen Aktieninstituts, Christine Bortenlänger. Das Aktieninstitut weist immer wieder auf historische Daten hin, wonach sich langer Atem beim Investment in Aktien in der Regel auszahle.

Wie sicher ist Gold in Krisenzeiten?

Das Edelmetall gilt vielen Anlegern als sicherer Hafen in turbulenten Zeiten. Es verliert trotz Preisschwankungen seinen Wert nie ganz. Der Nachteil: Für Gold gibt es weder Zinsen noch Dividenden. Die Rendite lässt sich letztlich nur aus einem steigenden Goldpreis erzielen.

vh mit Material der dpa