Italien: Mehr Selbstmorde durch Krise und Sparen

Rom - Die Wirtschaftskrise und die Sparpolitik der Regierung führen nach Einschätzung des Steuerzahlerbundes in Italien zu mehr Selbstmorden.

Der Verein Federcontribuenti beantragte am Freitag bei der Staatsanwaltschaft in Rom, mindestens 18 Fälle von Selbsttötung seit Jahresanfang zu untersuchen. Der Vorsitzende der Vereinigung, Carmelo Finocchiaro, warf der Technokratenregierung des früheren EU-Kommissars Mario Monti vor, sie habe “in diesen Monaten nur neue Steuern und sonst nichts eingeführt“. Italiens Steuerbehörden unterschieden nicht zwischen Steuerhinterziehern und denen, die aus wirtschaftlichen Gründen in Zahlungsrückstand gerieten, sagte er.

In Genua seien seit Jahresbeginn fünf Prozent mehr Selbstmorde im Vergleich zum Vorjahr gezählt worden. Der Steuerzahlerbund wolle geklärt wissen, wer für dieses “soziale Massaker“ verantwortlich sei, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Die Organisation trat vor die Presse gemeinsam mit dem Senator Stefano Pedica von der Partei “Italien der Werte“ (IdV), eine der beiden Parteien, die im Parlament in Opposition zu Monti stehen. Der Regierungschef hatte vor fünf Monaten ein striktes Sparprogramm mit höheren Steuern und einen Kampf gegen die Steuerhinterziehung eingeleitet.

dpa

Rubriklistenbild: © dapd (Symbolbild)

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